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Nutzung regionale Schnellbuslinien für Pendler aus NVR bietet Fördermöglichkeiten an - Bürgermeisterin Horst: Vorhandene P+R-Parkplätze als Schnittstellen-Haltestellen nutzen Wie kann ich Pendler aus dem Kreis Euskirchen zu ihren Arbeitsstellen im Kölner Raum bringen und den sich abzeichnenden Verkehrskollaps auf den Einfallstraßen nach Köln verhindern und trotzdem für ein nachhaltiges Mobilitätsangebot sorgen? Ein Schreiben des Nahverkehrs Rheinland (NVR) veranlasste Anna-Katharina Horst, Bürgermeisterin der Gemeinde Weilerswist, sich jetzt mit einem Vorschlag zur nachhaltigen Entwicklung des Mobilitätsangebots für Pendler an den Landrat des Kreises Euskirchen zu wenden. In seinem Schreiben hatte der NVR auf Fördermöglichkeiten der regionalen Schnellbuslinien hingewiesen, für die der Zweckverband NVR jährlich bis zu 3,3 Millionen Euro für die Förderung der Betriebskosten von regionalen Schnellbuslinien zur Verfügung stellt. "Jeden Morgen und jeden Abend ist während der Spitzenzeiten des Berufsverkehrs zu beobachten, dass sowohl die Einfallstraßen als auch die Bahnen Richtung Köln bis zu ihren Kapazitätsgrenzen belastet sind", so die Bürgermeisterin. Da ein Ausbau der Transportkapazitäten für Bahnfahrer mittelfristig nicht zu erwarten sei, stelle sich die Frage, welche Alternativen zur Sicherstellung der Mobilität geschaffen werden könnten. In ihrem Schreiben an Landrat Günter Rosenke bittet Bürgermeisterin Horst um Unterstützung seitens des Kreises, die Förderung eines Schnellbusangebotes entlang der Autobahnen zu prüfen. "Die vorhandenen P+R-Parkplätze könnten als Schnittstellen-Haltestellen für einen Zubringer-Busverkehr aus der Region und dem Schnellbusangebot dienen. In anderen Städten oder EU-Staaten existieren solche Angebote bereits", schreibt Bürgermeisterin Horst. Angebunden werden könne das Schnellbusangebot beispielsweise an das Stadtbahnangebot in der Nähe des Autobahnkreuzes Köln-West. "Mit diesem Ansatz könnten auf Basis bereits vorhandener P+R-Parkplätze Verkehrswege (Autobahnen) kurz- bis mittelfristig die Transportkapazitäten erweitert und ein Beitrag zur Entlastung der Umwelt in der Stadt und auf dem Land geleistet werden", argumentiert Anna-Katharina Horst. Ein Antrag auf Förderung dieser Busverkehrsleistungen kann nur vom Kreis Euskirchen als ÖPNV-Aufgabenträber im Verbandsgebiet des Zweckverbands NVR gestellt werden. Die Förderanträge müssen bis zum 31. März eines laufenden Jahres beim Zweckverband eingereicht werden und können bis zu 23 Monate vor einer möglichen Betriebsaufnahme gestellt werden. "Mir ist bewusst, dass dieser Lösungsansatz in der Umsetzung eine Zusammenarbeit vieler Partner im Kreis, in der Region und darüber hinaus erfordert. In bin jedoch zuversichtlich, dass mit gutem Willen und Unterstützung Ihrer Experten mein Vorschlag umgesetzt werden kann", so Bürgermeisterin Horst.
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Haus Heskamp behält seinen Namen Ausschuss lehnte Umbenennung in "Villa Stern" mehrheitlich ab - Gedenktafel für Erbauer des Hauses gewünscht In der Dezember-Ratssitzung vergangenen Jahres hatte Helene Kürten im Rahmen der Einwohnerfragestunde angeregt, Haus Heskamp in "Villa Stern" umzubenennen. Zuständigkeitshalber stand diese Anregung der Weilerswisterin jetzt auf der Tagesordnung des Haupt-, Finanz- und Vergabeausschusses und wurde durchaus kontrovers diskutiert. Mehrheitlich stimmte der Ausschuss schließlich dafür, den Namen "Haus Heskamp" beizubehalten. Für die Erbauer dieses denkmalgeschützten Hauses, die Brüder Simon und Markus Stern, soll es eine Gedenktafel geben, die an die jüdische Familie Stern erinnert. Helene Kürten befasst sich seit Jahren mit der Geschichte der Weilerswister Juden und erfuhr 2009 durch Zufall, dass Haus Heskamp der Geburtsort Richard Sterns ist, Sohn des Erbauers Markus Stern. Mit acht Jahren war Richard Stern mit seinen Eltern und Geschwistern nach Köln gezogen. Noch heute hängt ein Foto von ihm unter anderem im Haus der Wannsee-Konferenz in Berlin NS-Dokumentationszentrum in Köln. Es zeigt Richard Stern, Inhaber eines Kölner Bettengeschäfts, am Boykotttag 1. April 1933 vor seinem Geschäft stehend. Stern stellte sich öffentlich gegen das Hitler-Regime und die Judenverfolgung. Die Fraktionen hatten sich mit einer möglichen Umbenennung des Hauses Heskamp ausführlich befasst. Hans-Peter Nußbaum (CDU): "Haus Heskamp ist als Solches vielen Bürgern, aber auch über die Gemeindegrenzen hinaus ein Begriff, zumal hier auch die Musikschule, der Literaturkreis und der Geschichts- und Heimatverein beheimatet sind. Wir sollten es deshalb bei dem Namen Haus Heskamp belassen." An den Erbauer des Hauses, so der CDU-Fraktionsvorsitzende weiter, sollte stattdessen mit einer Gedenktafel erinnert werden. Gleichzeitig regte er an, den Außenbereich um das denkmalgeschützte Gebäude zu verschönern, damit Haus Heskamp im Gesamten eine optische Aufwertung erfahre. Man dürfe auch nicht vergessen, dass die Familie Stern nur acht Jahre in dem Haus gewohnt habe und es bereits 1907 verkauft hat, um nach Köln zu ziehen. Gedenkstellen an frühere jüdische Mitbürger gebe es in Form der Stolpersteine sowie mit der Gedenkstele zwischen Rathaus und Haus Heskamp. Dr. Elisabeth Danninger, Fraktionsvorsitzende der Grünen, konnte sich dem Vorschlag Nußbaums nicht anschließen: "Es macht einen Unterschied, ob ein Name groß am Haus angeschlagen steht oder auf einer Gedenktafel. Frau Kürten hat Anfang der 90er Jahre mit ihren Forschungen über das jüdische Leben in der Gemeinde Weilerswist begonnen und nur wenig gefunden. Dafür erhielt sie sogar den Rheinlandtaler." Mit der Änderung von "Haus Heskamp" in "Villa Stern" würde man zum einen den Erbauer des Hauses ehren aber auch zeigen, dass jüdisches Leben in der Gemeinde Weilerswist möglich war. Bernd Giesen (SPD) konnte sich mit dem Vorschlag des CDU-Fraktionsvorsitzenden anfreunden, zumal in unmittelbarer Nähe zu Haus Heskamp alljährlich die Gedenkfeiern zur Reichspogromnacht stattfinden. "Bei der Benennung des Hauses bin ich durchaus bei Frau Dr. Danninger. Allerdings müsste sich der Name Villa Stern in der Bevölkerung erst etablieren. Bei Haus Heskamp ist dies schon geschehen." Frank Dederichs (FDP) schloss sich der Meinung Giesens an. "Wir können uns aber dem Vorschlag der CDU-Fraktion anschließen, den Namen Haus Heskamp beizubehalten und eine Gedenktafel zu Ehren der Erbauer des Hauses anzubringen."
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