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Grußwort des Bürgermeisters der Stadt Rheinbach Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger des Rhein-Sieg-Kreises, als Bürgermeister der Stadt Rheinbach und Sprecher der Bürgermeister im Rhein-Sieg-Kreis schließe ich mich selbstverständlich den Glückwünschen zum 50-jährigen Bestehen des Rhein-Sieg-Kreises an. Was am 1. August 1969 als künstliches Konstrukt ins Leben gerufen wurde, hat sich insgesamt doch zur Erfolgsgeschichte entwickelt. Der von Kritikern spöttisch als "Halskrausenkreis" bezeichnete Rhein-Sieg-Kreis, hat sich in unmittelbarer Nähe zu der rheinischen Metropole Köln und der Bundesstadt Bonn nicht nur behauptet, er hat sich auch in beachtenswerter Weise weiter entwickelt. Dabei war der Start durchaus nicht einfach, wie Ehrenlandrat Dr. Franz Möller, der den Aufstieg des Rhein-Sieg-Kreises von 1974 bis zur Kommunalreform im Jahr 1999 über mitgestaltet hat, als Zeitzeuge zu berichten wusste. Es galt allerorts zahlreiche Bedenken, Vorurteile und sogar Ressentiments auszuräumen. Für Rheinbach bedeutete diese Gebietsreform nach 1816, als man von Preußen zum Kreis erhoben wurde und 1932, als der Kreis Rheinbach im Kreis Euskirchen und dem Landkreis Bonn aufging, die dritte einschneidende Veränderung. Natürlich gab es auch in Rheinbach und seinen Ortschaften zahlreiche Stimmen, die lieber im Landkreis Bonn verblieben wären. Aus heutiger Sicht ist dies auch ein Stück weit nachvollziehbar, lag Siegburg nach dem damaligen Verständnis doch "am anderen Ende der Welt". Der Ausbau der Autobahnen und des Öffentlichen Personennahverkehrs hatte zwischenzeitlich dazu geführt, dass dieses Argument nicht mehr angeführt wurde. Allerdings werfen die immense Zunahme des Güter- und Individualverkehrs und der Sanierungsstau im Straßenverkehr, gerade auf den die Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises verbindenden Autobahnen über den Rhein, ernst zu nehmende Probleme auf, die insbesondere den Pendlern spürbar zum Nachteil gereichen. Insofern ist die sogenannte Südtangente in Bonn wieder ein Thema bei den Verkehrsplanern. Darüber hinaus wird der Bau einer neuen Rheinbrücke zwischen Wesseling und Niederkassel bis 2030 ein überregional bedeutendes Verkehrsprojekt für unseren Kreis. Zum Erfolg des Rhein-Sieg-Kreises haben sicherlich auch die stabilen politischen Verhältnisse und eine ausgeprägte personelle Kontinuität geführt. Als Oberkreisdirektoren lenkten Paul Kieras (1969 bis 1983), Walter Kiwit (1983 bis 1995) und Frithjof Kühn (1995 bis 1999) die Geschicke der Kreisverwaltung. Frithjof Kühn wurde dann 1999 zum ersten hauptamtlichen Landrat gewählt, führte dieses Amt bis 2014 aus, ehe Sebastian Schuster von den Bürgerinnen und Bürger des Rhein-Sieg-Kreises gewählt wurde. Auch wenn es aus heutiger Sicht sehr lange her ist, legte den Grundstein für die rasante Entwicklung des Rhein-Sieg-Kreises aber eigentlich Konrad Adenauer. Als Vorsitzender des Parlamentarischen Rates hatte er Einfluss auf die Frage, an welchem Standort der vorläufige Sitz von Parlament und Regierung sein sollte. Die Wahl fiel mit 33 zu 29 Stimmen denkbar knapp auf Bonn. Von dieser Entscheidung haben die Region und der Rhein-Sieg-Kreis mit seinen 19 Kommunen über vier Jahrzehnte sehr stark profitiert. Insofern war man dies- und jenseits der Rheins natürlich betroffen, als der Deutsche Bundestag am 20. Juni 1991 mit dem sogenannten "Hauptstadtbeschluss" bestimmte, dass sein Sitz von Bonn nach Berlin verlegt wird. Es ist der Wachsamkeit und Hartnäckigkeit der seinerzeit und noch heute handelnden Akteure zu verdanken, dass uns daraus kein dauerhafter Nachteil erwachsen ist. Gleichwohl gilt es auch weiterhin penibel auf die Einhaltung des Bonn-Berlin-Beschluss zu achten und möglichen Fehlentwicklungen entgegenzuwirken. Dass wir heute in einer, für Deutschland und unser Bundesland Nordrhein-Westfalen vergleichsweise komfortablen Situation sind, hat viele Gründe. Die außergewöhnlich niedrige Arbeitslosigkeit, überdurchschnittliche Einkommen, hohe Kaufkraft, innovative und prosperierende Unternehmen, ein gesundes Bevölkerungswachstum, eine vielfältige Kulturlandschaft und einzigartige Natur, die mit zahlreichen wunderschönen Rad- und Wanderwegen sanften Tourismus ermöglichen. Nicht zu vergessen die einmalige Wissenschaftsregion mit der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in St. Augustin und Rheinbach, der Alanus-Hochschule in Alfter und der Internationalen Hochschule in Bad Honnef, sowie den hochkarätigen wissenschaftlichen Instituten beiderseits des Rheins. Dafür haben sich seit 50 Jahren auch unsere Oberkreisdirektoren, Landräte, die Mitglieder des Kreistages und nicht zuletzt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kreishaus in Siegburg und den Außenstellen eingesetzt. Dafür gebührt Ihnen Dank und Anerkennung. Sie, die Bürgerinnen und Bürger aus Alfter, Bad Honnef, Bornheim, Eitorf, Hennef, Königswinter, Lohmar, Meckenheim, Much, Neunkirchen-Seelscheid, Niederkassel, Rheinbach, Ruppichteroth, Sankt Augustin, Siegburg, Swisttal, Troisdorf, Wachtberg und Windeck füllen diesen Kreis mit Leben und machen ihn zu dem liebens- und lebenswerten Ort, an dem auch ich mich, als gebürtiger Flensburger, "pudelwohl" fühle. Ich wünsche allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern des Rhein-Sieg-Kreises, ob Sie hier geboren sind oder aus den unterschiedlichsten Gründen hier Ihre Heimat gefunden haben, dass Sie sich in unserer Region weiterhin wohlfühlen und mit dazu beitragen, diese Erfolgsgeschichte gemeinsam fortschreiben! Ihr Stefan Raetz Bürgermeister der Stadt Rheinbach
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Liebe Bürgerinnen und Bürger! Der Rhein-Sieg-Kreis feiert in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag. Eine runde Sache und eine Erfolgsgeschichte, auf die ich als Landrat des Rhein-Sieg-Kreises sehr stolz sein darf. Denn der Kreis hat sich mit seinen 19 Städten und Gemeinden links und rechts des Rheins in diesen fünf Jahrzehnten ganz großartig entwickelt. Was die Bevölkerungszahl angeht, sind wir der zweitgrößte Kreis in Deutschland, nahezu 600.000 Menschen haben hier ihre Heimat. Das sind gut 50 Prozent mehr Einwohnerinnen und Einwohner, als der Rhein-Sieg-Kreis noch vor 50 Jahren hatte. Vieles sah 1969 noch anders aus: Die kommunale Neugliederung verlief holprig und war umstritten. Eine "Schnapsidee" nannten Kritiker das, was damals neu entstand. Weil die Bundesstadt Bonn in der Mitte liegt, sprachen sie spöttisch vom "Halskrausenkreis". Doch bald kam die Einsicht, dass die Gründerväter des Rhein-Sieg-Kreises mit sehr viel Weitsicht gehandelt haben. Das konnte auch der sogenannte Hauptstadtbeschluss 1991 nicht ändern. Diese Herausforderung haben wir angenommen und mit Bravour gemeistert. Der Strukturausgleich ist gelungen, er geht aber weiter. Denn wir müssen den Bund nach wie vor an seine Verpflichtungen der Region gegenüber erinnern und den schleichenden Umzug der Ministerien nach Berlin aufhalten. Zusammen mit den Spitzenvertretern der Region habe ich gerade erst in diesem Juni zu "25 Jahre Berlin-Bonn-Gesetz" ein Verhandlungspapier auf den Weg gebracht, welches als Leitbild unsere Erwartungen an den Bund formuliert. Der Erfolg des Rhein-Sieg-Kreises ruht auf vielen Säulen, zum Beispiel der hervorragenden Lebensqualität hier bei uns. Leben, wo andere Urlaub machen: Die schöne Natur z.B. im Siegtal, im Windecker Ländchen oder im Vorgebirge zieht Erholungssuchende magisch an. Sei es beim Wandern, Fahrradfahren oder beim Sport: Die Landschaft zwischen Swisttal und Windeck bietet einen unvergleichlichen Mix. Damit das für alle so bleibt, nehmen wir auch den Natur- und Umweltschutz sehr ernst. Das vielleicht beste Beispiel ist der Naturpark Siebengebirge. Er ist einer der ältesten Naturparke in Deutschland und der älteste in NRW. Besonders hier treffen Natur und Tourismus zusammen, und beides halten wir im harmonischen Einklang. Viele weitere Facetten machen das Leben und Arbeiten hier besonders. Die breit gefächerte Bildungslandschaft mit der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg lädt junge Menschen aus aller Welt dazu ein, hier bei uns ihre Karriere zu starten. Sie gründen neue Unternehmen, Firmen oder Start-Ups und schaffen Arbeitsplätze. Aber auch bestehende Unternehmen siedeln sich im Rhein-Sieg-Kreis an, weil hier sie hier eine funktionierende Infrastruktur und ideale Bedingungen vorfinden. Das will ich als Landrat fördern und habe im vergangenen Jahr zusammen mit der Stadt Bonn das gemeinsame Gewerbeflächenkonzept ins Leben gerufen. Denn die Sicherung der Zukunftsfähigkeit geht nur gemeinsam! Damit die Menschen hier arbeiten, müssen sie auch eine Wohnung haben. Bezahlbarer Wohnraum ist für mich eins der wichtigsten Zukunftsthemen. Der Rhein-Sieg-Kreis ist eine Zuzugsregion und benötigt bis 2030 etwa 30.000 zusätzliche Wohneinheiten. Um das zu erreichen, müssen wir uns Fördermittel des Landes sichern und gezielt in geordnete Bahnen lenken. Dafür setze ich mich ein. Die Menschen leben nicht nur im Rhein-Sieg-Kreis, sie füllen ihn mit Leben. Denn jede Region ist nur so gut wie die Bereitschaft zum Engagement. Mein besonderer Dank gilt deshalb den vielen ehrenamtlich Tätigen! Egal, ob bei der Freiwilligen Feuerwehr, in Sport- und Traditionsvereinen, Initiativen oder Interessengruppen: Das Ehrenamt ist die tragende Säule der Gesellschaft, denn unsere Zivilgesellschaft lebt von einem lebendigen bürgerschaftlichen Einsatz Vieler - vor 50 Jahren, heute und auch in Zukunft! Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich eine spannende Lektüre. Ihr Sebastian Schuster, Landrat des Rhein-Sieg-Kreises
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