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Dem Klimawandel standhalten

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Douglasien bereichern als Nadelbäume die Wälder in NRW

Alles, was Nadeln hat, bezeichnen Spaziergänger im Wald gerne als Tanne. Allerdings trifft dieser Name fast nie zu. Denn die sensiblen Weiß-Tannen sind in NRW kaum noch zu finden, als Nadelbäume wachsen in unseren Wäldern fast immer Fichten. Weil diese aber auf vielen Standorten dem Klimawandel nicht standhalten werden, sollen zunehmend auch Douglasien die heimischen Wälder bereichern.

„Die Douglasie ist ein geeigneter Nadelbaum für die Risiko- und Vorsorgestrategie im Klimawandel. Sie ist gegen Trockenheit und Stürme deutlich besser gerüstet als die Fichte. Auch den jetzigen trockenen Sommer 2015 verkraftet die Douglasie wesentlich besser", erklärt Dr. Bertram Leder, Leiter Waldbau und Forstvermehrungsgut im Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald. Denn der Klimawandel ist schon jetzt auch in nordrhein-westfälischen Wäldern spürbar. Künftig werden noch geringere Niederschlagsmengen, mehr Trockenperioden, höhere Durchschnittstemperaturen und häufigere Stürme erwartet, listet der Nachhaltigkeitsbericht 2014 von Wald und Holz NRW auf. Die Fichte, die eher das trocken-kalte beziehungsweise feuchtkalte Klima Skandinaviens oder der Alpen bevorzugt, wird ihre Rolle als „Brotbaum der Forstwirtschaft" in bisherigem Umfang nicht mehr ausfüllen können. „Schon eine Erwärmung der Temperaturen um nur zwei Grad bis zum Jahr 2100 wird ein Großteil der oft als Monokultur angebauten Fichtenbestände in NRW nicht überleben", prognostiziert Leder.

Daher setzt Wald und Holz NRW darauf, jetzt frühzeitig Mischwälder zu begründen, in denen Laub und Nadelhölzer nebeneinander wachsen und die mit den zu erwartenden klimatischen Bedingungen besser zurechtkommen. „Falls eine Baumart wegen des Klimawandels ausfällt, stehen nebenan immer noch andere Bäume und der Wald an sich bleibt bestehen. Wir brauchen strukturreiche, klimastabile Wälder. Die Douglasie auch als nicht-heimische Baumart ist ein Baum auf dem Weg dahin", erläutert Günter Dieck, Leiter des Regionalforstamtes Bergisches Land.

Zu erkennen sind Douglasien an ihrer groben und rissigen Rinde, die zehn bis 15 Zentimeter dick ist. Der immergrüne Baum hat eher platte Nadeln, die an der Unterseite zwei weiße Spaltöffnungen haben. „Beim Zerreiben duften die Nadeln sehr aromatisch. Das ist bei der Fichte nicht so", erklärt Günter Dieck.

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Veröffentlicht
24. September 2015, 00:00
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