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Betrunkener Offizier verursacht Schiffsunfall auf dem Nord-Ostsee-Kanal

(ots) - Durch eine versehentliche Umsteuerung von Hand- auf Automatikbetrieb durch den diensthabenden 2. Offizier war das westwärts unter der Flagge von Liberia fahrende MS "CHRISTINA", Heimathafen Monrovia, Länge: 114 Meter, BRZ: 4255, am Samstag gegen 12.05 Uhr in der Ausweiche Audorf-Rade aus dem Ruder gelaufen und mit mehreren Dalben kollidiert. Ein Dalben wurde dabei komplett unter Wasser gedrückt. Nach Zeugenaussagen war der 38jährige osteuropäische Offizier zum Dienstantritt auf der Brücke erschienen und hatte wenige Minuten später grundlos den Schalter für die Umsteuerung auf Automatikbetrieb umgelegt. Es kam zur Kollision, weil der Kanalsteurer nicht mehr in der Lage war, den Frachter entsprechend dem Kurvenverlauf zu lenken. Nach dem Unfall setze das Schiff die Reise in Richtung Brunsbüttel fort. Zwischenzeitlich waren die Beamten der Wasserschutzpolizei Brunsbüttel darüber unterrichtet worden, dass der wachhabende Offizier des MS "CHRISTINA" vermutlich unter Alkoholeinfluss steht. Die Beamten gingen in Brunsbüttel an Bord und stellten bei der Überprüfung fest, dass der 2. Offizier betrunken war. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 2,75 Promille. Nach Anordnung durch den zuständigen Ermittlungsrichter erfolgte eine Blutprobenentnahme im Westküstenklinikum Brunsbüttel. Gegen den Schiffsoffizier wird ein Strafverfahren wegen Trunkenheit im Schiffsverkehr eingeleitet, er musste auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Itzehoe eine Sicherheitsleistung in Höhe eines Monatsgehaltes hinterlegen. Da der Frachter nun vorrübergehend unterbesetzt war, durfte die Reise nur mit einer Ausnahmegenehmigung durch den Flaggenstaat fortgesetzt werden. Vorher war eine Hafenstaatskontrolle durch die Schiffssicherheitsabteilung der Berufsgenossenschaft Transport und Verkehr vorgenommen worden.

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Veröffentlicht
12. Januar 2015, 20:18
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