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Hennef und Eitorf reagieren auf „Korridorstudie Mittelrhein"

(dmg) Mehr Güterverkehr auf der Bahnstrecke entlang der Sieg? Diese Frage geistert seit kurzem durch die öffentliche Diskussion. Nach genauerer Analyse hat man sich in Hennef und Eitorf eine Meinung gebildet und in einem gemeinsamen Schreiben der Bürgermeister Klaus Pipke und Dr. Rüdiger Storch an das Bundesverkehrsministerium gesendet.

Grund für die Unruhe bei diesem Thema ist eine verkehrliche Konzeption für den Eisenbahnkorridor Mittelrheinachse - Rhein/Main - Rhein/Neckar - Karlsruhe, kurz „Korridorstudie Mittelrhein", die das Bundesverkehrsministerium in Auftrag gegeben hatte. Die Gutachtergemeinschaft hatte am 10. März 2015 ihren Abschlussbericht vorgelegt. Bis Mai konnten die Kommunen sowie allen interessierten Bürger ihre Stellungnahme zu der Konzeption abgeben. Das Ergebnis der Studie und die eingegangenen Kommentare fließen dann in den neuen Bundesverkehrswegeplan ein, so das Ministerium auf seiner Website (http://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/G/korridor-mittelrhein.html).

Der Grund für die Studie war, dass die Güterstrecke entlang des Rheins eine der am stärksten befahrenen Schienenstrecken Europas ist, auf der die Güterzüge zwischen den großen Umschlaghäfen Rotterdam und Genua verkehren und zahlreiche Industriestandorte versorgen. Für den Korridor zwischen Köln und Karlsruhe erwarten die Verkehrsexperten des Ministeriums die nächsten Jahre erhebliche Verkehrszuwächse. Die Gutachter schlagen für unsere Region mittelfristig die Herstellung der durchgehenden Zweigleisigkeit zwischen Troisdorf und Siegen vor. Durch den Ausbau soll ein Teil der Güterzüge aus dem Mittelrheintal herausgenommen werden. Im Bereich der Ausbaumaßnahmen sollen an der Siegstrecke die erforderlichen Schallschutzmaßnahmen vorgesehen werden.

„Entstehende Lärmbelastung für die Anwohner ist nicht hinnehmbar"

„Nach der Studie könnten täglich bis zu 122 Güterzüge zusätzlich zu dem vorhandenen schienengebundenen Personennahverkehr je Richtung (gesamt also 244) die Strecke befahren. Die dadurch entstehende Lärmbelastung für die Anwohner im Siegtal ist nicht hinnehmbar", so Klaus Pipke und Dr. Rüdiger Storch. Weiter schreiben die Bürgermeister: „Neben der enormen Lärmbelastung ist aber auch die trennende Wirkung von beschrankten Bahnübergängen auf der Strecke zu berücksichtigen. Die daraus resultierenden Verkehrsprobleme auf der Straße sind nicht zu unterschätzen. In Hennef haben wir noch zwei beschrankte Bahnübergänge im Zentralort, in Eitorf sind es schon vier im Zentralort."

Pipke und Storch weisen auch auf die Bedeutung des Tourismus hin: „Weiter haben wir in den letzten Jahren große Anstrengungen unternommen, unser Siegtal mit dem Natursteig Sieg und dem Siegtalradweg für den sanften Tourismus auszubauen. Diese positive Entwicklung in unserer Region darf nicht aufs Spiel gesetzt werden."

Zuletzt mahnen sie eine Beteiligung der Kommunen beim weiteren Planungsprozess an, „damit wir für unsere Bürger einen ausreichenden Schutz gewährleisten können."

Hennefs Bürgermeister Klaus Pipke hat bereits zuvor deutlich gemacht: „Es ist meines Erachtens nicht möglich, den Güterverkehr auf Kosten der Anwohner im Siegtal auszubauen. Die Strecke, die von Troisdorf bis Windeck unmittelbar und mitten durch alle Kommunen und durch das Landschaftsschutzgebiet verläuft, ist völlig ungeeignet für ein solches Vorhaben!"

Pipke erinnerte auch noch einmal an die Ortsumgehung Uckerath: „Die B8 ist seit langem ebenfalls ganz erheblich überlastet, 17.000 Fahrzeuge rollen täglich durch Uckerath. Hier kämpfen wir seit Jahren für eine Lösung. Eine weitere Belastung Hennefs und der Bürgerinnen und Bürger im östlichen Rhein-Sieg-Kreis ist nicht zu vertreten.

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Veröffentlicht
12. Juni 2015, 00:00
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