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Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger des Rhein-Sieg-Kreises, ### liebe Eitorferinnen und Eitorfer, vor 50 Jahren entstand im Zuge der kommunalen Neugliederung der Rhein-Sieg-Kreis. Der Name bringt es zum Ausdruck. Die Regionen rund um den Rhein und die Sieg wurde zu einem lebendigen, starken Verbund zusammengeführt. Die zurückliegenden fünf Jahrzehnte sind - so empfindet man es mitunter - wie im Flug vergangen. So groß der Kreis, so unterschiedlich die einzelnen Landstriche. Der Rhein-Sieg-Kreis erstreckt sich von der linksrheinischen Seite, dem sogenannten "Vorgebirge" bis hin zu den Ausläufern von bergischem Land und Westerwald im östlichen Kreisgebiet. Die Gemeinde Eitorf ist dafür ein typisches Beispiel. Der Westerwald klopft im südlichen Teil der Gemeindegrenze an die Türe, während der Norden bereits die Fühler zum Bergischen Land ausstreckt. Diese Schnittmenge ist es, die das Siegtal mit seinen Anrainergemeinden, wozu glücklicherweise die Gemeinde Eitorf zählt, bei Besuchern und Touristen beliebt macht. Und wir selber leben nach dem Credo: "Dort wohnen, wo andere Urlaub machen." Insbesondere die touristische Erschließung wurde in den vergangenen Jahrzehnten vorangetrieben. Dass der "Siegsteig" durch unsere Gemeinde führt, ist zu allen Jahreszeiten zu beobachten, wenn Wanderer und Biker die Region erschließen. Wie jede unserer 19 Städte und Gemeinden blicken natürlich auch wir Eitorferinnen und Eitorfer auf Ereignisse, die in diesen 50 Jahren von besonderer Bedeutung waren. Manchmal sind es die traurigen Geschehnisse, die einen Impuls auslösten, die Dinge zum Besseren zu wenden. Das Jahrhunderthochwasser 1970 hat den beschaulichen Eipbach zu einem reißenden Fluss werden lassen. Viele werden noch die Bilder mit überfluteten Straßen, schwimmenden Autos und einer Menge Schlamm, Schäden und leergepumpten Kellern in Erinnerung haben. Eine der positiven Folgen dieses Ereignisses waren aufwendige Maßnahmen im Hochwasserschutz wie z.B. der Bau von Rückhaltebecken, die Optimierung der Regenauffangsysteme und "intelligenten" Pegelmessanlagen, wie sie heute verwendet werden. Warnsysteme - den Begriff "App" kannte vor fünfzig Jahren noch niemand - haben dazu geführt, dass Hochwasserereignisse selten für große Gefahr sorgen bzw. frühzeitig auf derartige Gefahrenlagen hingewiesen werden kann. Gleichwohl wird man mit Blick auf den Klimawandel und zunehmende Starkregenereignisse stets wachsam sein müssen. Der Rhein-Sieg-Kreis hat sich zu einem Verbund mit starker wirtschaftlicher Strahlkraft entwickelt. Große Befürchtungen nach dem Wegfall der "Bundeshauptstadt Bonn" haben sich nicht bestätigt, vielmehr wurde der Kreis weiter gestärkt. Dass der Rhein-Sieg-Kreis boomt, liegt auch daran, dass in die Infrastruktur investiert wird. Förderprogramme des Landes bieten hierzu eine gute Hilfestellung. Von der "Regionale 2010" hat auch die Gemeinde Eitorf maßgeblich profitiert. Das Bahnhofsareal heute ist mit dem "prähistorischen" Ambiente, wie es noch zur Gründerzeit des Kreises bestand, nicht mehr zu vergleichen. Wie andere Städte und Gemeinden auch wird Eitorf stets bemüht sein, den innenörtlichen Bereich zu stärken und aufzuwerten. Das zurzeit laufende "Integrierte Handlungskonzept" wird einer der Bausteine hierzu sein. Wesentlicher Faktor ist hierbei der zentrale Eitorfer Markplatz. Doch vor allem dieser ist zur Streitfrage geworden und hat den ersten Bürgerentscheid der Gemeinde Eitorf als basisdemokratisches Instrument ins Leben gerufen. Die Bemühungen um eine fördergestützte Umgestaltung mit offenem und modernem Ambiente sind somit vorerst auf Eis gelegt. Aber das ist gelebte Demokratie in einer Form, die es bei Gründung des Rhein-Sieg-Kreises im Jahr 1969 noch nicht gab. Der Rhein-Sieg-Kreis steht für eine Vielfalt kultureller Angebote. Die Gemeinde Eitorf hat hieran einen maßgeblichen Anteil. Das "Theater am Park" ist dabei ein zentraler Austragungsort. In den 70er Jahren waren es die regelmäßigen Aufführungen des "Rheinischen Landestheater Neuss", die in Eitorf für Furore sorgten. Sogar Stars wie Willi Millowitsch, Heidi Kabel, Herbert Bötticher u.v.a. waren in Eitorf zu bestaunen. Mit dem Zeitgeist folgend, spielen heute Comedy und Kabarett eine große Rolle. So geben sich namhafte Kabarettisten in Eitorf die Klinke in die Hand. Wolfang Schmickler, Jürgen Becker, Richard Rogler - nur einige Namen stellvertretend für die bundesweit bekannte Kabarettprominenz, die in Eitorf Station macht. Vor allem aber sind es die Sonntagskonzerte, die mit einem breitgefächerten Angebot an anspruchsvoller Musik ihren festen Platz in der Gemeinde haben. Veranstaltungen wie die "Kunstpunkte" oder das Siegtalfestival bilden weitere Höhepunkte. Und wo wir gerade bei Kunst sind... auch Giovanni Vetere, international renommierter Künstler, hat in Eitorf seine Heimat gefunden. Vielerorts ist dies auch zu bestaunen. Was wäre Eitorf und - mal ganz bescheiden - der Rhein-Sieg-Kreis ohne die Eitorfer Kirmes. Zum 874. Male jährt sich dieses Ereignis im Jubiläumsjahr. Und seit 1969 behaupten wir Eitorfer gerne, dass "unsere" Kirmes die größte im Rhein-Sieg-Kreis ist. Und da der "Pützchens Markt" im Stadtgebiet Bonn beheimatet ist, dürfte diese Aussage auch stimmen. Wenn es ein Ereignis gibt, an dem man den einen oder anderen trifft, den man "gefühlt 100 Jahre" nicht mehr gesehen hat, dann ist das die Eitorfer Kirmes. Sie lockt nicht nur viele auswärtige Besucher an, sondern auch viele gebürtige Eitorferinnen und Eitorfer, die dieses Ereignis gerne zum Anlass nehmen, nochmal nach Hause zu kommen. Das ist dann wirklich unverwechselbar Eitorf. 19 Städte und Gemeinden im Rhein-Sieg-Kreis. Obwohl eine zusammenhängende Region hat doch jede Kommune ihre besonderen Merkmale. Ganz vereinfacht und ein wenig sentimental könnte man auch sagen: "Das ist Heimat.". Ich freue mich, dass wir Eitorferinnen und Eitorfer ein Teil davon sind und gratuliere dem Rhein-Sieg-Kreis zu seinem 50. Geburtstag sehr herzlich. Ihr Bürgermeister Dr. Rüdiger Storch
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Liebe Bürgerinnen und Bürger! Der Rhein-Sieg-Kreis feiert in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag. Eine runde Sache und eine Erfolgsgeschichte, auf die ich als Landrat des Rhein-Sieg-Kreises sehr stolz sein darf. Denn der Kreis hat sich mit seinen 19 Städten und Gemeinden links und rechts des Rheins in diesen fünf Jahrzehnten ganz großartig entwickelt. Was die Bevölkerungszahl angeht, sind wir der zweitgrößte Kreis in Deutschland, nahezu 600.000 Menschen haben hier ihre Heimat. Das sind gut 50 Prozent mehr Einwohnerinnen und Einwohner, als der Rhein-Sieg-Kreis noch vor 50 Jahren hatte. Vieles sah 1969 noch anders aus: Die kommunale Neugliederung verlief holprig und war umstritten. Eine "Schnapsidee" nannten Kritiker das, was damals neu entstand. Weil die Bundesstadt Bonn in der Mitte liegt, sprachen sie spöttisch vom "Halskrausenkreis". Doch bald kam die Einsicht, dass die Gründerväter des Rhein-Sieg-Kreises mit sehr viel Weitsicht gehandelt haben. Das konnte auch der sogenannte Hauptstadtbeschluss 1991 nicht ändern. Diese Herausforderung haben wir angenommen und mit Bravour gemeistert. Der Strukturausgleich ist gelungen, er geht aber weiter. Denn wir müssen den Bund nach wie vor an seine Verpflichtungen der Region gegenüber erinnern und den schleichenden Umzug der Ministerien nach Berlin aufhalten. Zusammen mit den Spitzenvertretern der Region habe ich gerade erst in diesem Juni zu "25 Jahre Berlin-Bonn-Gesetz" ein Verhandlungspapier auf den Weg gebracht, welches als Leitbild unsere Erwartungen an den Bund formuliert. Der Erfolg des Rhein-Sieg-Kreises ruht auf vielen Säulen, zum Beispiel der hervorragenden Lebensqualität hier bei uns. Leben, wo andere Urlaub machen: Die schöne Natur z.B. im Siegtal, im Windecker Ländchen oder im Vorgebirge zieht Erholungssuchende magisch an. Sei es beim Wandern, Fahrradfahren oder beim Sport: Die Landschaft zwischen Swisttal und Windeck bietet einen unvergleichlichen Mix. Damit das für alle so bleibt, nehmen wir auch den Natur- und Umweltschutz sehr ernst. Das vielleicht beste Beispiel ist der Naturpark Siebengebirge. Er ist einer der ältesten Naturparke in Deutschland und der älteste in NRW. Besonders hier treffen Natur und Tourismus zusammen, und beides halten wir im harmonischen Einklang. Viele weitere Facetten machen das Leben und Arbeiten hier besonders. Die breit gefächerte Bildungslandschaft mit der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg lädt junge Menschen aus aller Welt dazu ein, hier bei uns ihre Karriere zu starten. Sie gründen neue Unternehmen, Firmen oder Start-Ups und schaffen Arbeitsplätze. Aber auch bestehende Unternehmen siedeln sich im Rhein-Sieg-Kreis an, weil hier sie hier eine funktionierende Infrastruktur und ideale Bedingungen vorfinden. Das will ich als Landrat fördern und habe im vergangenen Jahr zusammen mit der Stadt Bonn das gemeinsame Gewerbeflächenkonzept ins Leben gerufen. Denn die Sicherung der Zukunftsfähigkeit geht nur gemeinsam! Damit die Menschen hier arbeiten, müssen sie auch eine Wohnung haben. Bezahlbarer Wohnraum ist für mich eins der wichtigsten Zukunftsthemen. Der Rhein-Sieg-Kreis ist eine Zuzugsregion und benötigt bis 2030 etwa 30.000 zusätzliche Wohneinheiten. Um das zu erreichen, müssen wir uns Fördermittel des Landes sichern und gezielt in geordnete Bahnen lenken. Dafür setze ich mich ein. Die Menschen leben nicht nur im Rhein-Sieg-Kreis, sie füllen ihn mit Leben. Denn jede Region ist nur so gut wie die Bereitschaft zum Engagement. Mein besonderer Dank gilt deshalb den vielen ehrenamtlich Tätigen! Egal, ob bei der Freiwilligen Feuerwehr, in Sport- und Traditionsvereinen, Initiativen oder Interessengruppen: Das Ehrenamt ist die tragende Säule der Gesellschaft, denn unsere Zivilgesellschaft lebt von einem lebendigen bürgerschaftlichen Einsatz Vieler - vor 50 Jahren, heute und auch in Zukunft! Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich eine spannende Lektüre. Ihr Sebastian Schuster, Landrat des Rhein-Sieg-Kreises
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