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(ots) Trotz wiederkehrender Warnhinweise der Polizei vor der Betrugsmasche "Falsche Polizeibeamte" gelingt es Tätern immer wieder arglose Opfer zu finden. Gestern (12.11.2019) ging ihnen ein 83-Jähriger Mann aus Sankt Augustin in die Maschen. Um 09.00 Uhr begannen die ersten Anrufe. Es rief ein angeblicher Herr Engelhorst vom Raubdezernat KK 4 an und schilderte die bekannte Geschichte: Ein Mittäter einer Diebesbande sei auf frischer Tat festgenommen worden und bei der Durchsuchung wäre eine Liste mit potentiellen Einbruchszielen gefunden worden. Der Name des 83-Jährige stünde auf der Liste und sein Hab und Gut sei nun akut gefährdet. An dieser Stelle bauten die falschen Polizisten eine Variation ein und suggerierten ihrem Opfer, das sein erspartes Geld bei der Bank in Gefahr sei, da es Hinweise auf Unregelmäßigkeiten bei der Bank gäbe. Anschließend verfolgten sie ihren ursprünglichen Plan und boten an, das Ersparte des 83-Jährigen in polizeiliche Verwahrung zu nehmen. Der Senior wurde dann bis 14.00 Uhr annährend dauerhaft von den falschen Polizisten zu Hause und mobil telefonisch bedrängt. Er hob von seinem Sparbuch mit mehreren Abhebungen an unterschiedlichen Filialen 30.000 Euro ab. Der aufgebaute Druck der Täter war so hoch, dass er sogar eine Bankmitarbeiterin auf Nachfrage über den Grund der Abhebung belog. Die Täter ließen ihr Opfer zu einem Supermarktparkplatz "Am Engelsgraben" fahren und das Geld in einem Umschlag auf dem Hinterrad eines geparkten Autos ablegen. Als er zu Hause war, riefen die Täter erneut an und forderten weitere 16.000 Euro von seinen Konten. Dem kam der 83-Jährige aber nicht mehr nach. Ihm kamen Zweifel und er rief über den Polizeiruf 110 bei der richtigen Polizei an. Der aktuelle Fall macht deutlich, dass Opfer dieser Betrugsart von den Tätern mühelos dazu gebracht werden, hohe Geldbeträge auszuhändigen. Dies gelingt den Betrügern durch eine überzeugende Mischung von scheinbarer Vertrauenswürdigkeit und dem Erzeugen von Ängsten. Daher rät die Polizei, wenn Sie selbst angerufen werden: Falls Sie in Ihrem Telefondisplay die Rufnummer der Polizei (110) ggf. mit einer Vorwahl sehen sollten, dann handelt es sich nicht um einen Anruf der Polizei. Bei einem Anruf der Polizei erscheint nie die Rufnummer 110 in Ihrem Telefondisplay. Gibt sich ein Anrufer als Polizeibeamtin oder Polizeibeamter aus, lassen Sie sich den Namen nennen, legen Sie auf und wählen dann selbst die 110. Schildern Sie der Polizei den Sachverhalt. Geben Sie unbekannten Personen keine Auskünfte über Ihre Vermögensverhältnisse oder andere sensible Daten. Öffnen Sie unbekannten Personen niemals die Tür oder ziehen Sie eine Vertrauensperson hinzu. Übergeben Sie unbekannten Personen NIEMALS Geld oder Wertsachen, auch nicht Boten oder angeblichen Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern der Polizei, Staatsanwaltschaften, Gerichten oder Geldinstituten. Wenn Sie Opfer eines solchen Anrufes geworden sind, wenden Sie sich in jedem Fall an die Polizei und erstatten Sie eine Anzeige. Bei Fragen helfen Ihnen die im Opferschutz besonders geschulten Beamtinnen und Beamten Ihrer örtlichen Polizei gerne (Tel: 02241 541-4777)! Informieren Sie sich auch auf unserer Internetseite: https://rhein-sieg-kreis.polizei.nrw/artikel/falsche-polizei-am-telefon-0 (Bi)
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