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Fiat 600 Jahrestreffen

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Fiat 600 Jahrestreffen

Rolf Graesförder organisierte eine Oberbergische Talsperrenrundfahrt

Vor 26 Jahren gründeten sieben Freunde des Fiat 600 einen Club, um Erfahrungen auszutauschen, Treffen zu veranstalten, Hilfestellung bei technischen Problemen zu geben - und um Spaß zu haben auf gemeinsamen Ausfahrten mit den kompakten, kleinen Familienkutschen. Mittlerweile ist die Mitgliederzahl auf 85 und die Zahl der Fahrzeuge auf über 200 gestiegen.

Clubvorsitzender Jörg Sporkert berichtet, dass das Jahrestreffen jedes Mal an einem anderen Ort stattfindet. Letztes Jahr war es die Schweiz und nächstes Jahr wird es seine Heimat sein, das niederrheinische "Spargeldorf" Walbeck bei Geldern an der holländischen Grenze. Ziel der Treffen sei es, jeweils die Region eines Clubmitglieds und im Laufe der Zeit ganz Deutschland kennen zu lernen.

Vor drei Jahren hat sich Rolf Graesförder dazu bereit erklärt, kurz nach seinem 70. Geburtstag den Mitgliedern seine Oberbergische Heimat zu zeigen. Die Route, an der er über zwei Jahre getüftelt hat, berührt die Orte, an denen er gelebt hat: Meinerzhagen, die Bergneustädter Altstadt und seinen jetzigen Wohnort Bielstein. Graesförder erklärt, dass das Bergische Land die höchste Talsperrendichte ganz Europas habe. Deshalb verläuft die 125 Kilometer lange Strecke auch an der Brucher, der Aggertalsperre und der Wiehltalsperre entlang.

Heimat ist für mich "Fiat 600 Freunde", steht auf dem Bierdeckel, den Rolf Graesförder in Kooperation mit der Bielsteiner Erzquell Brauerei kreiert hat. Der Platz vor dem Sudhaus mit den vier großen Kupferkesseln ist auch der Startpunkt der Rundfahrt. In einer Doppelreihe präsentieren 77 Clubmitglieder 43 Fahrzeuge, die von 1955 bis 1985 gebaut wurden, mit den unterschiedlichsten Aufbauten. Vom Standardmodell über Cabrio, Kastenwagen und Kleinbus bis zur Abarth-Rennversion ist alles dabei.

Manfred Klingelhöfer hat für das sommerliche Wetter die richtige Variante dabei: Einen offenen "Siata-Spring" von 1962 mit stattlichen 52 PS gegenüber den Standardtypen, die zwischen 19 und 27 PS motorisiert waren.

Stolz führt der zweite Vorsitzende Hermann Herfurtner seine "Formichetta" (fleißige Ameise) vor: "Nach so einem Kastenwagen habe ich über 15 Jahre gesucht und als vor vier Jahren ein Anruf von einem Freund aus Spanien kam, bin ich gleich am nächsten Tag nach Barcelona geflogen." Herfurtner erzählt, dass von diesem Typ nur 6000 Stück gebaut wurden und weltweit nur noch 50 existieren - in Deutschland ist sein Wagen der Einzige. Das ehemalige Auslieferungsfahrzeug einer Schokoladenfirma ist mit einer lustigen Werbung verziert, die anschaulich vor übermäßigem Konsum warnt, aber regelmäßigen Genuss anpreist. Seine Frau Simone zeigt die "Mördertüren" mit hintenliegenden Scharnieren und schildert, was passieren kann, wenn man sie während der Fahrt öffnet.

Vor der Abfahrt spendiert die Brauerei noch einen zünftigen Schluck Alkoholfreies und dann machen sich die Oldimerfreunde in ihren knuffeligen Fahrzeugen unter dem Applaus der Zuschauer auf den Weg, das Oberbergische Land zu erkunden - eine Pause an der Holsteinsmühle mit einer Bergischen Kaffeetafel und einem Besuch des Wiehler BPW-Museums inbegriffen.

Eine Woche später durfte Rolf Graesförder mit seinem 53 Jahre alten Fiat 600 eine besonders ehrenvolle Fahrt antreten - als Brautfahrer seiner Tochter Leslie. Nach seinem Bericht haben die junge Braut mit ihrem ausladenden Kleid und ihr frischgebackener Ehemann die Fahrt ohne Platzprobleme in vollen Zügen genossen.

mk

Ort
Veröffentlicht
05. Juli 2019, 04:27
Autor
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