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Leidenschaft für historische Traktoren Altmaschinenfreunde richten riesiges Treffen auf dem Mühlengelände aus LEVERN (hm). Alle zwei Jahre treffen sich im beschaulichen Levern Alttraktoren-Fans. Am Wochenende traf sich geballte Leidenschaft für Fendt, Hanomag, Deutz, Lanz, Normag und all die anderen großen deutschen Marken aus der Wirtschaftswunderzeit. Das inzwischen 13. Treffen der ganzen Bandbreite historischer Traktoren lockte neben faszinierten Fahrern gleichermaßen neugierige Besucher in das idyllische Dorf am Stiftshügel. Aus dem hohen Norden genauso wie aus Bayern oder den angrenzenden Niederlanden waren die Fahrer mit ihren historischen knatternden Schätzchen angereist und präsentierten die blankpolierten roten, grünen oder blauen Prachtexemplare unter den Mühlenflügeln. Besucher strömten in Scharen auf das Gelände an der Leverner Mühle, um sich von den nostalgischen Schätzchen faszinieren zu lassen. Die Leverner Altmaschinenfreunde konnten es im Jahr ihres 25-jährigen Bestehens selbst kaum fassen, wie beliebt ihre Großveranstaltung mittlerweile ist. Auch für das Unterhaltungsprogramm hatten die Altmaschinenfreunde alle Register gezogen. Dämperball, Tombola, gemeinsames Frühstück, Verkaufsstände und auch die Verköstigung der Besucher ließ nicht zu wünschen übrig. Die Kinder waren mit Bastelaktionen und in der Sandmulde, falls sie sich von den Treckern lossagen konnten, bestens unterhalten und Workshops für die Erwachsenen gaben Einblick in die faszinierende Technik der alten Traktoren. Auf dem benachbarten Acker knatterten die Oldies bei herkömmlicher Feldarbeit. Am Sonntagvormittag sorgte ein weiterer Höhepunkt für viele Schaulustige. Das Wettheizen der Bulldogs und der anschließende Mühlentag beendeten das dreitägige Spektakel.
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Ein Gläschen zum Runterkommen Blaues Kreuz Stemweder Berg in der evangelischen Kirche (BKE) besteht seit 40 Jahren DIELINGEN (hm). "Ein Gläschen zum Runterkommen am Abend", so hätte damals alles angefangen, erzählte Petra Cailliez. Rotwein sei ihr Einstieg in ein gewaltiges Suchtproblem gewesen. Heute ist sie "Clean" und statt Wein gibt's Wasser. "Am Anfang war es das Gläschen Rotwein abends nach getaner Arbeit. Aber der Körper wollte immer mehr", berichtet Petra Cailliez. Die 55-jährige Bohmterin trank immer mehr. "Am Ende auch harte Spirituosen." Es sei ihre Familie gewesen, die sie immer häufiger mit ihrem Suchtproblem konfrontierte. "Natürlich haben sie unter der täglich betrunkenen Mutter gelitten", so Cailliez. Gemeinsam fassten sie den Entschluss, dass etwas passieren musste und Petra Cailliez entschied sich zu einer Entgiftung unter ärztlicher Aufsicht. "Das hat gut geklappt", sagt sie heute, aber ohne die Selbsthilfegruppe des Blauen Kreuzes Stemweder Berg in der evangelischen Kirche (BKE) wäre sie längst rückfällig geworden. "Hier hat man mir damals geholfen, die Zeit von der Entgiftung bis zum Beginn der Therapie zu überbrücken", so Cailliez. Das war 2014 und sie ist noch heute dabei. Das BKE Stemweder Berg feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen. Seither kann die Selbsthilfegruppe auf eine Vielzahl an Erfolgen zurückblicken. Unzählige Menschen mit Suchtproblemen und deren Angehörige fanden hier den notwendigen Halt, um dem Leben eine Wende zu geben. "Wir sind wie eine große Familie", sagt Hartmut Willmann, Leiter der Stemweder Gruppe und selbst Betroffener. Auch er sei durch seinen übermäßigen Alkoholkonsum zu der Gruppe gestoßen und ist froh, mit der Gruppe gleichgesinnte Freunde gefunden zu haben. Es sei so wertvoll, wenn man am Tiefpunkt des Lebens angekommen sei, in der Gruppe einen kleinen Funken Hoffnung zu erleben, sind sich die Mitglieder einig. "Unsere zweite Familie eben!" Gegründet wurde das BKE in Stemwede vor vier Jahrzehnten von Horst Brinkmeier sowie den inzwischen verstorbenen Paul Sellig und Wilhelm Dullweber, der damals auch dafür sorgte, dass die Gruppe im Haldemer Gemeindehaus einen Treffpunkt erhielt. Seither treffen sich die Betroffenen jeden Dienstag von 20 bis 22 Uhr dort, auch in den Ferienzeiten. "Die Tür steht für jeden offen, egal welcher Hautfarbe oder Religion", laden die Mitglieder ein. "Wir sind da und reichen euch die Hand." Alles was besprochen wird bleibt im Raum. Neben den Gruppengesprächen finden auch allerlei Aktivitäten, Fahrradtouren, Wandern, Spieleabende oder Seminare statt. Im Laufe der Jahre haben sich 2018 auch eine Drogengruppe sowie eine Angehörigengruppe herauskristallisiert. Edwin Michl leitet die Drogengruppe. Er selbst habe im Alter von 20 Jahren zehn Jahre lang Drogen konsumiert. Nach einem Entzug war er "Clean", verfiel aber fünf Jahre später der Spielsucht. "Ich war ganz am Ende", gibt der 53-Jährige aus Damme unvermittelt zu. Auch er hatte Halt in der Selbsthilfegruppe des BKE gefunden. "Die Einsicht muss beim Süchtigen vorhanden sein", erklärt er, sonst sei alle Mühe vergebens. Auch nach einer Entgiftung brauche zwar der Körper keinen Alkohol mehr, aber: "Der Kopf spielt noch lange nicht mit!" Genau hier greife die Selbsthilfegruppe und das BKE ist kompetenter Ansprechpartner, für alle die aus der Sucht heraus wollen und ihrem Leben so einen neuen Sinn geben wollen. Jetzt wurde das Jubiläum zunächst öffentlich für alle Interessierten am Dielinger Gemeindehaus gefeiert, am Abend intern mit offiziellen Gästen des BKE im Gasthaus Rosengarten in Haldem.
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