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Die Gründung des SPD-Ortsvereins in Waldbröl im Januar 1919 Januar 1919: Der Erste Weltkrieg mit seinem entsetzlichen Blutzoll und den Hungersnöten war endlich vorbei. Allerdings war der Zusammenbruch des kaiserlichen Deutschen Reiches im November 1918 für die meisten Bürger überraschend gekommen, hatte doch die Regierung immer den Eindruck eines bald bevorstehenden Sieges vermittelt. Nun jedoch hatte das Deutsche Reich kapituliert, der Kaiser wurde zur Abdankung gezwungen und war in sein komfortables Exil in die Niederlande entschwunden. In Berlin hatte Philip Scheidemann von der SPD die Republik ausgerufen und überall in den Städten des Reichs waren Arbeiter- und Soldatenräte entstanden.  Am 19. Januar 1919 sollte auf Beschluss des Reichsrätekongresses die Wahl zur Deutschen Nationalversammlung stattfinden, die eine Verfassung für die neu zu schaffende Republik entwickeln sollte. Das war die politische Situation, in der sich auch im südoberbergischen Waldbröl die Anfänge demokratischer Politik entwickelten. Waldbröl war mit seinen knapp 6.000 Einwohnern zwar der Hauptort des Kreises Waldbröl, die Stadtrechte sollte Waldbröl allerdings erst 1957 als dritte oberbergische Gemeinde nach Gummersbach und Bergneustadt erhalten.  Hier nun, in seinem Heimatort, wirkte der am 21.7.1881 in Waldbröl-Brenzingen geborene Metallarbeiter und Gewerkschafter August Haas bei der Gründung eines Ortsvereins der SPD an führender Stelle mit. Die erste Wahlversammlung für die Wahl zur Nationalversammlung veranstaltet die Sozialdemokratische Partei in Waldbröl am 12. Januar 1919 um 16:30 Uhr im Lokal Hömann. Redner ist der Stadtverordnete August Haas aus Köln. Im Anschluss an die öffentliche Versammlung wird der SPD-Ortsverein Waldbröl gegründet. Auf der Tagesordnung stehen „Vereins- und Wahlangelegenheiten“.  Der Hömannsche Saal (Quelle: 70 Jahre SPD, a.a.O. S. 23) Die Waldbröler Zeitung berichtet ausführlich über die Veranstaltung am 12.01.1919: „Im sehr überfüllten Hoemannschen Saal - die Türen mussten verschlossen werden und viele der Herbeigeeilten mussten umkehren - sprach der sozialdemokratische Gewerkschaftssekretär und Stadtverordnete Haas aus Köln über die Stellung der Sozialdemokratie zu den kommenden Wahlen. Der Vortragende verstand es, in frischer und volkstümlicher Weise die große Volksmenge bis zum letzten Augenblick zu fesseln. Der Redner besprach eingehend das neue gleiche Wahlrecht für Männer und Frauen als das erste Geschenk der sozialistischen Regierung an das Volk. Sodann wurden die Zustände im Heer und der Regierung einer scharfen Kritik unterzogen, (…) Nach einer Kritik der übrigen Parteien stellte der Redner fest, dass die Sozialdemokratie ihr Programm nicht zu ändern braucht. Sie sieht (...) die Neugestaltung des Wirtschaftslebens in der Verstaatlichung der Stoffe und der Produktionsmittel ... Religion ist Privatsache. Deshalb will sie die Trennung von Staat und Kirche und die religionslose Staatsschule (...) In der Beseitigung der Klassenunterschiede, in der ungehemmten Mitwirkung aller Staatsbürger am Ausbau und an der Erhaltung des Staates und in der Gleichberechtigung aller an der Benutzung der Kulturgüter sehe die Sozialdemokratie nach wie vor ihr hohes Ziel (...) Der öffentlichen Versammlung folgte eine geschlossene Sitzung des sozialdemokratischen Vereins, dem am Abend eine große Anzahl Mitglieder beitraten.“ (Waldbröler Zeitung vom 15.01.1919)  Nach den Wahlen zur Nationalversammlung, die wegen der Unruhen in Berlin im beschaulichen Weimar tagte und dort die Verfassung der Weimarer Republik ausarbeitete, konzentriert sich der junge Ortsverein der Waldbröler SPD auf die Organisation einer großen Kundgebung zum 1. Mai. Nach einem Beschluss der Nationalversammlung wurde dieser Tag für das Jahr 1919 zum Feiertag erklärt und die Sozialdemokraten feiern den 1. Mai zum ersten Mal. Es erscheint eine unerwartet große Zahl von Bürgerinnen und Bürgern. Bei dieser Gelegenheit wird auch eine große Anzahl neuer Mitglieder aufgenommen. „Der Verein kann mit Stolz auf seine erste Feier blicken“, schreibt die WZ am 07.06.1919. Die am Schluss der Sitzung stehende Resolution wird einstimmig angenommen: Resolution vom 1. Mai 1919: „Die am 1. Mai in Waldbröl zu einer gewaltigen Massenkundgebung versammelten sozialdemokratischen Arbeiter grüßen die Arbeiter aller Länder. lm Gedenken an die im Weltkriege zu Millionen gefallenen Brüder fordern wir die Kriegsgegner in aller Welt auf, ihre Kraft zu vereinen, damit nicht ein Frieden der Gewalt, sondern ein Völkerbund der Versöhnung und der Verständigung geschlossen werde. Nur so wird ein Friede von Dauer möglich sein.  Die Versammelten gedenken der Kriegsgefangenen, die noch fern der Heimat weilen, und fordern, dass alle Kriegsgefangenen baldigst ihrem Volke und ihren Familien zurückgegeben werden. Die durch die Revolution befreite Arbeiterschaft der deutschen Republik verlangt, dass im Friedensvertrag Arbeiterschutz und Arbeiterrecht für alle Länder gleichmäßig geregelt und verbürgt werden. Die deutschen Arbeiter vertrauen auf das Erstehen einer neuen Sozialdemokratischen Internationale. Sie glauben an den Siegeszug des Sozialismus in aller Welt und halten fest an der alten sozialistischen Losung: Proletarier aller Länder vereinigt euch!“ \[Faksimilie S. 24 aus 70 Jahre SPD, a.a.O.\] Knapp drei Wochen später gibt es erneut eine Kundgebung der Waldbröler SPD, die Protestversammlung „Gegen den Gewaltfrieden!“ Am Sonntag, 18. Mai 1919, werden die Waldbröler Einwohner von dem Landtagsabgeordneten August Haas aus Köln aufgefordert, „flammenden Protest zu erheben, gegen die Erdrosselung unseres Wirtschaftslebens, gegen den langsamen Hungertod unseres Volkes.“ (WZ Nr. 41 v. 21.05.1919) \[Faksimile, 70 Jahre SPD, S. 26\]  Fortan treffen sich die Waldbröler Sozialdemokraten jeden ersten Sonntag im Monat, nachmittags um 17:00 Uhr, zu Mitgliederversammlungen.
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Warum will die SPD diese Beiträge abschaffen? Durch die Abschaffung dieser Beiträge würden viele tausend Bürgerinnen und Bürger in unserem Land entlastet. Wir halten die Erhebung der Straßenbaubeiträge für äußerst ungerecht, da sie nur wenige Menschen betreffen. Die müssen für das öffentliche Straßennetz oftmals sehr hohe Beträge aufwenden, die grundsätzlich der Allgemeinheit zugutekommen. Wer ist besonders betroffen? Bei Straßenbaumaßnahmen fallen hohe Beiträge an. Die Straßenbaubeiträge sind sowohl für Familien, die ihr Haus noch abzahlen müssen wie auch für Rentner, die für ihr Haus ein Leben lang gezahlt haben, oftmals nicht finanzierbar. Jüngere Grundstückseigentümer haben vorhandenes Kapital in den Erwerb der Grundstücke gegeben - hinzu kommen meist noch recht hohe Schulden. Zusätzliche Straßenbaubeiträge könnten hier zu einer finanziellen Notlage führen. Ältere Menschen haben oftmals Schwierigkeiten, im Alter noch einen entsprechenden Kredit bei den Kreditinstituten zu erhalten, wodurch diesem Personenkreis dann oftmals keine andere Wahl bleibt, als das Haus zu verkaufen. Wer soll stattdessen zahlen? Der Ausbau und die Unterhaltung des Straßennetzes muss staatliche Aufgabe sein und jede Kommune kann daher im Rahmen ihrer Finanzkraft nur die Straßen nach einer Prioritätenliste bauen und unterhalten, die im Haushalt eingeplant sind. Das gilt seit vielen Jahren für alle überregionalen Straßen, für die wir Bundes- oder Landesmittel erhalten. Das gleiche Prinzip muss in Zukunft auch für unsere Gemeindestraßen gelten. Durch das Land sind entsprechende finanziellen Mittel bereit zu stellen, um die Kommunen in die Lage zu versetzen, das Straßennetz in einem befriedigenden und verkehrssicheren Zustand zu halten. Für diese Forderungen wird die SPD auf dem Markt am Donnerstag Unterschriften sammeln!
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