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(ots) - Trotz intensiver Ankündigung der diesjährigen Geschwindigkeitsmesswoche durch die Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland in den Medien und trotz der schweren Verkehrsunfälle in jüngster Vergangenheit, ist die Zwischenbilanz nach dem Wochenende ernüchternd. Bislang waren viel zu viele Verkehrsteilnehmer zu schnell unterwegs und das teilweise mit "Spitzengeschwindigkeiten" bis zu 180 km/h. Seit Beginn der Messwoche hatten die bis zum Sonntagabend etwa 65 eingesetzten Kräfte, bestehend aus Mitarbeitern der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland, unterstützt durch Kollegen anderer Polizeiinspektionen aus der Polizeidirektion Oldenburg und den kommunalen Mitarbeitern, an ca. 20 Messstellen eine erschreckende Anzahl von 1067 Geschwindigkeitsverstößen festgestellt. An dem Wochenende wurden ca. 29000 Fahrzeuge kontrolliert, gemessen wurde zumeist außerhalb geschlossener Ortschaften in 70 und 100 km/h-Bereichen sowie vor Schulen. Uwe Schönheim, Koordinator dieses Messwoche stellt zur Halbzeit der Messwoche schon jetzt fest, dass auch die kontinuierliche Verkehrssicherheitsarbeit der Polizeiinspektion in Form von ständigen Geschwindigkeitsmessungen und das vor ca. einem Jahr neu eingeführte Punktesystem manche Verkehrsteilnehmer gar nicht beeindruckt: "Diese Messergebnisse zeigen, dass sich einige Fahrzeugführer rücksichtslos über die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung einfach hinwegsetzen!" 227 von diesen 1067 Verstößen lagen im bußgeldpflichtigen Bereich, d.h. die Verkehrsteilnehmer überschritten die zulässige Höchstgeschwindigkeit um mehr als 20 km/h. Neben zahlreichen Geschwindigkeitsüberschreitungen von über 30 km/h wurden bei 20 Verkehrsteilnehmern Geschwindigkeiten von über 40 km/h festgestellt. "Diese deutlichen Überschreitungen führen direkt zu einem Fahrverbot von mindestens einem Monat und einer empfindlichen Geldbuße" erklärt Schönheim. Unter anderem hat die Polizei in den letzten Tagen auch mehrfach an der B 210 gemessen, an der alleine insgesamt schon ca. 400 Verstöße geahndet wurden. Dort stellten die eingesetzten Beamten neben dem "Spitzenreiter" mit 179 km/h, ein 23-jähriger Kradfahrer, der zur Risikogruppe der jungen Kraftfahrer zählt, noch weitere erschreckende Messungen fest. An der B 210 wurden gefahrene Geschwindigkeiten von 171, 163, 152, und 145 km/h gemessen. "Bei den gefahrenen Geschwindigkeiten von 179, 171, 163 und auch 152 km/h kann nicht mehr von Fahrlässigkeit gesprochen werden" ergänzt Schönheim. "Bei diesen Geschwindigkeiten wird den Betroffenen vorsätzliches Handeln vorgeworfen, so dass sie mit einem Bußgeld zwischen 480 und 1200 Euro, 1-3 Monaten Fahrverbot und mit 2 Punkten rechnen müssen!" An der L 815 zwischen Sande und Zetel, in den dort festgelegten Geschwindigkeitsbeschränkungen von 70 km/h, hat die Polizei an diesen Tagen Geschwindigkeiten von 122, zweimal 117, 116 und zweimal 115 km/h gemessen. Kurios und völlig unverständlich: Einem dieser Betroffenen reichte der einmalige Kontakt mit der Polizei nicht aus, er stellte sich den Beamten wenig später nochmals mit einer Geschwindigkeit von 93 km/h vor. "Auch diesen Fahrzeugführern droht mindestens der einmonatige Verlust des Führerscheins und eine empfindliche Geldbuße" erklärt Uwe Schönheim. Die B 437 war im Bereich Varel, war erneut ein Brennpunkt bei den zu schnell gefahrenen Geschwindigkeiten. Dort lautet die traurige Bilanz unter anderem sechs Fahrverbote mit Geschwindigkeiten von 158, zweimal 149, 148, 146 und 145 km/h. "Zwei dieser männlichen Fahrzeugführer, wovon einer mit dem Motorrad unterwegs war, gehören der Risikogruppe der jungen Fahrzeugführer an (18 - 25 Jahre). Allen Betroffenen drohen Bußgelder zwischen 160 und 240 Euro und ein Fahrverbot von einem Monat sowie einem Punkt beim KBA in Flensburg. "Bei dem "Spitzenreiter" mit 158 km/h handelte es sich um einen Herrn von 65 Jahren aus Friesland, der mit seiner Lebensgefährtin auf dem Weg zum 'Kaffeesieren' nach Worpswede war. Auf diesen Fahrzeugführer wird ein Bußgeld in Höhe von 560 Euro, einem Monat Fahrverbot und zwei Punkten zukommen" betont Schönheim. Für eine schockierende Geschwindigkeitsüberschreitung und damit traurige Nachricht sorgte ein Fahrzeugführer, der mit seinem Fahrzeug von Horumersiel nach Hooksiel unterwegs war. An fast der gleichen Stelle, an der sich vor kurzem der schwere Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang ereignete, "raste" er mit einer Geschwindigkeit von 125 km/h bei erlaubten 80 km/h vorbei. Im Stadtgebiet Wilhelmshaven haben die Beamten in der Freiligrathstraße einen 28- jährigen Motorradfahrer mit einer Geschwindigkeit von 104 km/h gemessen. Wenig später bei einsetzendem Regen wurde noch ein Kraftfahrzeugführer bei erlaubten 70 km/h mit 147 km/h auf dem Friesendamm festgestellt. "In beiden Fällen wird bei diesen hohen Verstößen vorsätzliches Handeln unterstellt und auf die Betroffenen wird ein Bußgeld zwischen 560 und 1360 Euro, sowie ein Fahrverbot von 1-3 Monaten und 2 Punkte zukommen!" so Schönheim. Im Rahmen der Geschwindigkeitskontrollen stellten die Beamten außerdem noch zweimal ein Fahren ohne Fahrerlaubnis, eine Trunkenheitsfahrt und diverse Handy- und Gurtverstöße fest. Die Beamten werden in der noch bis zum Donnerstag, 17.09.2015 andauernden Messwoche an verschiedenen Orten weitere Messungen durchführen!
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(ots) - Achtung: In der nächsten Woche wird im Inspektionsbereich vermehrt geblitzt und gemessen! "Das Thema Geschwindigkeit ist und bleibt, trotz aller Anstrengungen der Polizei, in der Stadt und auf dem Land immer noch eine der Hauptunfallursachen", so der Leiter Einsatz der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland, Klaus-Dieter Schulz. Die Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland konnte auf Grund einer intensiven Auswertung von Unfallhäufungsstellen und massiver Geschwindigkeitskontrollen im Jahr 2014 erneut einen leichten Rückgang der Unfallzahlen verzeichnen. Im 1. Halbjahr 2015 zeichnet sich zwar eine Zunahme der Verkehrsunfälle (VU), erfreulicherweise aber ein Rückgang bei der Anzahl der schwerverletzten Personen ab. Konkret musste die Polizei im ersten Halbjahr diesen Jahres 2.192 bearbeiten, dies sind 115 mehr als im Vorjahr (+5,54 Prozent). Der Anteil der Schwerverletzten ging in diesem Vergleichszeitraum, 1. Halbjahr 2014 (62) und 1. Halbjahr 2015 (56), um 9,68 Prozent zurück. Die Anzahl der tödlichen Unfälle ist in dem ersten Halbjahr diesen Jahres gegen-über dem ersten Halbjahr 2014 gleich geblieben (1. Hj. 2014/2015= 3 VU mit 3 Toten). Nachdem die Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland im Kalenderjahr 2013 mit 4.328 Verkehrsunfällen den tiefsten der vorangegangenen fünf Jahre verzeichnete, konnte im Jahr 2014 erneut ein Rückgang der Verkehrsunfälle auf 4.314 festgestellt werden (14 Unfälle weniger = - 0,32 Prozent). Die Zahl der Verkehrstoten ist von acht (2013) auf vier (2014) um 50 Prozent zurückgegangen. Die Anzahl der Schwerverletzten blieb im Vergleich mit dem Jahr 2013 gleich (beide Jahre 128). "Überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit ist nach wie vor eine der Hauptunfallursachen! Als besonders tragisches Beispiel gilt der zuletzt tödliche Verkehrs-unfall im Wangerland!" so Schulz und betont, dass das Rekonstruktionsgutachten zum Verkehrsunfall und die Ermittlungen noch andauern. Der tödliche Verkehrsunfall im Wangerland ereignete sich 23.08.2015. Dort befuhr eine 16-jährige Fahrradfahrerin den Fahrrad- und Fußweg entlang der L 810 in Richtung Horumersiel. In Höhe km 15,95 beabsichtigte die Radfahrerin offenbar die L810 zu queren, um ihren Weg in Richtung Wüppels fortzusetzen. Ein herannahender Pkw-Fahrer, ebenfalls aus Richtung Hooksiel kommend, ermöglichte der Fahrradfahrerin diese Querung, die daraufhin mit ihrem Fahrrad auf die Landstraße fuhr. Ein weiterer Pkw befuhr die L810 ebenfalls aus Richtung Hooksiel kommend, in Fahrtrichtung Horumersiel. Der Führer dieses Pkw setzte zum Überholen des vor ihm abbremsenden Pkw an und kollidierte mit der Radfahrerin, die in diesem Moment bereits die Fahrbahn querte. Beim Zusammenstoß zwischen dem überholenden Pkw und der Radfahrerin wurde diese tödlich verletzt und verstarb noch an der Unfallstelle. Ziel der Verkehrssicherheitsinitiative (VSI) 2020 ist es, die Anzahl der Schwerst-verletzten (Getötete und Schwerverletzte) im Straßenverkehr bis zum Jahr 2020 um ein Drittel zu reduzieren und somit das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu stärken. Zur Minderung der schweren Verkehrsunfälle führt die Polizeiinspektion daher auch in diesem Jahr eine Geschwindigkeitsmesswoche, mit Schwerpunkt auf den Außerortsstrecken, durch. "Bei der schwerpunktorientierten Verkehrssicherheitsarbeit geht es uns nicht um das Abkassieren der Bürgerinnen und Bürger", betont der Leiter Einsatz. "Hier ist unser Appell an alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer, sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten! Aus diesem Grunde kündigen wir diese Aktionswoche auch an!", führt Klaus-Dieter Schulz weiter aus. "Die Kraftfahrzeugführer sollen sensibilisiert werden, damit das Geschwindigkeitsniveau auf Dauer nachhaltig gesenkt wird!" Einsatzkräfte der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland werden vom 11. - 17.09.2015 mit anderen mit kommunalen Messteams mehrere Geschwindigkeits-messstellen in der Stadt Wilhelmshaven und im Landkreis Friesland einrichten, um in einer konzertierten Aktion gegen Geschwindigkeitsverstöße durch Kraftfahrzeugführer vorzugehen.
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