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Troisdorf mit Highspeed-Datenautobahn

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Troisdorf mit Highspeed-Datenautobahn

Highlights aus 50 Jahren Troisdorf

Während Troisdorf 50 erfolgreiche Jahre feiert, begibt sich die Stadt mit dem Ausbau eines hochleistungsfähigen digitalen Glasfasernetzes auf die Reise in die nächsten Jahrzehnte. "Jeti" heißt das Projekt. Diese Abkürzung steht für "Jetzt Endlich Telefonie und Internet" und jeder Buchstabe ist gewissen Zahlen auf dem Telefon zugeordnet 5-3-8-4, was der Troisdorfer Postleitzahl entspricht. Die Troisdorfer Highspeed-Internet-Offensive steht unter der Regie der TroiLine GmbH. Diese Kommunikations-Dienstleistungsgesellschaft ist eine Tochter des von Stadtwerke-Chefin Andrea Vogt geführten TroiKomm-Konzerns. Ab Januar 2020 wird zunächst für Geschäftskunden eine Internetgeschwindigkeit von 1.000 Mbit/s zur Verfügung stehen.

Für einen attraktiven Standort

Zum Breitbandausbau erklärte Vogt in einem Interview mit dem Unternehmer-Club pro Troisdorf: "Wir brauchen in Troisdorf eine flächendeckende Versorgung mit Breitband, um auch zukünftig als Standort für Unternehmen und Wohnort für junge Menschen attraktiv zu sein. Daher hat der städtische TroiKomm-Konzern vom Stadtrat den Auftrag erhalten, die Versorgung mit schnellem Breitband voranzubringen. Das wiederum schafft Synergien für die Stadtwerke. Denn die Bürger schätzen es, wenn sie Wasser, Gas, Strom und Telekommunikationsprodukte aus einer Hand bekommen und nur einen Ansprechpartner haben." Sie verspricht: "Wir versorgen Troisdorf mit dem schnellsten am Markt verfügbaren Internet und schaffen damit einen deutlichen Standort- und Wettbewerbsvorteil."

Die Arbeiten am neuen schnellen Glasfasernetz in Troisdorf haben nach Planungsbeginn im September 2018 dann Anfang April 2019 begonnen. "Wir liegen voll im Zeitplan. 17 von für dieses Jahr geplanten 30 Kilometern Kabeltrasse sind bereits verlegt", erklärt Michael Schmidt von der TroiLine. Der IT-Projektleiter ist Verantwortlicher für den Highspeed-Ausbau. Die bauliche Seite begleitet Netzplaner Patrick Horn von den Stadtwerken Troisdorf.

Kabel für Jahrzehnte

Die tatsächliche Länge der verlegten Kabel ist, wenn man die einzelnen Glasfasern betrachtet, wesentlich höher. Denn auf einem Kilometer Trasse laufen mehrere Glasfasern in einem Kabel parallel. Projektleiter Schmidt: "Ein Kabel, das wir gerade in Oberlar verlegen, enthält bis zu 288 Einzelfasern, die jedes für sich jeweils eine einzelne Datenautobahn darstellt. Die Kapazität der Kabel, die wir jetzt verlegen, wird für Jahrzehnte reichen."

Das neue Highspeed-Netz wird im Januar 2020 live geschaltet. "Angesprochen werden vorrangig Geschäftskunden", so TroiLine-Projektleiter Schmidt. Im ersten Bauabschnitt werden folgende Gebiete erschlossen sein:

• IndustrieStadtpark in Troisdorf-Mitte

• Biberwerg und Redcarstraße/Langbaurghstraße in Spich

• Rotter Viehtrift/Luxemburger Straße in Spich/Oberlar

• Airport Gewerbepark Junkersring in Kriegsdorf

Positive Resonanz der Unternehmen

Michael Schmidt: "Die Resonanz im Kreis der Unternehmen ist sehr positiv. Verschiedene international aktive Unternehmen haben dringenden Bedarf angemeldet und bereits auch Produktverträge geschlossen. Wer sich bis Jahresende dafür entscheidet, am neuen Highspeed-Internet-Angebot teilzunehmen, dem wird der Hausanschluss übrigens kostenlos hergestellt."

Das vorhandene Leitungsnetz ist in Zukunft auch in der Lage, bis zu 10 Gbit/s zu leisten. Patrick Horn: "Diese Geschwindigkeitssteigerung lässt sich ohne weitere Tiefbaumaßnahmen lediglich durch Anpassungen der aktiven Technik erreichen." Im Lauf des Jahres 2020 sollen auch die Stadtteile Sieglar und Oberlar ans Highspeed-Internet angeschlossen werden.

Internationale Vernetzung

Schnelles Internet und Industrie 4.0: Treiber des Bedarfs im gewerblichen Bereich sind eine wachsende Zahl von Cloud-Anwendungen sowie die zunehmende internationale Vernetzung von Produktions- und sonstigen Geschäftsprozessen. In Troisdorf sind beispielsweise mit DHL, Gerflor, HSP und anderen zahlreiche global aktive Unternehmen ansässig. Breitband-Manager Schmidt: "Auch im Alltag wächst die Zahl der vernetzten Anwendungen, wie zum Beispiel Cloud-Applikationen, High-Speed-Online-Gaming, E-Learning, Telemedizin, Online Streaming und auch Videokonferenzen. Alles das summiert sich und stellt neue Anforderungen an die Bandbreite von Datenleitungen." Die Bundesnetzagentur rechnet damit, dass sich die Datenmengen pro Festnetzanschluss von 80 Gigabyte (2017) auf 825 Gigabyte im Jahr 2025 verzehnfachen werden.

Vier Meter tief bohren

Das technische Vorgehen: Mit Bohrern arbeitet man sich in Tiefen bis zu vier Metern voran. Nach erfolgter Bohrung wird der Bohrer zurückgezogen und dabei gleichzeitig ein Leerrohr ins Bohrloch eingezogen. In dieses Leerrohr wird anschließend mit Druckluft das Glasfaser-Kabel eingeblasen. Die Wanddicke der Leerrohre beträgt zwei bis drei Millimeter. Sie sind resistent zum Beispiel gegen das Wurzelwerk von Bäumen. Zentrale Schnittstellen zum World Wide Web sind zwei Netzknotenpunkte, die sogenannten "PoP" - die Abkürzung steht für Points of Presence. Ein großer grauer Container auf dem Hof der Stadtwerke ist die zentrale Schnittstelle für das Glasfasernetz in Troisdorf zum Word Wide Web. Hier treffen die Glasfaserkabel mit ihren bis zu 1.000 Fasern ein. Von Kundenseite aus gehen die Internet-Verbindungen zu Multifunktionsgehäusen, graue Kästen, die vielerorts in der Stadt verteilt sind. Diese sind mit den PoP verbunden. Ein weiterer PoP steht in der Bonner Straße. Von hier aus findet die zweite Verbindung ins World Wide Web statt. Die beiden PoP arbeiten redundant - das heißt: Fällt einer aus, dann übernimmt der andere die Verbindungsaufgabe ins World Wide Web.

Unterschiedliche Bandbreiten

2020 sollen weitere 21 Kilometer Glasfaser in Teilen von Sieglar und Oberlar verlegt werden. Gewerbliche Endkunden können zwischen unterschiedlichen symmetrischen Bandbreiten wählen. Die monatlichen Kosten starten bei 50 Euro netto für den 50 Mbit/s-Anschluss, wobei ein Up- und Downstream von bis zu 1 GBit/s möglich ist. Warum Glasfaser? Glasfasernetze ermöglichen Daten-Geschwindigkeiten von mehreren Gigabit pro Sekunde. Die Geschwindigkeit bleibt auch auf langen Strecken konstant. Zudem sind sie unempfindlich gegenüber elektrischen und magnetischen Störfeldern und im Vergleich zu Kupferkabeln abhörsicherer.

Ort
Veröffentlicht
06. Dezember 2019, 04:14
Autor
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