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Polizeiliche Kriminalstatistik im Landkreis Helmstedt für 2010: Rückgang der Straftaten bei gleich bleibender Aufklärungsquote

(ots) - HELMSTEDT. Im Bereich des Landkreises Helmstedt sind im Jahr 2010 insgesamt 5354 registrierte Straftaten erfasst worden. Dies entspricht einem Straftatenrückgang zum Vorjahr um 475 Taten (minus 8,1 Prozent). Im Berichtsjahr unterliegt das jährliche Aufkommen der Straftaten wieder einem stetigen Wechsel von Straftatenanstieg zu Straftatenrückgang.

Die Straftatenverteilung zeigt auf, dass etwa 55,3 Prozent (2009 = 56,7 Prozent) aller Straftaten in Helmstedt, 24,8 Prozent (2009 = 25,7 Prozent) in Königslutter und 19,9 Prozent (2009 = 17,7 Prozent) in Schöningen began¬gen wurden.

Aufklärungsquote

Aufgeklärt wurden 3276 der registrierten Straftaten (2009 = 3565). Damit liegt die Aufklärungsquote im Landkreis Helmstedt mit 61,19 Prozent minimal über dem Niveau des Vorjahres (plus 0,03 Prozentpunkte). Landesweit liegt die Aufklärungsquote bei 62,91 Prozent (2009 = 59,97 Prozent). Während das Polizeikommissariat Helmstedt eine Aufklärungsquote von 60,74 Prozent und das Polizeikommissariat Schöningen eine Quote von 64,85 Prozent aufweist, liegt die Rate des Polizeikommissariats Königslutter mit 59,26 Prozent etwas niedriger.

Opfer

Im Berichtszeitraum wurden im Landkreis Helmstedt insgesamt 922 Personen als Opfer erfasst. Darunter sind 89 Kinder (bis 14 Jahre), 83 Jugendliche (14 bis 18 Jahre), 750 Erwachsene (ab 18 Jahre)enthalten. Die Anzahl der Erwachsenen beinhalten 63 Senioren (über 60 Jahre).

Tatverdächtige

Insgesamt wurden 2743 Tatverdächtige (2009= 2800) ermittelt. Davon sind 76 Prozent (2.083) männliche und 24 Prozent (660) weibliche Tatverdächtige. Im Berichtsjahr wurden 317 nichtdeutsche Tatverdächtige festgestellt. Der Anteil an der Gesamtzahl der Tatverdächtigen beträgt damit 11,5 Prozent (Vorjahr: 10,8 Prozent) und liegt etwa auf dem Niveau der Vorjahre. Die Zahl der minderjährigen Tatverdächtigen (unter 18 Jahre) ist erneut auf 13,3 Prozent (2009 = 14,9 Prozent) der Gesamtzahl der Tatverdächtigen gesunken. Etwa jeder siebente Tatverdächtige gehörte somit der Altersgruppe der unter 18-Jährigen an. In den zurückliegenden Jahren lag der Anteil der Minderjährigen fast durchgängig bei zirka 20 Prozent aller Tatverdächtigen.

Einzelne Deliktsbereiche

Im zurückliegenden Jahr waren im Landkreis Helmstedt vier vorsätzliche Tötungsdelikte zu verzeichnen.

Im Bereich der Sexualdelikte wurden für das Erfassungsjahr 2009 insgesamt 46 Straftaten (Vorjahr 55) erfasst, die gegen die sexuelle Selbstbestimmung gerichtet waren. Darin enthalten sind zwei exhibitionis¬tische Handlungen (Vorjahr drei Fälle). Beim sexuellen Missbrauch von Kindern ist ein leichter Rückgang festzustellen. In 9 (Vorjahr = 13) der gemeldeten Fälle kam es zu Gewaltanwendungen gegenüber dem Opfer. Die Aufklärungsquote aller Sexualdelikte liegt 97,83 Prozent an.

Die Zahl der bekannt gewordenen Rohheitsdelikte stieg auf 761 Delikten (Vorjahr 735) an. Aufgeklärt werden konnten 92,90 Prozent (2009: 93,33 Prozent) der Straftaten. Darin enthalten sind 507 Körperverletzungen (Vorjahr 498 Taten) bei einer Aufklärungsquote von 94,67 Prozent (Vorjahr 95,58 Prozent).

Registriert wurden 28 Raubstraftaten. Dies entspricht einer Zunahme um fünf Fälle im Vergleich zum Vorjahr. Die Aufklärungsquote von 64,2 Prozent liegt auf ähnlichem Niveau wie 2009 (69,57 Prozent).

Erneut deutlich abgenommen haben die Fallzahlen der Diebstahlskriminalität (minus 287 Delikte). Erfasst wurden 1.746 Straftaten (2009 = 2033). Davon sind 1.190 Fälle des einfachen und 843 Fälle des schweren Diebstahls. Die Aufklärungsquote fiel um 5,15 Prozentpunkte auf 35,97 Prozent. An der Gesamtkriminalität hat der Diebstahl einen Anteil von 32,6 Prozent (Vorjahr 34).

Die Anzahl der Wohnungseinbrüche im Landkreis stieg auf insgesamt 126 Fälle (Vorjahr 88). Darin sind die so genannten Tageswohnungseinbrüche enthalten, die von 29 auf 44 Taten leicht angestiegen sind. Insgesamt fiel in diesem Deliktsbereich die Aufklärungsquote von 27,59 auf 24,60 Prozent.

Die Entwicklung der Kfz-Kriminalität zeigt im Landkreis insgesamt fallende Zahlen auf. Diese Delikte weisen einen Rückgang um 94 auf 452 Fälle auf. Das entspricht einer Abnahme um zirka 17,2 Prozent. Bei den Kfz-Delikten können in der Regel nur Sachbeweise (Spurenauswertungen und Sicherstellungen von Diebesgut) zum Aufklärungserfolg führen. Nur wenige Hinweise aus der Bevölkerung erreichten die Polizeidienststellen.

Im Jahr 2010 wurden insgesamt 101 Fahrräder (Vorjahr 139) gestohlen, immerhin 27,3 Prozent weniger als im Vorjahr.

Im Bereich des Landkreises Helmstedt gab es im Jahr 2010 im Zusam-menhang mit der Jugendkriminalität keine besonderen Auffälligkeiten.

Um etwa 17,7 Prozent auf 199 stiegen die erfassten Straftaten nach dem Betäubungsmittelgesetz (2009 = 169 Fälle). Die jüngsten Tatver-dächtigen, die beim Erwerb bzw. Konsum von Drogen registriert wurden, waren 14 Jahre alt. Sie fielen als Konsumenten von Cannabisprodukten auf. Da es sich um so genannte Holkriminalität handelt liegt die Auf-klärungsquote bei über 98,5 Prozent.

Es wurden 950 Delikte (2009 = 857) im Bereich der Betrugsdelikte bearbeitet. Dies entspricht einer Zunahme von 10,8 Prozent. Die Aufklärungsquote bei diesen Delikten liegt bei 67,89 Prozent (Vorjahr = 64,18 Prozent). Dieser Deliktsbereich nimmt einen um drei Prozentpunkte gestiegen Anteil von 17,7 Prozent der Gesamtkriminalität ein.

Die vorsätzlichen Brandstiftungen fielen auf nunmehr 15 Taten, das sind vier weniger als im Vorjahr.

Schlussbetrachtung

Die zum Teil geringen Fallzahlen in den einzelnen Deliktsgruppen weisen keine besorgniserregenden Schwerpunkte auf. Erfreulich hingegen ist das gesunkene Niveau bei der Kriminalität rund um das Kraftfahrzeug.

Die Bekämpfung der Betäubungskriminalität mit all ihren sozialschädlichen Begleiterscheinungen war im Jahr 2010 ein Schwerpunkt polizeilicher Arbeit. Darum gelte es in diesem Jahr wiederum, insbesondere Kindern und jugendlichen Konsumenten zu begegnen und ein besonderes Augenmerk auf die Beschaffer und Verkäufer von Drogen zu richten. Insgesamt ist die Kriminalität von den weitestgehend besonderen ländlichen Strukturen des Landkreises Helmstedt geprägt und weist keine örtlichen Schwerpunkte in einzelnen Deliktsbereichen auf.

Ort
Veröffentlicht
23. Februar 2011, 17:23