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Sagen aus dem oberen Sauerland - neu aufgelegt Der Schatz im Klusen Keller Bis vor einigen Jahren war oben in den Schluchten des Negertales nahe dem wüst gewordenen Dorf Renninghausen zwischen Gestrüpp und Felsbrocken ein etwa zwei Meter großes Loch zu erkennen. Es führte zu einem Schacht, der so tief war, dass man mit drei aneinander gebundenen Wagenbäumen seinen Grund nicht erreichen konnte. Der Bergmann Klaus Keller hatte ihn vor vielen hundert Jahren auf der Suche nach Silbererzen angelegt. Keiner weiß heute mehr, ob er jemals fündig wurde. Immer wieder aber erzählen die Alten von einem wertvollen Schatz, der da unten begraben liege. "Wer ihn jedoch heben will, braucht nicht nur Wagemut, vor allen Dingen darf er bei der Suche nach ihm kein Wort sprechen", fügen sie geheimnisvoll hinzu. Doch das war bis heute noch niemandem gelungen. Drei Silbacher Burschen ließ das keine Ruhe. An langen Seilen festgebunden ließ sich einer von ihnen hinab, während die anderen beiden das obere Seilende fest umklammert hielten. Eine Pechfackel gegen die Dunkelheit und einen Korb für den Schatz hatte er mit in die Tiefe genommen. Wie gern hätten die beiden von oben in das dunkle Loch gerufen, um etwas zu erfahren, doch sie blickten nur stumm vor sich hin. Da spürten sie das vereinbarte Zeichen am Seil in ihren Händen und mit vereinten Kräften zogen sie die schwere Last nach oben. Endlich sahen sie den Kopf ihres Freundes, seine ausgebreiteten Arme und den am Seil festgeknoteten Korb. Er war gefüllt mit reinstem Silber. Da brach es aus einem der beiden oben Stehenden heraus: "Hiebet, do hiätt Kinner und Kinneskinner chenaug dran!"* "Herbert, da haben Kinder und Kindeskinder genug dran." Wie von Geisterhand löste sich der Knoten und Korb und Silberschatz sausten mit Gepolter und Getöse zurück in die Tiefe. Trotz ihrer Angst versuchten die drei ihr Glück noch einmal, doch der Schatz war nicht mehr zu finden. Zehn Volkssagen aus dem Sauerland wurden nach alten Vorlagen neu erzählt von Franz Mickus.* Die Illustrationen schuf Johanna Junk. Wegen wiederholter Nachfrage ist das Sagenheft und andere heimatgeschichtliche Schriften nun auch im Schreib- und Bastelladen "MomentMal" in Siedlinghausen, Weberstraße 6, zu den üblichen Geschäftszeiten erhältlich. Vorinformationen wie immer auf "sauerlandibus.de/Sauerlandkultur/Sauerländer Sagen
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