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Stadtwerke Troisdorf kritisieren politisch motivierte Strompreissteigerungen

Geht es nach den Plänen von Bundeswirtschaftsminister Gabriel, die Netzentgelte bundesweit zu vereinheitlichen, so bedeutet dies für Troisdorfer Bürger und Unternehmen eine drastische Strompreiserhöhung. „Schon immer haben wir uns als Aktionär der Bürger verstanden und uns für transparente und vor allen Dingen faire Preise eingesetzt", so Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Blatzheim. Zunehmend werde das unternehmerische Versorgungskonzept im Sinne der Kunden jedoch negativ durch politische Entscheidungen beeinflusst.

Vereinheitlichung bedeutet zusätzliche Belastungen in NRW

Je nach Region fallen die Netzentgelte der einzelnen Übertragungsnetzbetreiber unterschiedlich hoch aus, da sie beispielsweise von städtischen Konzessionsabgaben und der individuellen Netzstruktur vor dem Hintergrund der Versorgungssicherheit beeinflusst werden. Von Gabriels angedachter Vereinheitlichung profitieren zwar einige Bundesländer. NRW, das in den letzten Jahren besser als manch anderes Bundesland gewirtschaftet und seine Netze ausgebaut hat, wäre jedoch ein klarer Verlierer.

Versorger wie die Stadtwerke Troisdorf wären gezwungen, die gestiegenen Netzentgelte an ihre Kunden weiterzugeben. Und das würde für einen durchschnittlichen 4-Personen-Haushalt in Troisdorf einer Mehrbelastung von rund zehn Euro gleichkommen.

Energiewende muss gemeinsames Ziel bleiben

Schon heute machen mit 74 Prozent diverse Steuern, Abgaben und Netzentgelte den Löwenanteil des Strompreises aus. Die durch eine vorausschauende Beschaffung erzielten Preisvorteile kommen kaum noch den Kunden zugute. „Hinsichtlich dieser staatlich veranlassten Umlagen und Entgelte muss dringend umgedacht und eine faire Kostenverteilung angestrebt werden", so Blatzheim. Es sei Kunden nur schwer bis gar nicht zu vermitteln, warum die Strompreise immer weiter steigen würden.

In Sachen Energiewende gehen die Stadtwerke Troisdorf schon lange mit gutem Beispiel voran, versorgen sie ihre Haushalts- und Kleingewerbekunden doch bereits seit 2010 mit 100 % Naturstrom ohne Aufpreis. Zudem haben sie zahlreiche Photovoltaik-Projekte realisiert und beheimaten in ihrem Stadtgebiet eine der größten Photovoltaik-Freiflächenanlagen NRWs. „Es kann und darf nicht sein, dass wir mit unserem Engagement für Nachhaltigkeit den Netzausbau in Regionen mitfinanzieren müssen, die aufgrund ihrer hohen EEG-Vergütungen ohnehin schon am stärksten von der Energiewende profitieren. Eine Netzentgelt-Vereinheitlichung - wie von Gabriel vorgeschlagen - können wir daher nicht gutheißen", resümiert Blatzheim.

SCHLAGWORTE:
Ort
Veröffentlicht
03. Dezember 2016, 00:00
Autor
Rautenberg Media Redaktion