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(ots) - Im Rahmen einer Großkontrolle der Polizeidirektion Oldenburg am Samstag, den 07.05.2011, in der Zeit von 10:00 Uhr bis 20:00 Uhr wurden knapp 7.500 Pkw-Fahrer und ca. 950 Motorradfahrer kontrolliert. Insgesamt wurden 425 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt, hiervon wurden 96 durch Motorradfahrer begangen. 21 Verkehrsteilnehmer waren so schnell unterwegs, dass sie nun ein Fahrverbot erwartet. An der Großkontrolle nahmen Polizeibeamtinnen und -beamte aus den Bereichen Wilhelmshaven, Friesland, Cuxhaven, Wesermarsch, Verden, Osterholz und Diepholz teil. Unterstützt wurden diese durch Kräfte der Bereitschaftspolizei Oldenburg. Insgesamt waren über 100 Polizeibeamte im Einsatz. Auch Mitarbeiter der jeweiligen Landkreise beteiligten sich. Die Kontrolle, die sich schwerpunktmäßig auf die Risikogruppe der Motorradfahrer sowie die Geschwindigkeitsüberwachung fokussierte, bildete den Auftakt einer umfangreichen Verkehrssicherheitsaktion der Polizeidirektion Oldenburg. Der Polizeivizepräsident der Polizeidirektion Oldenburg, Dieter Buskohl, überzeugte sich vor Ort von der professionellen Arbeit seiner Mitarbeiter. "Die Verkehrsunfallstatistik von 2010 hat uns gezeigt, dass wir mit unserer Verkehrssicherheitsarbeit grundsätzlich auf einem guten Weg sind. Die Gesamtunfallzahlen sind zurückgegangen. Bedenklich ist jedoch gerade die Entwicklung bei den Verkehrsunfällen mit Getöteten und Schwerverletzten", erklärt Dieter Buskohl. 129 Verkehrstote wurden im letzten Jahr für den Zuständigkeitsbereich der Direktion statistisch erfasst. Alleine 28 Motorradfahrer wurden tödlich verletzt. "Wenn man beachtet, dass Motorräder bei uns gerade einmal 7 Prozent aller zugelassenen Kraftfahrzeuge ausmachen, so können wir feststellen, dass diese überproportional an Verkehrsunfällen beteiligt sind. Im Verhältnis zu den gefahrenen Kilometern besteht bei einem Kradfahrer ein 14-fach höheres Risiko bei einem Verkehrsunfall getötet zu werden, als bei einer Unfallbeteiligung als Pkw-Fahrer. Das ist ein erschreckender Trend, dem wir entgegenwirken müssen", so Buskohl. Aus diesem Grund hat die Polizeidirektion Oldenburg ein umfangreiches Verkehrssicherheitskonzept erarbeitet. Hierbei setzt sie auch auf die Vernetzung mit anderen Institutionen, die mit der Verkehrssicherheitsarbeit betraut sind. Auf diese Wiese sollen unterschiedliche Kompetenzen gebündelt werden. Der Schwerpunkt des Konzeptes liegt bei den Risikogruppen der Jungen Fahrer sowie der Motorradfahrer. Insbesondere die Zahlen im Bereich der Hauptunfallursachen "überhöhte Geschwindigkeit" und der schweren Unfallfolge "Baumanstoß" sollen reduziert werden. Die insgesamt vier flächendeckenden Großkontrollen im Frühjahr und im Herbst dieses Jahres werden durch eine Vielzahl regionaler Kontrollen ergänzt, die örtliche Unfallbrennpunkte in den Fokus nehmen werden. "Wir wollen deutlich machen, dass es in erster Linie im Interesse der Verkehrsteilnehmer selbst liegt, sich an die Verkehrsvorschriften zu halten und rücksichtsvoll zu fahren. Das Leid, dass mit schweren Unfällen einhergeht wird insbesondere uns als Polizei aber auch z.B. den Rettungsdiensten immer wieder deutlich vor Augen geführt. Dieses auf ein Minimum zu reduzieren ist das Ziel unseres Konzeptes", erklärte Buskohl. So stand bei der gestrigen Kontrolle nicht ausschließlich die Sanktion in Form von Verwarnungen und Bußgeldern im Vordergrund. Durch anlassunabhängige Kontrollen und Gespräche mit den Verkehrsteilnehmern sollten diese insbesondere auch für die Gefahren im Straßenverkehr sensibilisiert werden. In das Konzept der Polizei werden auch andere mit der Verkehrssicherheitsarbeit betraute Institutionen einbezogen. In diesem Zusammenhang richtet die Direktion in der nächsten Woche ein Fachsymposium aus, zu dem Vertreter der Landkreise und Städte, der Verkehrswachten, des ADAC, der Fahrlehrerverbände und viel Weitere eingeladen sind. Ziel ist der Austausch zu den Fachthemen sowie die Vernetzung der einzelnen Organisationen. Denn Verkehrssicherheitsarbeit ist von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig, und kann nur in Zusammenarbeit erfolgreich geleistet werden. Begleitet wird das Konzept durch eine Plakataktion, welche sich an die Zielgruppe der Motorradfahrer richtet. Die Plakate werden zukünftig z.B. in Motorradfachgeschäften und Fahrschulen ausgehängt werden. Einige Beispiele: Ein Motorradfahrer wurde mit einer Geschwindigkeit von 196 km/h in einer 70er Zone gemessen. Anschließend fuhr er mit 120 km/h durch eine geschlossene Ortschaft, wobei er sich aufrecht hinstellte und seine Hände vom Lenker nahm. Zwei Motorradfahrer wurden in einer 70er Zone mit einer Geschwindigkeit von 150 km/h gemessen. Auch nach Toleranzabzug der gemessenen Geschwindigkeit, erwartet die beiden nunmehr ein Bußgeld und ein Fahrverbot.
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