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Diese Partie besitzt alles, was das grün-weiße Fan-Herz verzücken dürfte: Flutlicht, einen Gegner aus den Top vier der Liga und dazu ein nicht unerhebliches Maß an Brisanz. Denn, wenn der VfB am Freitagabend (Anstoß 19:30 Uhr) den SV Drochtersen/Assel auf der Lohmühle empfängt, stehen für den Gastgeber zwei Dinge auf dem Spiel: Nur durch einen Sieg kann die Landerl-Truppe Anschluss an die Tabellenspitze halten und gleichzeitig die 2:1-Schmach vom 14. Spieltag vergessen machen. Lübecks „Angstgegner“ „Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite“, um auch einmal an dieser Stelle das bereits reichlich überstrapazierte Bonmot des Jedi-Meisters Yoda zu bemühen. Gewiss, der VfB ist weit davon entfernt, sich von einer wie auch immer gearteten Angst lähmen zu lassen. Tatsächlich ist es dem umsichtig führenden Rolf Landerl immer wieder gelungen, den Blick seines Teams für das Wesentliche zu schärfen. Dem SV Drochtersen/Assel ist es jedoch seit seinem Aufstieg in die Regionalliga Nord vor vier Jahren gelungen, sich an der Lübecker Lohmühle den Ruf der „bestia negra“ – des Angstgegners – zu erarbeiten. Siebenmal haben die Niedersachsen seit 2015 die Klingen mit ihren hanseatischen Herausforderern gekreuzt. Und dreimal gingen die „Drosseln“ aus diesem fußballerischen Kräftemessen als Sieger hervor, während die Lübecker bisher nur zwei Erfolge, keiner davon allerdings auf der Lohmühle, an ihre Fahnen heften konnten. Die beiden übrigen Duelle endeten jeweils mit einem gütlichen Unentschieden. Höchste Zeit also, dass der VfB die aktuelle Negativbilanz ein wenig aufhübscht; zumal der letzte Sieg der Grün-Weißen vom 2. Mai 2017 datiert! Genie und Wahnsinn Dass der Viertplatzierte aus dem Alten Land mit drei Punkten im Gepäck an die Lübecker Lohmühle reisen wird, ist mehr als unwahrscheinlich. Obwohl die von Lars Uder trainierten D/A-Fußballer mit dem laufenden Meisterschaftsrennen rein mathematisch nichts mehr zu tun haben, dürften diese vor allem an der Sicherung des vierten Tabellenplatzes interessiert sein. Derzeit ist es vor allem der Vorjahresmeister Weiche Flensburg, der den Drochtersern diesen Platz noch streitig macht. Gut möglich also, dass Weiche-Trainer Jurgeleit, der die Dritt- oder Viertplatzierung als offizielles Saisonziel ausgegeben hat, seinem ehemaligen Lübecker Arbeitgeber die Daumen drücken wird. Daumen drücken wird es am Freitagabend auch für die vielen VfB-Fans im Stadion, am Radio oder vorm PC heißen, da der SV D/A alles andere als eine Laufkundschaft darstellt. Seit dem 26. Spieltag gehören die „Drosseln“ zu dem exklusiven Kreis dreier Regionalligamannschaften, die die Überflieger vom VfL Wolfsburg II sportlich haben erden können. Den Lübeckern blieb bekanntermaßen ein derartiges Husarenstück in dieser Spielzeit verwehrt. Gleichzeitig aber besitzen die Drochterser durchaus auch das Geschick, wichtige Punkte bei den vermeintlich leichteren Gegnern liegen zu lassen. Zuletzt ist es den abstiegsbedrohten Lüneburgern im Kehdinger Stadion gelungen, den D/A-Fußballern einen Zähler zu entwenden. Besonders bitter war in diesem Zusammenhang für die Gastgeber aus dem Alten Land, dass der Ausgleichstreffer für das von Rainer Zobel trainierte Team in der 90. Minute fiel. Drochtersens magisches Viereck – Defensive, Ausdauer, Spritzigkeit und das Kollektiv Die schon etwas länger zurückliegende Winterpause hatten die „Drosseln“ genutzt, um sich unter mallorquinischer Sonne intensiv auf den Saisonendspurt vorzubereiten. Nach fünf Trainingstagen konnte Übungsleiter Lars Uder zufrieden festhalten: „Inhaltlich haben wir alles geschafft, was wir uns vorgenommen hatten.“ Konkret hatte das Hauptaugenmerk des D/A-Trainers den taktischen Abläufen in der Defensivarbeit, den Zweikämpfen, dem Spielaufbau und dem Konditionstraining gegolten. Darüber hinaus wurden im Offensivbereich Standardsituationen einstudiert, um den jeweiligen Gegner vor die eine oder andere Herausforderung stellen zu können. Doch neben den vielen taktischen Finessen und der immer wieder bemühten Grundordnung beruht die Stärke des SV Drochtersen/Assel auf seinem konzentriert agierenden Kollektiv. „Die Jungs“, so Trainer Uder, „haben das große Ganze im Blick und wissen um die Stärke des Teams als Einheit.“ Eine Eigenschaft, die auch den gegenwärtigen VfB-Kader auszeichnet. Drochterser Doppelbelastung als Vorteil für den VfB? Man darf unumwunden zugeben, dass sich die Lübecker in einer Drucksituation befinden. Da der Tabellenführer aus Wolfsburg das leichtere Restprogramm zu absolvieren hat (St. Pauli II, Hannover 96 II, 1. FC Germania Egestorf/Langreder und BSV Rehden), erscheint ein weiterer Ausrutscher der Jung-Wölfe eher unwahrscheinlich; aber nicht unmöglich. Umso mehr ist der VfB gefordert, alle verbleibenden Partien zu gewinnen. Jeder Patzer könnte daher der letzte sein. Den Grün-Weißen dürfte am Freitagabend vielleicht zum Vorteil gereichen, dass die Herausforderer aus Drochtersen mit einem Spiel mehr in den Knochen an die Lohmühle reisen werden: 48 Stunden zuvor nämlich werden die „Drosseln“ im Niedersachsenpokal gegen den VfL Osnabrück gefordert sein. (Quelle: VfB Lübeck) www.unserort.de/Luebeck
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