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Ergoetzliches

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Kellertheater Chateau Pech begeistert mit Curt Goetz-Programm

Wachtberg-Pech - "Ergoetzliches" nennt Gundula Schroeder ihr neues Curt Goetz-Programm - und das ist sicherlich ganz im Sinne des Autors, der, wie er selbst sagte, mit seinen Stücken nicht die Welt verbessern, sondern lediglich " Heiterkeit" verbreiten wollte.

Im Programm stehen zwei Grotesken und ein Einakter - und das kleine Ensemble beweist einmal mehr seine Wandlungsfähigkeit.

Das erste Stück "Der fliegende Geheimrat", ist eine makabre Groteske. Es geht darum, den Tod zu überlisten. Ursula Rocke als Mors gelingt es, dieser Figur eine kompromisslose Unausweichlichkeit, aber auch eine gewisse Milde zu verleihen. Eine hübsche kleine Rolle hat Gundula Schroeder für sich reserviert: Wie sie es schafft, mit der Naivität einer Berliner Göre aus kleinen Verhältnissen, die es zur Ehefrau des Geheimrates gebracht hat, in ihrem unverfälschten Jargon an ihm vorbei zu reden, das ist Schauspielkunst.

In "Minna Magdalena" nimmt Goetz gesellschaftliche Konventionen aufs Korn. Eduard Hafemann zeigt hier ein Feuerwerk väterlicher Emotionen - eine beeindruckende Leistung! Patricia Kammer überzeugt in "Minna Magdalena" durch die Vehemenz, mit der sie sich verteidigt, und in "Der Hund im Hirn" durch die unkonventionelle Selbstverständlichkeit, mit der sie ihre Männer beide liebt. "Eine schöne Frau braucht zwei Männer", lässt Goetz sie sagen. Die Bühnenpräsenz von Hans-Jürgen Rocke beruht ganz sicher nicht nur auf seiner Körpergröße. Obwohl betrogener Ehemann, verbreitet er unerschütterliche Gelassenheit, heitere Überlegenheit und verzeihende Liebe. In Wahrheit aber bringt er den Nebenbuhler mit einem perfiden Plan zu Strecke.

Clint Christian Staak erleben wir in drei Rollen: In "Der Fliegende Geheimrat" lässt der Besuch des Todes die professorale Überlegenheit bröckeln. Wie dann die nackte Angst langsam die Oberhand gewinnt, das entwickelt sich eindrucksvoll in der Mimik des Schauspielers. Als Nebenbuhler in "Der Hund im Hirn" kann Staak dann alle Register seines Könnens ziehen: Die Demontage vom selbstverliebten Hallodri zur von Todesangst besessenen Kreatur bringt er - wie sich das für eine Groteske gehört - und zur "Erheiterung" des Publikums - in wirkungsvoll überzeichneten Posen.

Gundula Schroeder hat das Ganze mit leichter Hand und hoher Professionalität auf ihre kleine Bühne gebracht. Gönnen Sie sich dieses wirklich "erheiternde" Theatererlebnis! (Ilse Fuß)

Weitere Vorstellungen:

19. / 22. / 25. / 27. / 29. / 31. Oktober

und

02. / 05. / 08. / 10. November 2019

jeweils um 19.00 Uhr.

Reservierung erforderlich unter Tel. (0228) 32 59 51.

Kellertheater Chateau Pech

Nachtigallenweg 22, 53343 Wachtberg-Pech

Ort
Veröffentlicht
18. Oktober 2019, 07:36
Autor
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