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unserort.de präsentiert: Bon Secours Kamerun e.V. Meckenheimer Verein hilft in Afrika Mbalmayo/Kamerun, St. Luc Krankenhaus, Juni 2019. Seit zwei Tagen darf Madame Martine Ondoa wieder aus dem Krankenbett aufstehen und einige Schritte machen. Auf Krücken zwar, aber sie strahlt übers ganze Gesicht. "Je suis très heureuse!" Ich bin sehr glücklich, sagt sie und lacht. Und sie will so schnell wie möglich wieder arbeiten. Die Pfleger müssen sie immer wieder ermahnen, ihren operierten rechten Fuß nicht zu stark zu belasten. Madame Ondoa ist 65 Jahre alt, hat sechs Kinder und 26 Enkelkinder. Sie hat nicht nur die Kinder großgezogen, sondern auch täglich auf dem Feld gearbeitet und die Ernte auf dem Markt verkauft. Bis sie vor drei Monaten, große Bananenstauden auf den Schultern, mit dem Fuß umknickte und es trotz extremer Schmerzen noch irgendwie alleine ins nächste Dorf schaffte. Jemand brachte sie in ein Krankenhaus. Diagnose: Fuß gebrochen. Eine Operation in Kamerun wird in bar bezahlt. Oder abgestottert. Madame Ondoa hat nicht genug Geld, um den Fuß von einem Arzt behandeln zu lassen. Sie sucht deshalb einen Schamanen auf, der versucht, ihr zu helfen - aber das Gegenteil erreicht: der Knochenbruch verheilt nicht, sondern entzündet sich. Ein Dorfbewohner hat von einer OP-Kampagne für Patienten mit Knochenbrüchen gehört: CAMPAGNE DE SANTE MBALMAYO 2018. Im Krankenhaus St. Luc in Mbalmayo treffen sich für eine Woche Ärzte aus verschiedenen Krankenhäusern, um unentgeltlich zu operieren. Das Krankenhaus stellt die Räumlichkeiten, alles andere wird aus Spenden verschiedener Organisationen finanziert. So hat sich auch der Meckenheimer Hilfsverein BON SECOURS Kamerun e.V. mit knapp 3.000 Euro an den Kosten beteiligt. Dr. René Essomba vom Krankenhaus Bon Secours in Kameruns Hauptstadt Yaoundé ist der Initiator der Kampagne und einer der Operateure. Bisher wurden 30 Patienten erfolgreich operiert, allesamt mit meist sehr schwierigen Diagnosen in Folge, nicht oder falsch behandelter Knochenbrüche. Dr. Essomba setzt in zweierlei Hinsicht viel Hoffnung in das Projekt: "Bei allem Respekt vor den traditionellen Heilern: wir wollen und müssen das Bewusstsein der Patienten und ihres Umfelds dafür schärfen, dass oft nur von ausgebildeten Ärzten wirksame Hilfe geleistet werden kann. Eine Behandlung mit Kräutern und Salben bringt keine zwei Knochenenden zusammen." Zum anderen diene diese Kampagne auch zur Aus- und Weiterbildung der teilnehmenden Ärzte und Pfleger. "Wir operieren hier jeden Tag bis zu acht Patienten. Und anschließend sitzen wir bis in die Nacht zusammen und besprechen, was wir heute wie und warum operiert haben." Für Madame Ondoa ist es ein sehr guter Tag. Einer ihrer Enkel ist mit dem Moto-Taxi gekommen, um sie nach Hause zu holen. Noch zwei oder drei Wochen wird sie sich schonen müssen, bevor sie wieder aufs Feld kann. Sie kann es kaum erwarten. Das Moto-Taxi ächzt ein wenig, als sie aus der Einfahrt des St. Luc Krankenhauses herausfahren. Weitere Infos auf unserer Website:
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