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30 Obstbaumwartinnen und -warte für den Rhein-Sieg

Rhein-Sieg-Kreis (db) - Der Rhein-Sieg-Kreis hat seine ersten 30 Obstbaumwartinnen und -warte. Seit November 2016 wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer geschult - am 9. Juli haben sie ihre Zertifikate erhalten.

An insgesamt neun Kurstagen haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vieles über die Verwendung von Obstsorten, Ernteverfahren, Schnitt, Pflege, Pflanzung oder Pflanzengesundheit gelernt. Jetzt ist die Ausbildung der 30 Obstbaumwartinnen und -warte beendet, und Ralf Badtke, Projektreferent chance7, sowie Vertreterinnen und Vertreter der Biologischen Station des Rhein-Sieg-Kreises haben ihnen ihre Teilnahmebescheinigungen ausgehändigt.

„Ab sofort werden die 30 Männer und Frauen ihre Kenntnisse vor allem im rechts-rheinischen Rhein-Sieg-Kreis und der Bundesstadt Bonn einsetzen. Sie werden sich um die zahlreich vorhandenen Streuobstwiesen kümmern beziehungsweise deren Besitzerinnen und Besitzer bei deren Anlage und Pflege fachkundig beraten", so Ralf Badtke.

Der Boden und das Klima des Rhein-Sieg-Kreises sind ideal für den Obstanbau. Auch heute noch prägen stellenweise alte Streuobstwiesen die Landschaft. Jedoch sind viele Bestände inzwischen überaltert, schlecht gepflegt und es fehlen Nachpflanzungen. Manche Obstwiesenbesitzerinnen und -besitzer würden gerne wieder mehr für den Erhalt ihrer Obstbäume tun, kennen sich aber mit dem fachgerechten Obstbaumschnitt nicht aus. Zudem wissen mittlerweile nur noch sehr Wenige etwas über die speziellen Eigenschaften mancher Sorten und auch über die geeigneten Standorte sowie die richtige Verwendung der Früchte.

chance7, das Naturschutzprojekt des Rhein-Sieg-Kreises, hat dieser Entwicklung durch die Ausbildung der 30 Obstbaumwartinnen und -warte nun entgegengewirkt. Die Biologische Station des Rhein-Sieg-Kreises war bei der Ausbildung der Obstbaumwartinnen und -warte Kooperationspartner von chance7. „Besonders erfreulich ist, dass im nächsten Herbst drei neue Kurse starten werden, die bereits voll sind. Es gibt sogar eine lange Warteliste", so der Projektreferent von chance7, Ralf Badtke. „Einerseits ist es schade, dass einigen Interessenten abgesagt werden musste, es zeigt aber auch, wie groß das Interesse am Erhalt der Obstwiesen mittlerweile wieder ist." Die Obstbaumwartinnen und -warte haben einen eigenen Internetauftritt. Unter http://www.natürlich-streuobst.de gibt es alle Informationen über die Arbeit der Obstbaumwartinnen und -warte, Termine sowie Ansprechpartnerinnen und -partner.

Streuobstwiesen aus hochstämmigen Obstbäumen prägen in vielen Regionen seit Jahrhunderten das Landschaftsbild. Hier finden sich hunderte verschiedener Obstsorten mit sehr unterschiedlichem Geschmack, Verwendungs- oder Anbaueigenschaften. Viele alte Apfelsorten werden beispielsweise auch von Apfelallergikern vertragen. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nahm die wirtschaftliche Bedeutung der Streuobstwiesen zugunsten von Obstplantagen immer mehr ab. Zum Teil wurden sogar Rodungsprämien zur Fällung von Streuobstwiesen gezahlt.

Der Rhein-Sieg-Kreis ist gemäß einer landesweiten Zählung aber immer noch der streuobstreichste Landkreis in ganz NRW. Viele Bestände sind jedoch mittlerweile stark überaltert und werden ohne weitere Pflege mittelfristig verschwinden. Um die Obstsortenvielfalt, eine abwechslungsreiche Landschaft und die Streuobstwiesen als Lebensraum für viele seltene Tiere zu erhalten, möchte chance7 gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern dem Rückgang der Streuobstwiesen entgegensteuern.

Weitere Informationen zu Fördermöglichkeiten für die Anlage von Obstwiesen und zur Obstbaumwartausbildung finden Sie unter: http://www.chance7.org

SCHLAGWORTE:
Ort
Veröffentlicht
22. Juli 2017, 00:00
Autor
Rautenberg Media Redaktion