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Wichtige Naturschutzmaßnahme an der Niers

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Wichtige Naturschutzmaßnahme an der Niers

Spatenstich für Gewässer am Fritzbruch

Kreis Viersen. Landrat Dr. Andreas Coenen und der Vorstand des Niersverbandes, Prof. Dr. Dietmar Schitthelm, gaSben mit einem ersten Spatentsich den Beginn frei für die Gewässermaßnahme Fritzbruch in Viersen-Süchteln. Aus dem bisher kanalartigen geraden Verlauf des Niederrhein-Flüsschens zwischen der alten Bahnlinie und der Straße "Fritzbruch" wird in Zukunft ein mehrfach verzweigtes Gewässersystem. Der Kreis Viersen stellt dafür die Flächen gegen eine Nutzungsentschädigung zur Verfügung, der Niersverband übernimmt Planung, Bau und weitere Pflege. Viele Gäste, darunter auch Viersens Bürgermeisterin Sabine Anemüller, hatten sich eingefunden zu dem feierlichen Startschuss einer besonders wichtigen Narurschutzmaßnahme im Kreis Viersen.

" Wir freuen uns, dass wir diese Maßnahme durch die Bereitstellung von Flächen unterstützen können", unterstrich Landrat Dr. Andreas Coenen. "Somit wird das Naturschutzgebiet Fritzbruch weiter aufgewertet". Er lobte die hervorragende Zusammenarbeit von Kreis und Niersverband. Gerade in Zeiten des notwendigen Klimaschutzes sei diese Maßnahme wichtig. 13,5 Hektar eigene Flächen gibt der Kreis dafür frei.

Die Niers wird einen naturnahen Gewässerlauf erhalten. Durch flächige Gewässerabsenkungen wird eine Gewässeraue entstehen, die zusätzlichen Hochwasserrückhalteraum bietet. Durch gezieltes Überstauen von Teilflächen entstehen zudem Brut- und Nahrungsräume für Wat- und Wiesenvögel, zu denen unter anderem Störche, Kraniche und Reiherarten gehören. Damit erfüllt die Maßnahme am Fritzbruch mehrere Aufgaben, betonte der Vorstand des Niersverbandes, Prof. Dr. Dietmar Schitthelm. " Der besondere Reiz der Maßnahme liegt in der Nutzung von Synergien durch Kombination einer Naturschutzmaßnahme mit Hochwasserrückhalteraum und einer Maßnahme zum Rückhalt und zur Behandlung von Regenwasser", sagte Schitthelm. Denn direkt hier befindet sich die Betriebsstelle Süchteln des Niersverbandes. Hier gibt es ein Abwasserpumpwerk, das die Abwässer aus Süchteln Richtung Viersen fördert, sowie ein Regenüberlaufbecken zum Zwischenspeichern von Mischwasser.

Was im einzelnen vorgesehen ist, machte der Leiter der Abteilung Gewässer und Labor, Wilftried Manheller, deutlich: Geplant ist die Anlage eines naturnahen Rückhalteraums von rund 50.000 qm, der bei Trockenwetter von der Niers durchflossen wird. Bei stärkeren Regenereignissen wird stark verdünntes Mischwasser von der Süchtelner Betriebsstelle in diese Fläche eingeleitet und dort nach Zwischenspeicherung gedrosselt in die Niers abgeleitet. Gesteuert wird der Rückhalteraum über zwei Schlauchwehre. Die kosten allein 2,5 Millionen Euro, die Gesamtmaßnahme kostet sogar 7,5 Millionen Euro und soll voraussichtlich bis Ende 2021 fertig sein. Die Planungen waren sorgfältig und nicht leicht, es dauert schon rund zehn Jahre von den ersten Überlegungen.

Die Baumaßnahme wird mit der Erstellung von Zufahrten beginnen. Danach werden die technisch sehr aufwändigen Gründungen der Wehre gebaut. Nach Abschluss dieser Betonarbeiten werden die eigenen Wasserbauer des Niersverbandes die Geländeprofilierung vornehmen. Dann werden die Schlauchwehre und die Technik zur Steuerung eingebaut. Es wird ein ausgeklügeltes Steuerungssystem nötig sein, das machte Prof. Schitthelm deutlich.

Dieses Projekt sei beim Niersverband in besten Händen, befand Landrat Dr. Andreas Coenen und dankte allen Beteiligten. In etwa zwei Jahren werden sich die Bürgerinnen und Bürger im Kreis Viersen dann von der erfolgten Umwandlung der Niers selbst überzeugen können.

Von Jürgen Karsten

Ort
Veröffentlicht
18. Juli 2019, 03:06
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