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Ein rätselhafter Schimmer #### Künstlerisch genialer Ausflug in das Berlin der 20er Jahre Was bitte ist eine poetische Amüsier-Schau, die dann auch noch begeistert? Nun, man nehme zuerst ein Künstlertrio wie das Trio Größenwahn, bestehend aus der Sängerin Lotta Stein, Christian Manchen am Piano und Christoph Kopp am Kontrabass, welches sich seit Jahren erfolgreich, weil virtuos und respektvoll den Klassikern der 20er und 30er Jahren widmet. Und dann unterlege man die Musikstücke mit Live-Zeichnungen, Scherenschnitten und grafischem "Klimbim" des Zeichners und Buchkünstlers Robert Nippoldt, der live und synchron mit der Musik die Zuhörer zu Zuschauern seiner Kunst auf einer großen Leinwand werden lässt. Während Robert Nippoldt an seinem für die gezeigte Vielfalt eigentlich kleinen Arbeitsplatz mit Stift, Tusche, Kreide, Schere, selbstgebastelten Flugzeugmodellen aus Papier und vorbereiteten Scherenschnittfiguren auf einem Leuchtkasten mit Kamera Bilder, Szenen, fast kleine Filmchen produziert, singt Lotta Chansons von Marlene Dietrich und Lieder aus der Dreigroschenoper. Im Ergebnis entführten die vier Künstler ihre Gäste in der Aula des Rhein-Sieg-Gymnasiums auf faszinierende Art in die Metropole Berlin der 20er Jahre, querbeet durch die Politik der Weimarer Republik, die UFA-Filmwelt mit dem Übergang zum Tonfilm und die Folgen der Weltwirtschaftskrise. Die so selbst genannte Amüsier-Show entwickelt sich zu einem immer wieder überraschenden, kreativen und dabei auch lehrreichen Besuch in die aktuell wieder intensiv beleuchtete Deutsche Geschichte vor 100 Jahren, Babylon Berlin lässt grüßen, nur dieses Mal auf faszinierend andere Art und Weise. Sicherlich ein Höhepunkt des diesjährigen Theaterabos der Stadt Sankt Augustin. (hdp)
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