Sag uns, was los ist:

(ots) /- Am Mittwochabend, 10.04.2019, führten Polizeibeamtinnen und -beamte eine großangelegte Verkehrskontrollaktion durch. Im Fokus dieser im Stadtgebiet Wilhelmshaven stattfindenden Kontrolle war die Autotuning-Szene, Koordinator dieser Kontrollaktion war Tim Bachem, Sachbearbeiter in der Verfügungseinheit der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland. "Zur Feststellung möglicher Verstöße in Verbindung mit dem umfangreichen Thema des Tunens von Fahrzeugen, bedarf es einer besonderen Beschulung" erklärt Bachem. Aus diesem Grunde erhielten die 25 Einsatzkräfte der Inspektion am Tag zuvor eine intensive theoretische Einweisung und wurden dabei von der Kontrollgruppe aus Oldenburg unterstützt. "Veränderungen an der gesetzlich vorgeschriebenen Bauart eines ein- oder mehrspurigen Kraftfahrzeuges führen neben einem möglichen Erlöschen der Betriebserlaubnis häufig zu einer Verschlechterung der Fahreigenschaften" erläutert Bachem die negative Beeinflussung der Verkehrssicherheit. "Wir stellen bei unseren Kontrollen immer wieder fest, dass Angehörige der Zielgruppe "Junge Fahrer" überproportional häufig ihre Kraftfahrzeuge tunen und diese dann im öffentlichem Straßenverkehr führen." Insbesondere die Veränderungen an den Abgasanlagen der Fahrzeuge führt im öffentlichen Verkehrsraum zu einer nicht unerheblichen Belästigung anderer Verkehrsteilnehmer. "Dies kann im schlimmsten Fall zu einer konkreten Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer führen" so Bachem. Diese getunten Fahrzeuge werden dann oftmals mit überhöhter Geschwindigkeit im Stadtgebiet geführt, teilweise liefern sich die Fahrerinnen bzw. Fahrer m öffentlichen Verkehrsarm sogenannte Beschleunigungsrennen: "Man will feststellen, wer schneller mit seinem Fahrzeug fahren kann". Die Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland erhielt in der Vergangenheit immer wieder diverse Hinweise aus der Bevölkerung. In der jüngsten Vergangenheit führten gerade solche Straßenrennen in anderen Großstädten immer wieder zu schwersten Verkehrsunfällen bei denen auch Menschen ums Leben gekommen sind! "Durch das "Poser-Gehabe" werden andere Verkehrsteilnehmer verunsichert und massiv gefährdet, sodass wir mit dieser Kontrollaktion ein Zeichen setzen wollten" betont Bachem. Am Mittwoch, 10.04.2019. kontrollierten die Einsatzkräfte von 16.00 bis 22.00 Uhr diverse Kraftfahrzeuge. Hier das Ergebnis: Insgesamt wurden 14 Verkehrsordnungswidrigkeitenverfahren wegen Erlöschen der Betriebserlaubnis eingeleitet. In sechs Fällen wurden Manipulationen an der Abgasanlage festgestellt (FOTO). "Mittels eines Messgerätes konnten die Beamtinnen und Beamten im Rahmen ihrer Fahrzeugkontrollen feststellen, dass die Auspuffanlagen wesentlich zu laut waren" erklärt Bachem das Feststellen der manipulierten Anlagen und ergänzt, dass der negative Spitzenreiter einen Wert von 102 statt der erlaubten 80 dB erreichte." (Exkurs: 120 dB entsprechen der Lautstärke eines Düsenjets) In allen sechs Fällen stellten die Einsatzkräfte die Kraftfahrzeuge sicher. Diese Fahrzeuge werden in den nächsten Tagen durch einen amtlich anerkannten Sachverständigen vom TÜV begutachtet. "Die Fahrer erwartet ein Bußgeld in Höhe von 90 Euro, zusätzlich circa 30 Euro Bearbeitungsgebühr. Zudem sind vom Betroffenen noch die Kosten für den Abschleppvorgang und die Kosten für das Gutachten zu tragen." In sieben weiteren Fällen wurde den Betroffenen noch im während der Kontrolle die Weiterfahrt untersagt. Die Einsatzkräfte leiteten Verfahren ein, da diese Fahrer an ihren Fahrzeugen diverse Veränderungen vorgenommen hatten. Unter anderem wurden die Pkw mit Reifen gefahren, die nicht zugelassen waren oder die Betroffen hatten sogenannte "Breitreifen" und spezielle Alu-Felgen montiert. In einigen anderen Fällen waren die Fahrzeuge tiefergelegt, da die Betroffenen andere Federn in ihre Fahrzeuge verbaut hatten. Diese Verstöße wurden von den Kräften durch das Fertigen von Fotos beweiserheblich gesichert, so dass die Fahrzeuge nicht mehr durch einen amtlich anerkannten Sachverständigen in Augenschein genommen werden müssen. Bei der Kontrollaktion wurden außerdem vier Verstöße gegen die Anschnallpflicht festgestellt und bei drei Fahrzeugführern Verfahren eingeleitet, weil die Fahrer während der Fahrt ein Mobiltelefon benutzt hatten. "Wir hoffen mit der gezielt durchgeführten Kontrollaktion den Flächendruck auf die betroffenen Fahrzeugführerinnen bzw. Fahrzeugführer zu verstärken" betont Bachem. Durch präventive Gesprächsführung soll neben den repressiven Maßnahmen eine Beeinflussung des Gefahrenbewusstseins und dadurch eine dauerhafte Verhaltens- und Einstellungsänderung bei den jungen Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern bewirkt werden. "Die Ergebnisse zeigen, dass diese Veränderungen, die Einfluss auf die Verkehrssicherheitsarbeit haben, weiter zu überprüfen sind", so die Ankündigung auch zukünftiger Aktionen von Bachem.
mehr