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Requiem stand im Mittelpunkt Konzert zum Chorjubiläum in Waldniel Waldniel (fjc). 175 Jahre alt ist nun der Pfarr-Cäcilien-Chor von St. Michael Waldniel. Dies nahm man zum Anlass, am Sonntag, 4. November, im "Schwalmtaldom" ein großes Jubiläumskonzert unter der Gesamtleitung von Stefan Lenders zu veranstalten. Mit eingebunden waren auch die Chorgemeinschaft Amern/ Dilkrath und weitere Projektsängerinnen und -sängern, dazu Solisten und ein Kammerorchester unter der Leitung von Robert Wittbrodt. Im Mittelpunkt des Programms stand das Requiem von Gabriel Fauré, ergänzt durch die Kreuzstabkantate von Johann Sebastian Bach und Solo-Musik für Harfe. Die musikalisch fünfteilig aufgebaute "Kreuzstabkantate" (Kantate Nr. 56) von Johann Sebastian Bach, wahrscheinlich 1726 entstanden, spiegelt die Lebensfahrt des Menschen und seine Sehnsucht nach dem Himmel wider. Sie ist sehr anspruchsvoll und fordert besonders den Solisten einiges ab, was hier sehr gut gelang. Das Harfensolo (Fantasie op. 95) komponierte Camille Saint-Saens im Jahr 1893. Es entstand in einer Zeit, als die Harfe besonders im französischen Raum und in Paris einen besonderen Zuspruch erfuhr. In der gewölbten Halle des Schwalmtaldomes entwickelte hier das Instrument einen ganz besonderen Klang. Das Requiem von Gabriel Fauré (op. 48) bildete den Höhepunkt des Konzertes, aufgeführt mit Harfe, Streichern, Bläsern, Orgel und zwei Solisten. Der Komponist schrieb es zum Tod seiner Eltern, 1888 wurde es in der Madeleine-Kirche in Paris erstmals aufgeführt, später aber überarbeitet und in die heutige Form gebracht. Verwendet werden hier im Wesentlichen die traditionellen Texte des katholischen Requiems, wie sie zur damaligen Zeit vorgeschrieben waren. Fauré stellt dabei den barmherzigen Gott, Frieden und Ruhe mehr in den Mittelpunkt seiner Ausarbeitung, gegen das sonst häufig sehr präsente Weltgericht und den strafenden Gott. Stefan Lenders gelang es hier meisterhaft, Chor, Solisten und Instrumente zu einem harmonischen Ganzen zu vereinen. Die Stimmen der Chöre passten sich hervorragend an, die Akustik des Kirchenraumes tat ein Übriges zum ausgewogenen Klang der einzelnen Chorsätze. Insgesamt ein rundum gelungenes Konzert, das den Zuhörern geboten wurde. Besonders die Sängerinnen und Sänger mussten hierfür auch monatelange Proben auf sich nehmen, bis alles klappte und jeder Ton "saß". Die Mühen hatten sich gelohnt: Der Schwalmtaldom war bis auf den letzten Platz gefüllt, zusätzliche Stühle waren erforderlich, um weitere Zuhörer aufnehmen zu können. Die heilige Messe an diesem Samstag, 17. November, um 18.30 Uhr in St. Michael wird der Kirchenchor Waldniel anlässlich des bevorstehenden Cäcilienfestes musikalisch mitgestalten.
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