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Weihnachtsmärkte, Tannenzweige, kleine Lichter – endlich ist es wieder soweit, morgen beginnt die Adventszeit! Doch was wäre die vorweihnachtliche Zeit ohne den Adventskalender? Das Warten auf Heiligabend wäre für die Kinder vermutlich unerträglich und würde viel weniger Freude bereiten. Aus diesem Grund wurden Eltern schon vor 200 Jahren kreativ und überlegten, wie sie ihren Sprösslingen die Zeit bis Heiligabend greifbarer machen können. # Die Tage bis Heiligabend zählen Zunächst gab es zwei Varianten. Es wurde jeden Tag ein christliches Bild aufgehängt oder man malte 24 Kreidestriche an die Wand, von denen jeden Tag einer weggewischt wurde. Um die weihnachtliche Stimmung zu verbessern und den „Kalender“ kinderfreundlicher zu gestalten, begann man gemeinsam Tannenbäumchen zu basteln. Jeden Tag wurden Fähnchen mit Bibelversen oder Sterne aufgehängt, später benutzte man Kerzen. Diese symbolisierten die Ankunft des Lichtes der Welt, also die Ankunft Jesu. Es dauerte nicht lange und es wurden immer mehr Varianten entwickelt. Der Vorläufer des Adventskalenders wurde 1902 in Form einer Weihnachtsuhr gedruckt. Sie bestand aus zwölf oder 24 Abschnitten, in denen Bibelverse und Liedtexte standen. # Kalender mit Naschereien Der Erfinder des Adventskalenders, wie wir ihn jetzt kennen, - Gerhard Lang (1881-1974) - hat die Inspiration seiner Mutter zu verdanken. Diese schenkte ihrem Sohn eine Box mit 24 Plätzchen. Diesen Einfall setzte Lang in Form eines Weihnachtskalenders um. Er bestand aus einem Karton mit 24 Bildern zum Ausschneiden und einem Bogen mit 24 Feldern, die jeweils mit einem Vers bedruckt waren. Jeden Tag sollte ein Bild ausgeschnitten und auf ein Feld geklebt werden. Als Lang 1908 seinen eigenen Adventskalender in Hamburg druckte, hatte er viel Erfolg. Er überlegte sich immer mehr Varianten, beispielsweise den bekannte Schokoladenkalender mit Türchen. In den 1930er Jahren war der Adventskalender dann in Deutschland weit verbreitet. Teilweise war er auch in Österreich und der Schweiz bekannt. # Die Abschaffung des Advents Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde die Produktion der Adventskalender eingestellt. Ersatzweise gab es einen nationalsozialistischen Kalender, ohne christlich-religiöse Motive. Erzählungen, Lieder und Sprüche sollten die nationalsozialistische Ideologie vermitteln. Aus Advent wurde "Vorweihnachten" und aus dem Christuskind ein "Lichtkind". Als 1942 immer mehr Deutsche an den Fronten des Zweiten Weltkrieg fielen, enthielt der Kalender immer häufiger auch militärische Inhalte, die die Moral stärken sollten. Nach dem Krieg wurde der Adventskalender wieder eingeführt. Schon 1945 ging der erste wieder über die Ladentheke und der Brauch verbreitete sich auch in anderen christlichen Ländern. # # Der Adventskalender wird zur Massenware Heute wird der Adventskalender in Deutschland millionenfach produziert, die Hälfte wird sogar ins Ausland exportiert. Das Spektrum des Inhalts reicht von Tees über Parfums und Pflegeprodukten bis hin zu Bier. Außerdem werden, wie früher, viele Kalender selbstgemacht und verschenkt. Nicht nur Kinder bekommen einen Adventskalender, auch die Erwachsenen freuen sich über die kleinen Überraschungen. Die Form und Art des Kalenders mag sich geändert haben - der Gedanke dahinter ist gleich geblieben. Man hat immer im Blick wie lange es noch bis Weihnachten dauert. Dass jeden Tag ein kleines Geschenk auf einen wartet, macht die „lange“ Zeit bis Heiligabend doch auch viel erträglicher. (Meike Thierfeldt)
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