Sag uns, was los ist:

  • 0Likes
  • 0Shares

Wussten Sie schon etwas über…

whatsapp shareWhatsApp

Wussten Sie schon etwas über…

die Folgen der Umstrukturierung innerhalb vieler Kranken- und Pflegekassen?

Hiermit melde ich mich aus einem schönen, entspannten, längeren Urlaub zurück.

Wie Sie der Überschrift entnehmen können, geht es in diesem Artikel um die personellen Umstrukturierungen, die momentan bei vielen Kassen stattfinden und um die Folgen für die "Leidtragenden". Lustig geht anderes. Versicherte bekommen neue Sachbearbeiter, diese natürlich auch mit neuen Telefon-Nummern und anderen Standorten. Bäumchen wechsle dich! Pflegedienste können jetzt entweder mühsam alles in einem "Rundruf" bei der jeweiligen Kasse (Hilfe, wer ist zuständig?) erfragen oder "Dr. Google" im Internet um Rat fragen, leider kommt bei beidem das gleiche negative Ergebnis heraus. Mit viel Glück verfügen die Angehörigen schon über die/den neuen Ansprechpartner bei der Kasse. Wenn nicht, oder wenn die Pflegebedürftigen auf sich alleine gestellt sind, haben wir im Pflegedienst ein nicht so kleines Problemchen. Jetzt werde ich einmal das unlustige Problem schildern, warum dieses "Wirrwarr" uns als Pflegedienst die Hilfestellung für unsere Pflegebedürftigen erschwert. Ich versuch es Ihnen einmal so zu umschreiben (es mir original so passiert - und nicht einmal). Schon wird das Unlustige etwas aufgepeppt: Wir im Pflegedienst erfahren nicht, um beim "Bäumchen wechsle dich" zu bleiben, dass das Apfelbäumchen mit dem Kirschbäumchen getauscht hat und dieses nicht im alten Land steht, sondern im schönen Bayern. Bayern hat andere Telefonnummern als der Bereich Hamburg. Nun bittet mich meine Patientin Frau Mustermann für sie bei ihrer Kasse etwas zu erfragen. Sie ist älter, allein und überfordert und sie hat eine schriftliche Vollmacht für meine Person bei ihrer Kasse hinterlegt, die Kasse dürfte mir Auskunft erteilen. Also klemm ich den Telefonhörer zwischen Schulter und Ohr und weiß genau, nun wird es spannend und ich brauch starke Nerven und innerliche Ruhe (schwer für mich). Ich wähle die bei uns hinterlegte Nummer und was passiert? Nicht mehr aktuell. Ich versuche es noch mehrfach, unter allen Nummern der betreffenden Kasse, die wir jemals hinterlegt haben. Kurz vor meinem ersten Tobsuchtsanfall habe ich Glück und erwische einen Mitarbeiter. Puh! Aber oh weh, der Mitarbeiter weiß auch nicht, wer jetzt die Pflegebedürftige betreut, da die Umstrukturierung noch nicht abgeschlossen ist. Ich merke, dass auf meiner Stirn das erste Horn wächst und zähle im Kopf 21,22 usw., um mich selber zu beruhigen. Allerdings habe ich kurzzeitig Glück und der Mitarbeiter erspürt meinen Gemütszustand. Er verspricht, mich auf "gut Glück" weiter zu verbinden. Klappt nicht, Mittagspause. Ich beiße gleich in meinen Schreibtisch. Der hilfsbereite Mensch gibt mir aber letztlich die Durchwahl und bittet mich, es in einer halben Stunde wieder zu probieren. Allerdings kann mir dieser mir nicht versprechen, dass seine Kollegin dann wirklich für die Pflegebedürftige mit dem Anfangsbuchstaben M (wie Mustermann) zuständig ist. Halbes Stündchen später, erneuter Kontaktversuch meinerseits. Jetzt kommt eine freundliche Stimme vom Band. Ich werde aufgeklärt über die Vorzüge der betreffenden Kasse, die Zusatzboni, u.v.a.mehr. Ich denke: Interessant, die Vorzüge erlebe ich seit geraumer Zeit. Ich notiere mir auf meiner Festplatte im Kopf, in welche Kasse ich auf gar keinen Fall wechsele - für den Fall der Fälle, merken. Jetzt zum Ende sagt die nette Stimme: Sagen Sie jetzt bitte Ihre Versicherungsnummer. Sie finden sie auf Ihrer Versichertenkarte, sie besteht aus einem Buchstaben und 9 Zahlen. Mach ich doch. Ich bemühe mich trotz steigendem Stresspegel, klar und deutlich zu sprechen. Die Ansage kommt erneut, sie hat mich nicht verstanden. Nach erneuter klarer und deutlicher Ansage von mir habe ich dann endlich die Mitarbeiterin dran. Juchhu. Sie ist aber auch nicht für den Buchstaben M zuständig. Petra, bleib ruhig, sage ich mir. Sie kann mir jetzt aber Name und Telefonnummer der zuständigen Mitarbeiterin nennen. Die Warteschleife beginnt von vorn. Ohne Worte. Dann nach vielem Hin und Her habe ich die zuständige Mitarbeiterin am Ohr. Leider darf sie mir meine Frage bezüglich der Patientin nicht beantworten, neues EU weites Datenschutzgesetz. Trotz bei der Kasse vorliegender schriftlicher Vollmacht, sei nicht bindend, sagt sie. Ich wollte doch nur mal eben schnell der Pflegebedürftigen helfen. Jetzt bin ich endgültig in der Stimmung mit Gegenständen zu werfen

Mich würde einmal interessieren, wie die armen älteren Pflegebedürftigen mit solchen Situationen umgehen, wenn ich bereits kurz vor meinem ersten Herzinfarkt stehe?

In diesem Sinne

Herzlichst

Petra Meyer

Ort
Veröffentlicht
12. Juli 2019, 04:57
Autor
whatsapp shareWhatsApp

KOMMENTARE

Melde dich an, um dich zu beteiligen. Du hast noch kein Konto? Registriere dich jetzt!