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Holzkohlegrill gehört nicht ins Wohnzimmer

Kreis warnt

(PK) Ein lauschiger Sommerabend im Garten, Köstlichkeiten auf dem Grill – so lässt es sich leben. Und weil’s so schön ist, grillen viele im Winter weiter. Doch dies kann gefährlich werden, wie der Amtsarzt des Kreises Unna, Dr. Bernhard Jungnitz betont.

Da Grillen schön, der Winter aber kalt ist, wechseln Grillfreunde auch mal von draußen in einen geschützten Raum und nehmen den Holzkohlegrill dorthin mit. Was dann passieren kann, veranschaulicht der Blick in die Statistik des Bundesinstitutes für Risikobewertung in Berlin. Hier melden Mediziner aus ganz Deutschland Fälle von Vergiftungen oder Verdachtsfälle auf Vergiftungen gemäß den Vorgaben des Chemikaliengesetzes. „Unter den im Jahr 2008 gemeldeten 32 Kohlenmonoxidvergiftungen im Innenraum gab es in elf Fällen einen Zusammenhang mit Holzkohlegrillen“, nennt Dr. Jungnitz ein paar Zahlen.

Kohlenmonoxid (CO) entsteht als Produkt unvollständiger Verbrennung von kohlenstoffhaltigem Material, z. B. beim Grillen mit Holzkohle. Bei mangelhafter Luftzufuhr, wie etwa in geschlossenen Räumen, ist der Anteil der unvollständigen Kohleverbrennung besonders hoch und damit das Risiko einer Kohlenmonoxid-Vergiftung erhöht.

Kohlenmonoxid ist geruchlos und gelangt über die Lunge ins Blut. Hier zeigt CO eine außergewöhnlich starke Bindungsfähigkeit an den roten Blutfarbstoff, dessen Aufgabe die Sauerstoffbindung und der Sauerstofftransport zu den Organen des Körpers ist. Gegenüber Sauerstoff besitzt CO eine etwa 200- bis 250-fach (beim noch Ungeborenen 600-fach) höhere Bindungskraft an den roten Blutfarbstoff als Sauerstoff. Schon bei einem CO-Anteil von 0,1 % in der Atemluft wird etwa die Hälfte des roten Blutfarbstoffes für Sauerstoffbindung und -transport blockiert und bei einem Atemluftanteil von über 1 % tritt innerhalb von ein bis zwei Minuten der Tod ein.

Vergiftungserscheinungen sind abhängig von der Vergiftungsintensität und beginnen mit Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrensausen, Sehstörungen, Erbrechen, Kurzatmigkeit, Muskelschwäche, Herzschlagbeschleunigung, hellrote oder blasse Hautverfärbung. Nach anfänglichen Erregungszuständen treten Bewusstseinseintrübungen und Koma, Krampfanfälle, Herzrhythmusstörungen, Kollaps und führen zu oberflächlicher Atmung, Übersäuerung des Blutes, Atemlähmung und schließlich zum Tode, wenn nicht frühzeitig Behandlungsmaßnahmen eingeleitet werden.

Vor diesem Hintergrund ist die Botschaft von Amtsarzt Dr. Jungnitz eindeutig: „Ein Holzkohlegrill darf wegen der Gefahr der Kohlenmonoxidvergiftung nicht in geschlossenen Räumen betrieben werden.“ Wer winterliches Grillvergnügen und warme Füße haben möchte, muss sich nicht in verzicht üben. „Für das Grillen in geschlossenen Räumen eignen sich elektrisch betriebene Tischgrills gut“, hat Dr. Jungnitz einen Tipp für gesundes Grillen parat.

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Veröffentlicht
10. Februar 2010, 13:55
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