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Fachtag Häusliche Gewalt

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Fachtag Häusliche Gewalt

Gemeinsam handeln und schützen

Rhein-Sieg-Kreis (rl). Es war kein einfaches Thema, dem sich die 120 Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung und Politik, von Polizei und Verbänden einen ganzen Tag widmeten: Häusliche Gewalt! Denn es ist nahezu unvorstellbar, dass im eigenen Zuhause psychische, physische, sexuelle und wirtschaftliche Gewalt zu finden ist. Und es sind keine Einzelfälle!

"Jede vierte Frau hat mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Partnerschaftsgewalt erlebt. Betroffen sind Frauen aller sozialen Schichten. Um häusliche Gewalt wirksam zu bekämpfen, ist die Zusammenarbeit aller Verantwortlichen in staatlichen und nicht-staatlichen Institutionen erforderlich." (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend).

"Ich bin sehr froh, dass der Runde Tisch gegen häusliche Gewalt im Rhein-Sieg-Kreis heute zu diesem Fachtag eingeladen hat", so Landrat Sebastian Schuster. "Gemeinsam müssen wir alles in unserer Macht stehende tun, dass das Zuhause immer ein Ort der Sicherheit bleibt. Ich danke Ihnen - im Sinne aller Betroffenen - für Ihr Engagement und wünsche Ihnen einen guten Veranstaltungsverlauf." Ziel war es, die Beteiligten zu einer verbindlichen Zusammenarbeit zu motivieren, um den Opferschutz zu verbessern. Dabei ging es auch um die Arbeit mit den Tätern, die letztendlich zum Schutz der Opfer unerlässliche ist. Der zweite Schwerpunkt des Fachtages beinhaltete die Zusammenarbeit in gerichtlichen Auseinandersetzungen: Der Schutz betroffener Kinder soll hier im Mittelpunkt stehen.

"Wir brauchen ein starkes Netzwerk aller Fachkräfte in der Region, denn ein starkes Netzwerk trägt wesentlich zum Schutz vor häuslicher Gewalt bei", sagte Brigitta Lindemann, Gleichstellungsbeauftragte des Rhein-Sieg-Kreises.

Und so hatte der Runde Tisch Fachleute aus zwei Regionen - München und Warendorf - eingeladen, in denen die Opferschutz-Netzwerke bereits weitergehende Vereinbarungen getroffen haben als sie in unserer Region derzeit bestehen. In beiden Modellregionen sind verbindliche Leitfäden zum Verfahrensablauf bei häuslicher Gewalt entwickelt worden. Insbesondere wird hier die Situation der betroffenen Kinder in den Blick genommen. Der Runde Tisch im Rhein-Sieg-Kreis strebt ebenfalls eine solche regionale verbindliche Vereinbarung an. "Mit dem heutigen Fachtag wollen wir einen ersten Schritt in diese Richtung gehen", so Brigitta Lindemann.

Runder Tisch gegen häusliche Gewalt im Rhein-Sieg-Kreis:

Im Rhein-Sieg-Kreis hat sich bereits im Jahr 2002 - nach Inkrafttreten des Gewaltschutzgesetzes - der Runde Tisch gegen häusliche Gewalt gegründet, um die Rahmenbedingungen für effektive Schutz- und Hilfsmaßnahmen für von häuslicher Gewalt betroffene Frauen und Kinder zu verbessern. Die Beteiligten - Vertreterinnen und Vertreter des Opferschutzes der Polizei, Frauenzentren und -häuser, Staatsanwaltschaft, Jugendämter, freier Verbände etc. - haben sich zu bestimmten Abläufen bei Fällen häuslicher Gewalt verabredet: so gibt die Polizei vor Ort die Kontaktdaten des Opfers (bei entsprechender Einwilligung) an die Frauenzentren im Rhein-Sieg-Kreis weiter, die dann wiederum sehr kurzfristig Kontakt mit dem Opfer aufnehmen und einen Beratungstermin vereinbaren.

Parallel dazu werden die Daten der Kinder an das zuständige Jugendamt weitergeleitet; von dort wird geprüft inwieweit eine Kindesgefährdung vorliegt.

Die übrigen Akteure im Runden Tisch unterstützen die Opfer durch weitergehende, spezifische Beratungsangebote.

Ort
Veröffentlicht
15. November 2019, 05:12
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