Sag uns, was los ist:

(ots) /- Besser hätte das Wetter hätte am vergangenen Wochenende für den Auftakt in die Motorradsaison nicht sein können. Sonnenschein und warme Temperaturen lockten unzählige Motorradfahrer auf die Straßen und machten den Saisonauftakt perfekt. Doch so schön das Hobby auch ist - bringt es doch einige Risiken mit sich. So verfügen Motorradfahrer bei Verkehrsunfällen naturgemäß über deutlich weniger Schutz als Autofahrer. Zudem besteht die Gefahr, dass sie aufgrund dunkler Kleidung, einer schmalen Silhouette und höheren Fahrgeschwindigkeiten von anderen Verkehrsteilnehmern übersehen werden. Insbesondere zum Beginn der Saison müssen sich andere Verkehrsteilnehmer häufig wieder an die Motorradfahrer gewöhnen. Erst am Samstag, 06.04.19, ereignete sich auf der Bundesstraße 51 nahe Diepholz ein solcher Verkehrsunfall. Ein Autofahrer übersah gegen 15:30 Uhr beim Einbiegen auf die B 51 einen Motorradfahrer, welcher gerade einen Lieferwagen überholte. Der Autofahrer hatte zuvor in beide Richtungen nach möglichem nahenden Verkehr geschaut. Den Motorradfahrer nahm er dabei jedoch nicht wahr. Aufgrund dieses Fehlers kollidierten das Auto und das Motorrad frontal miteinander. Der Motorradfahrer hatte Glück und wurde nur leicht verletzt. Damit eben solche Verkehrsunfälle vermieden werden, nutzen Beamtinnen und Beamte der Polizeiinspektion Diepholz den Saisonauftakt für insbesondere präventive Maßnahmen. Die Verkehrssicherheitsberaterin Polizeikommissarin Lena Steinbrecher beteiligte sich gemeinsam mit zwei Beamten des Polizeikommissariats Syke am Bikers Bruch der Fa. Lohrig und Kölle in Syke/Schnepke. Mithilfe eines Infostandes ergriffen sie dort die Möglichkeit, mit einer Vielzahl an Bikern aus ganz Deutschland in Kontakt zu kommen. Zentrales Thema der Gespräche war eine sichere Motorradbekleidung. Diese schützt nicht nur vor schweren Verletzungen, sondern mittels auffälliger Farben auch die Erkennbarkeit der Biker erhöhen. Zum anderen sensibilisierten die Beamten die Motorradfahrer, sich und ihre Maschinen nach der langen Winterpause wieder fit zu machen. Dazu zählt zum einen die technische Sicherheit des Motorrades, welche durch eine Fachwerkstatt sichergestellt werden kann. Für die persönliche Fahrsicherheit empfahlen die Beamten erste Übungsfahrten auf größeren Parkplätzen oder ungefährlichen Straßenabschnitten. Wer sich besonders gut vorbereiten möchte, nimmt an einem Fahrsicherheitstraining teil. Ein Training, welches nicht nur schult, sondern auch jede Menge Fahrspaß mit sich bringt. Im Landkreis Diepholz bieten die Verkehrswacht Grafschaft Diepholz auf dem Fliegerhorst und die Fa. DWA Racing auf der Kartbahn in Bassum entsprechende Kurse an. Parallel zu dem Infostand stellte die Polizeiinspektion Diepholz ein Unfalldenkmal der Stiftung zur Vermeidung von Verkehrsunfallopfern aus Frankfurt/M auf. Dabei handelt es sich um ein Unfallmotorrad, welches auf einem Anhänger platziert wurde. Aktuell können Verkehrsteilnehmer es an der B51 zwischen Diepholz und Lembruch sehen. In den kommenden Wochen wird es an den verschiedensten Orten im Landkreis platziert. Neben den präventiven Aktionen, die Motorradfahrer zum Nachdenken anregen sollen, wurden am vergangenen Wochenende zahlreiche Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Aufgrund der Unfallhäufung waren von den Kontrollen die bekannten Motorradstrecken rund um Syke betroffen. Von Freitag bis Sonntag waren täglich fünfzehn Beamtinnen und Beamte mit insgesamt drei Radarmessgeräten und fünf Messtrupps mit Handlasergeschwindigkeitsmessgeräten im Einsatz. Unterstützt wurden sie dabei vom Landkreis Diepholz. Die sonst überwiegend zur Sicherung der Schulwege eingesetzten Radarwagen wurden jetzt auf den Strecken eingesetzt, auf denen sich in den letzten Jahren auffallend viele Verkehrsunfälle mit Motorrädern ereigneten. Um die ertappten Sünder unmittelbar zur Verantwortung zu ziehen, wurde jeder Radarwagen des Landkreises durch Beamte der Polizei unterstützt. Diese hielten die Verkehrsteilnehmer nach der Messung an und führten Gespräche mit diesen. Am Samstag wurde die Aktion beratend durch einen Kfz-Sachverständigen für motorisierte Zweiräder unterstützt. Gemeinsam mit zwei Polizeibeamtinnen wurden 120 Motorräder auf Einhaltung der technischen Vorschriften kontrolliert. Das Ergebnis dieser Technikkontrollen (Ein Bußgeldverfahren und vier Mängelmeldungen für kleinere Verstöße) spiegelt das Gesamtergebnis der Aktion wieder: Die Motorradfahrer im Landkreis Diepholz verhielten sich trotz kleinerer Geschwindigkeitsüberschreitungen am Wochenende überwiegend vernünftig. Typisches "Motorradrowdies" gingen der Polizei nicht ins Netz. Einen traurigen Rekord gibt es dennoch zu berichten - Die Polizeibeamten zogen einen 22-jährigen Porschefahrer aus dem Verkehr, welcher mit 204 km/h auf der Landesstraße 202 im Bereich Affinghausen unterwegs war. Erlaubt sind dort lediglich 100 km/h. Neben einem Bußgeld von 600 Euro und zwei Punkten im Verkehrszentralregister wird der junge Mann drei Monate ohne Führerschein leben müssen. Die Aktionen vom Wochenende werden in regelmäßigen Abständen wiederholt. Wobei es nicht darum geht, die deutlich überwiegende Mehrzahl an Verkehrsteilnehmern zu ärgern, die sich richtig verhalten. Vielmehr soll der geringe Anteil an Verkehrsteilnehmern erwischt werden, der rücksichtslos und egoistisch am Straßenverkehr teilnimmt. Denn am Ende bedeutet jeder verhinderte Verkehrsunfall für Ersthelfer, Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei weniger traumatische Bilder und weniger schlimme Nachrichten, die überbracht werden müssen.
mehr