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1000 Sonnen leuchten in Odenspiel

Wer im jetzigen Spätsommer auf der Straße von Erdingen nach Odenspiel fährt oder auf dem Bergischen Panoramasteig von Wildbergerhütte nach Morsbach wandert, wird von einem Banner mit einem Smiley begrüßt, auf dem steht: "Sonnenblumen gratis - Viel Spaß". Das ist die Einladung von Lars Dissmann, Chef von Dissmanns Weihnachtbaumkontor in Odenspiel, sich auf seiner dortigen Weihnachtsbaumkultur einen Strauß zu pflücken und sich daran zu freuen.

Inspiriert dazu wurde Dissmann vor einigen Jahren durch einen Bericht über das massive Bienensterben, dem fast ein Drittel der deutschen Bienenvölker zum Opfer gefallen war. Daraufhin stellte er sich die Frage, wie er seinen Beitrag leisten kann, um die Bienen zu unterstützen. Da er selbst Sonnenblumen sehr gerne mag, kam ihm die Idee zu einem Sonnenblumenfeld auf den freien Flächen innerhalb seiner Weihnachtsbaumkultur, um damit eine gute Nahrungsquelle für die Honigsammler zu schaffen und gleichzeitig anderen Menschen eine Freude zu bereiten. Die herrlich leuchtenden Blumen verschönern aber nicht nur viele Wohnzimmer, auch die Kirche St. Bonifatius in Wildbergerhütte wird damit geschmückt.

Das Sonnenblumenfeld oberhalb von Odenspiel hat inzwischen Tradition. Schon seit mehreren Jahren reserviert Lars Dissmann Flächen für die Aussaat von Sonnenblumenkernen. Im vorigen Jahr war es im Frühjahr allerdings so nass, dass die Samen im Boden verfaulten und nicht eine einzige Blume gekeimt ist. Dafür leuchten die goldgelben Teppiche jetzt umso mehr. Auf den verschiedenen Weihnachtsbaumplantagen sind es insgesamt schätzungsweise ein Hektar mit tausenden von Pflanzen und Dissmann sagt: "Ich finde es schön, sie zu verschenken. Ich freue mich, wenn ich damit positive Gedanken auslösen kann - dann ist alles in Ordnung".

Die schon von weitem leuchtenden Sonnenblumen sind nachmittags zu einer richtigen Begegnungsstätte geworden. Von dem freundlichen Banner angelockt, parken an sonnigen Tagen viele Leute ihre Autos am Straßenrand, um auf die Suche nach den schönsten Blüten zu gehen. Christa Bruch aus Erdingen verbindet das am liebsten mit einem Spaziergang nach dem Nachmittagskaffee. Ihr Tipp: "Die Stängel nach dem Pflücken kurz in heißes Wasser tauchen - dann bleiben die Blumen länger frisch!"

Immer wieder wird Lars Dissmann darauf angesprochen, was die Blumen denn kosten. "Gar nichts", meint er lachend, "aber kein Mensch glaubt einem, dass man anderen einfach nur eine Freude machen will. "Auch in diesem Sommer hat der viele Regen den sonst so robusten Miniatursonnen zugesetzt. Doch anders als im letzten Jahr, als Nässe und Kälte schon die Keimlinge bedrohten, stehen in diesem Frühherbst mehrere sonnengelbe Felder in voller Blüte mit Blütenköpfen in ganz verschiedenen Größen und laden ein, je nach Geschmack und Verwendung große oder kleine Sträuße zu binden oder eine einzelne Sonne an einen lieben Menschen zu verschenken oder einfach den Bienen, Hummeln und Schmetterlingen zuzuschauen, die sich an dieser Nektaroase tummeln. Und bei einbrechender Dunkelheit kann man sogar massenweise Nachtfalter dabei beobachten, wie sie sich an den Blüten laben.

Bei der Suche nach dem schönsten Strauß ist aber auch Sorgfalt geboten, denn die Sonnenblumen befinden sich mitten zwischen angehenden Weihnachtsbäumen und die Fairness gebietet, nicht achtlos auf ein kleines Tännchen zu treten, damit die jungen Bäume in ein paar Jahren weihnachtliches Ambiente ins Wohnzimmer bringen können. Da in diesem Jahr der vierte Advent auf Heiligabend fällt, findet der Odenspieler Weihnachtsmarkt von Dissmanns Weihnachtsbaumkontor eine Woche früher als üblich, also vom ersten bis zum dritten Advent statt und so mancher wird sich, mit einem Glühwein in der Hand am flackernden Feuer wärmend, an die leuchtenden Sonnenblumen des vergangene Sommers erinnern.

mk

Sonnenblumen wie in der Provence

Christa Bruch freut sich über ihren Strauß

Eine Schwarze C-Eule zu Besuch

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Veröffentlicht
02. September 2017, 00:00
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