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In der jüngsten Sitzung der Ratsmitglieder schilderte Frank Trompetter ausgiebig, in welcher prekären finanziellen Lage sich die Stadt Wipperfürth befindet. Es ist definitiv fünf vor Zwölf. In seinem Bericht stellte er das Konzept vor, mit dem die Stadt versucht eine Überschuldung entgegenzuwirken. Als negatives Beispiel führte der Kämmerer die Nachbarstädte auf. Vor allem Marienheide. Die Gemeinde scheint nicht in der Lage zu sein, die 6 000 Euro für das gemeinsame Projekt „Wasserquintett“ aufzubringen. Die Stadt Wipperfürth hat ihr Schuldenmaximum überschritten. Der Fehlbetrag des Jahres 2010 beläuft sich auf knappe 14 Millionen Euro. Bei einer Überschuldung seien Investitionen nur genehmigt, wenn sie unabweisbar seien oder es sich um Pflichtaufgaben handle, Einzelgenehmigungen der Maßnahmen seien erforderlich, ein kommunaler Eigenanteil nicht erlaubt und Folgekosten zu vermeiden. Auch für das Personal stellt dies erhebliche Einschränkungen dar: Beförderungen wären nicht möglich. Arbeitsverlängerungen und Umsetzungen mit Höhergruppierungen verboten. Trompeter erklärte des Weitern, das der Bürgermeister Ratsbeschlüsse, die nicht zulässige Kosten hervorrufen, beanstanden müsse. Es muss dringend etwas passieren, denn ansonsten ist das Eigenkapital bis 2014 weg. Die Verwaltung, sowie der Kämmerer haben sich als Ziel gesteckt, das Eigenkapital  jährlich um 25 Prozent zu reduzieren. Diesem Verlauf zu grundeliegend wäre auch noch 2026 ein geringer Restanteil des Eigenkapitals vorhanden. Das beträgt 33 Millionen Euro. Davon kann man die 14 Millionen als Defizit abziehen. Nach Adamriese bleiben 19 Millionen übrig, 25 Prozent davon sind 4,75 Millionen Euro. Hiermit soll der laut Kämmerer für 2011 erwartet Fehlbedarf von 5.86 Millionen Euro auf eine Million reduziert werden.  Unter diesen Rahmenbedingungen ist es schwierig einen ausgeglichenen Haushalt zu gewährleisten. Auch die Politik ist hiergefordert. Es müssen Einsparpläne erarbeitet werden. Es sind große Hürden zu überwinden, aber ist möglich. Wichtig ist es jedoch, dass die Einsparpotentiale  die der Bericht der Gemeindeprüfungsanstalt aufgezeigt habe, zu nutzen. Shared services bietet außerdem weitere Möglichkeiten. Die Aufgabe des Kämmerers liegt darin den Politikern ein Portfolio an Konsolidierungsmaßnahmen vorzuschlagen. Der Vortag von Frank Trompetter erhielt großen Applaus von den Politikern. Ob die Bürger auch so kräftig applaudieren, sei dahingestellt.
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