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++Schokolade oder Zitrone

(ots) - Ein ungewohntes Bild bot sich den Verkehrsteilnehmern am Mittwochmorgen gegen 7.15 Uhr an der Butjadinger Straße in der Nähe der Grundschule Etzhorn. Polizeibeamte hielten Auto- und Fahrradfahrer an; Schüler verteilten Schokolade und Zitronen.

In einer gemeinsamen Aktion von Gemeinde-Unfallversicherungsverband Oldenburg (GUV), Verkehrswacht, Stadt Oldenburg und Polizei mit der Grundschule Etzhorn appellierten die Viertklässler mit Unterstützung der Polizei an alle Verkehrsteilnehmer, umsichtig und aufmerksam zu fahren.

Viele neue Klassenkameraden, der erste eigene Stundenplan und noch mehr Glückwünsche - ABC-Schützen haben in diesen Tagen wirklich viel zu verarbeiten. Und dann auch noch den neuen Schulweg - kein Wunder, dass das für die Erstklässler zu viel auf einmal sein kann. "Autofahrer sollten deshalb gerade jetzt in der Nähe von Grundschulen besonders langsam fahren und geduldig sein", appelliert Michael May, Geschäftsführer des Gemeinde-Unfallversicherungsverbandes Oldenburg (GUV) an die Kraftfahrer. Der GUV ist Träger der gesetzlichen Schülerunfallversicherung in Oldenburg und den angrenzenden Landkreisen. Ihm werden jährlich etwa 2.000 Schulwegeunfälle gemeldet. "Eine Zahl, die immer noch viel zu hoch ist", so May.

Die Schüler der 4. Klasse sprachen bei der Aktion Auto- und Fahrradfahrer gezielt auf ihr Verhalten an. Hat sich ein Verkehrsteilnehmer korrekt verhalten, gab es von den Schülern zur Belohnung ein Stück Schokolade. Für verkehrswidriges Verhalten wurde eine Zitrone überreicht. Die Polizei benutzte zur Messung der Geschwindigkeit ein Lasermessgerät. Ziel der Veranstaltung war es jedoch nicht, Verkehrverstöße zu ahnden, sondern alle Verkehrsteilnehmer, insbesondere in der Nähe von Schulen, zu einer umsichtigen Fahrweise zu sensibilisieren. Insgesamt wurden 27 Verkehrsteilnehmer angehalten. 9 wurden durch ihr Fehlverhalten (Geschwindigkeitsüberschreitung, Anschnallgurt nicht angelegt, techn. Mängel am Fahrzeug und falsches Verhalten beim Radfahren) mit einer Zitrone und gemalten Bildern durch die anwesenden Schulkinder noch einmal daran erinnert, ihr Verhalten zukünftig zu ändern. Ein Fahrzeug wurde im Bereich der Schule (30km/h) mit 47 km/h gemessen.

Der Leiter der Polizei Oldenburg-Stadt/Ammerland, Johann Kühme, nahm ebenfalls an der Aktion teil. Er war sehr zufrieden darüber, dass die Grundschüler deutlich mehr "Süßes als Saures" an die kontrollierten Verkehrsteilnehmer aushändigen konnten. Positiv wurde aber auch bewertet, dass alle "Verkehrssünder" ihr falsches Verhalten sofort einsahen, als sie von den Schülern angesprochen wurden.

Die Aktion wird in den nächsten Tagen an weiteren Grundschulen in der Stadt Oldenburg fortgesetzt. Darüber hinaus wurde vereinbart, dass sich Polizei, Verkehrswacht, GUV und die Stadt Oldenburg an einem "Runden Tisch" regelmäßig treffen, um weitere gemeinsamen Aktionen abzusprechen.

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Veröffentlicht
19. September 2012, 10:12
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