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Den Schwarzwald kurzerhand in die Aula verlegt... #### N.N. Theater gibt "Das kalte Herz“ und begeistert. Das N.N. Theater aus Köln hat sich in diesem Jahr der Saga "Das kalte Herz", dem Kernstück des Märchenalmanachs "Das Wirtshaus im Spessart" von Wilhelm Hauff angenommen. Am vergangenen Samstag bewies die Aufführung in der Steyler Aula - eine Regenfront zwang zum kurzfristigen Umzug der vollständig aufgebauten Open-Air Aufbauten und Stuhlreihen - die gute und dankbare Stückwahl des Ensembles. Mystische Sagenfiguren im finsteren Hochschwarzwald im Wettbewerb um das warme und schlagende Herz des verarmten und verzweifelten Köhlers Peter Munk, der nicht einmal Schuhe zum Tanzen hat. Leider gewinnt der böse Zauberer Holländer Michel gegen die Schatzhäuserin, obwohl diese dem Köhler wohlgesonnen ist. Aber auch die aufmunternden Worte der Schatzhäusererin: "Manch Köhler wurde ja schließlich schon Bundespräsident" reichen nicht aus, den verhängnisvollen Deal `Herz gegen Reichtum´ zu verhindern. Faust lässt grüßen. Reich wird der Köhler zwar, aber sein Herz aus Stein lässt ihn gefühllos, geizig und böse bis hin zum Mord an seiner gütige Frau Lisbeth werden. Die Geschichte ist zeitlos und aktuell zugleich. Jede Zeit hat ihre Gewinner und Verlierer. Das Ensemble bringt es mit einer eindrucksvollen Gesangsnummer wider den Kapitalismus entlarvend auf den Punkt: "Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht." Volltreffer. Das Stück ist maßgeschneidert für das N.N.Theater, das beeindruckend mit nur wenigen Hilfsmitteln ständig neue Szenarien auf der Bühne erschafft, wobei die Darsteller in mehreren Rollen ihr Können zeigen. Die nächsten Open-Air-Sommerabende dürfen kommen, das N.N. Theater hoffentlich auch. (hdp)
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LONGJOHN – Freestyle-Theater im Klostergarten #### Open-Air-Abend bei den Steylern entführt in den Wilden Westen Am vergangenen Wochenende war es wieder so weit: Am Freitag brachte das Kulturamt der Stadt Sankt Augustin im Rahmen der traditionell stattfindenden Open-Air-Sommerabende die Western-Parodie "Longjohn - Mann sein, das ist echt nicht einfach" auf die Bühne. Der Klostergarten der Steyler Missionare wurde zum Wilden Westen. Das vierköpfige Ensemble "Der weiße Knopf" aus Köln bot Freestyle-Theater, eine Mischung aus Comedy, Tanz, Artistik und Multimedia. Die Basis bilden dabei Playback-Sprech- und Musiksequenzen aus sage und schreibe 30 berühmten Westernfilmen mit bekannten Westernhelden wie Bud Spencer, Terence Hill und John Wayne. Wie geht das? Die vier Schauspieler lösen über kleine Trittschalter auf dem Bühnenboden die voreingestellten Tonsequenzen aus und führen synchron die passenden Handlungen wie wilde Verfolgungsjagden durch die Prärie oder Schlägereien im Saloon aus. Hier ist Koordination und detailliertes Schauspielern an der richtigen Stelle mit dem richtigen Trittschalter für den passenden Sound gefragt. Im Ergebnis wird die Bühne zum Kino, in das auch die Zuschauer interaktiv eingebunden wurden. Zu diesem Zweck wurden etwa Luftpolsterfolien für die Gäste verteilt, mit denen sich Hintergrundgeräusche erzeugen ließen. Insgesamt ein komischer Spaß nicht nur für Westernfans, auf den man sich aber einlassen muss, um ihn zu genießen und den Schauspielern in den Wilden Westen zu folgen, in dem Männer eben noch Männer sind. (hdp)
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