Sag uns, was los ist:

  • 0Likes
  • 0Shares
+++ Historischer Tiefststand bei Verkehrstoten +++ Verkehrstote in der Risikogruppe Junge Fahrer fast halbiert +++ Gesamtentwicklung bei den Unfallzahlen dennoch steigend

(ots) - Oldenburg. "In der Polizeidirektion Oldenburg ging die Zahl der Verkehrstoten um fast 15 % im Vergleich zum Vorjahr zurück. Damit haben wir einen historischen Tiefstand seit Bestehen der Polizeidirektion Oldenburg erreicht! In der Risikogruppe der Jungen Fahrer (18-24 Jahre) konnte die Anzahl der Verkehrstoten nahezu halbiert werden (Rückgang von 45,7 % )" Mit dieser Feststellung leitete der Präsident der Polizeidirektion Oldenburg Hans-Jürgen Thurau die Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik 2012 am heutigen Tag ein.

"Trotz des erfreulichen Ergebnisses bei der Anzahl der Verkehrstoten 2012 können wir mit der Gesamtentwicklung der Verkehrsunfallzahlen dennoch nicht zufrieden sein: Die nach wie vor steigenden Zahlen bei den Schwer- und Leichtverletzten bereiten uns große Sorgen. Daher liegt unser Focus auch in diesem Jahr auf gezielten und flächendeckenden Geschwindigkeitskontrollen zu jeder Tages- und Nachtzeit, um Verkehrsunfälle mit schweren Personenschäden zu reduzieren", sagte Thurau mit Blick auf die bereits geplanten Maßnahmen zur Verkehrssicherheitsarbeit 2013. "Gemeinsam mit den Kommunen werden wir weiterhin Blitzaktionen durchführen! Zudem müssen wir an die Eigenverantwortung der Verkehrsteilnehmer appellieren: Verkehrsunfälle passieren nicht einfach, sie werden von den Verkehrsteilnehmern verursacht! Daher ist es wichtig, durch Aufklärung und gezielte Informationen, Bürgerinnen und Bürger auf die unterschiedlichsten Gefahren im Straßenverkehr hinzuweisen. Wir wollen mit unseren Aktionen nachhaltig ein Umdenken und damit verbunden eine Verhaltensänderung herbeiführen, um die Verkehrsunfallzahlen auch langfristig zu reduzieren." so Thurau.

Gesamtunfallzahlen

Die Gesamtzahl der in der Polizeidirektion (PD) Oldenburg polizeilich aufgenommenen Verkehrsunfälle stieg im vergangenen Jahr um 1.258 Unfälle auf 39.548 und lag rund drei Prozent über dem Vorjahreswert. Ursächlich hierfür dürften die größtenteils im Jahr 2012 vorherrschenden schlechten Witterungsverhältnisse mit regenreichen Abschnitten - auch in den Sommermonaten - sein. Bei nassen oder feuchten Straßenverhältnissen ereignen sich erfahrungsgemäß mehr Verkehrsunfälle, deren Folgen aufgrund der geringeren Fahrgeschwindigkeiten allerdings meist nicht so schwerwiegend sind.

Verkehrsunfälle mit schweren Personenschäden

Insgesamt mussten im vergangenen Jahr 7205 Unfälle aufgenommen werden, bei denen Menschen verletzt oder sogar getötet wurden; das sind 189 Verunglückte (+2,7 %) mehr als im Vorjahr.

Erfreulicherweise sank die Anzahl der Verkehrstoten von 135 auf 115. Das bedeutet einen Rückgang der tödlich Verletzten von rund 15 %. Damit liegt die Polizeidirektion Oldenburg fast fünf Prozent über dem Landes- und Bundesschnitt von 10 %.

Mit 80 Verkehrsteilnehmern verstarben 70% aller getöteten Unfallopfer auf Landstraßen außerhalb geschlossener Ortschaften. Das sind 3,3 % weniger als im Jahr 2012. In den geschlossenen Ortslagen waren im letzten Jahr wiederum insgesamt 24 Verkehrstote (20,9 %) zu beklagen. Betrachtet man deren Anteil an der Gesamtzahl der Verkehrstoten, so bedeutet dies einen Anstieg um 3,2 % im Vergleich zum Vorjahr.

Elf Menschen (9,1 %) kamen auf den Autobahnen ums Leben.

Der Rückgang bei den tödlich Verunglückten außerhalb geschlossener Ortschaften darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Zahl derer, die auf Landstraßen tödlich verunglücken, noch immer signifikant hoch ist.

Offenbar verleitet die geringere Verkehrsdichte auf den Außerortsstrecken immer wieder zu überhöhter oder nicht angepasster Geschwindigkeit. Dann können selbst kleine Fahrfehler, Ablenkungen oder Fehleinschätzungen des eigenen Fahrkönnens zu schwerwiegenden Verkehrsunfällen führen. Unfälle, deren schwere Folgen häufig durch einen Baumanstoß noch verschärft werden. Erfreulicherweise ist der Trend bei den Verkehrstoten durch sog. Baumunfälle in der Polizeidirektion Oldenburg im Jahr 2012 deutlich rückläufig. Waren auf den Landstraßen im Jahr 2011 noch 55 Verkehrstote zu beklagen, sank ihre Anzahl 2012 auf 30 Getötete. Dies bedeutet einen erheblichen Rückgang um rund 46 %. Damit liegt die Polizeidirektion Ol-denburg fast 26 % über dem Landestrend von 19,6 %.

Risikogruppe Junge Fahrer

Im Bereich der Risikogruppe der jungen Fahrer (18-24 Jahre) konnte die Anzahl der Verkehrstoten im Jahr 2012 fast halbiert werden. Kamen 2011 noch 35 junge Fahrerinnen und Fahrer ums Leben, so waren es im letzten Jahr noch 19 (- 45,7 %). Trotz der sehr erfreulichen Entwicklung in dieser Altersgruppe sind die 18- bis 24-jährigen Verkehrsteilnehmer mit einem Anteil von 16,5 % an den Verkehrstoten in der Polizeidirektion Oldenburg noch immer überproportional stark vertreten. Jeder 6. Ver-kehrstote ist unter 25 Jahre.

"Auch in der Risikogruppe "Junge Fahrer" werden wir in unseren Bemühungen nicht nachlassen, durch gezielte Aufklärung über die Risikofaktoren Alkohol, Drogen und Handy am Steuer die Verkehrsunfälle mit schweren Unfallfolgen zu reduzieren. Bereits jetzt betreiben wir altersge-rechte Verkehrsprävention - vom Kindergarten bis zur Berufsschule! Beispielhaft sei hier nur das Fahrschulprojekt genannt. Einst in der Polizeiinspektion Verden/Osterholz entwickelt, wird dieses Konzept nun landesweit übernommen. Darauf sind wir sehr stolz!" so Thurau.

Risikogruppe Senioren

Im Jahr 2012 verunglückten 28 Senioren tödlich. Somit gehörte rund ein Viertel (24,3 %) aller Verkehrstoten der Altersgruppe "65plus" an. Auffäl-lig war im vergangenen Jahr der hohe Anteil lebensälterer Menschen bei den getöteten Fußgängern und Radfahrern. Fast jeder zweite getötete Fußgänger (40 %) und rund die Hälfte der getöteten Radfahrer (46 %) waren älter als 65 Jahre. Immer mehr Senioren bleiben bis ins hohe Alter mobil. Damit steigt natürlich auch das Risiko, durch einen Verkehrsunfall verletzt oder sogar getötet zu werden. "Damit Mobilität aber auch im Alter sicher bleibt, müssen wir in dieser Altersgruppe dass Bewusstsein dafür schärfen, dass die Leistungsfähigkeit im Alter nachlassen kann", betonte Hans-Jürgen Thurau. Neben der verkehrspräventiven Seniorenberatung soll in diesem Jahr auch der Fo-kus auf neue Fortbewegungsmittel wie E-Bikes und Pedelecs gerichtet werden. "Wir werden uns im Rahmen eines Fachsymposium im Sommer mit Fachleuten über dieses Thema austauschen, um auch dort eine gezielte Beratung für Seniorinnen und Senioren anbieten zu können", kündigte Polizeipräsident Hans-Jürgen Thurau an.

Risikogruppe motorisierte Zweiradfahrer

Im vergangenen Jahr kamen insgesamt 23 (Vorjahr: 20 Verkehrstote) motorisierte Zweiradfahrer im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Oldenburg ums Leben. In fast der Hälfte der Fälle (48 %) wurden die Verkehrsunfälle durch die Kradfahrer verursacht.

"Auch in dieser Risikogruppe werden wir durch weitere Schwerpunktaktionen, besonders zu Beginn der Motorradsaison, Motorrad- und Pkw-Fahrer dahingehend sensibilisieren, vorausschauend und vorsichtig zu fahren, bis sich beide Seiten wieder aneinander gewöhnt haben. Rücksichtsvolles und vorausschauendes Fahren hilft, schwere Verkehrsunfälle zu vermeiden", erklärte Polizeivizepräsident Dieter Buskohl.

Alkohol und Drogen

Die Anzahl der in der Polizeidirektion Oldenburg polizeilich registrierten folgenlosen Trunkenheitsfahrten sind von 2407 Fällen (2011) auf 2217 im Jahr 2012 gesunken. Dies bedeutet einen Rückgang von 7,9 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Anzahl der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss stieg hingegen um 1,4 % auf 740 Fälle (2011: 730 Fälle).

Der im letzten Jahr festgestellte Anstieg bei den folgenlosen Fahrten unter Drogenbeeinflussung konnte gestoppt werden. Standen im Jahr 2011 noch 1374 Verkehrsteilnehmer unter Drogen, so waren es im letzten Jahr 1315 Personen (- 4,3 %). Die Anzahl der Verkehrsunfälle unter Drogeneinfluss stieg hingegen um rund 31 %. Hier scheint die intensive Schulung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Erkennung von Drogenbeeinflussung Wirkung zu zeigen: Bei der Verkehrsunfallaufnahme fällt Drogenbeeinflussung als Unfallursache deutlich besser und schneller auf.

Maßnahmen 2013

Die polizeiliche Verkehrssicherheitsarbeit wird auch 2013 eine Mischung präventiver aber auch repressiver Anteile beinhalten. Präventionsmaßnahmen wie das bereits erwähnte Fahrschulprojekt der Polizeiinspektion Verden/Osterholz, aber auch die Verkehrsprävention mit jungen Fahrern und Senioren werden intensiv fortgeführt und sogar ausgebaut, um gerade bei diesen Risikogruppen nachhaltig das Bewusstsein dafür zu wecken, dass riskantes Fahrverhalten bzw. das Nachlassen der Leistungsfähigkeit im Alter und schwere Unfallfolgen unmittelbar zusammenhängen.

Die Geschwindigkeitskontrollen werden flächendeckend im gesamten Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion zu jeder Tages- und Nachtzeit - auch in Zusammenarbeit mit den kommunalen Netzwerkpartnern - fortgesetzt. Besonders im Focus stehen dabei die Landkreise mit hohen Unfallzahlen und schweren Personenschäden wie z. B. die Landkreise Cloppenburg, Vechta und Cuxhaven. Ein "Highlight" der Verkehrssicherheitsarbeit 2013 wird sicherlich die Auftaktveranstaltung zum Landesweiten Verkehrssicherheitstag am 15. Juni 2013 in Oldenburg werden: An diesem Tag wird der Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, das Thema Verkehrssicherheit mit einer Präventionsmeile aber auch mit Aktionen zum Thema Ebikes, Pedelecs u.a. nochmals in den Blickpunkt rücken. Nähere Informationen zum Verkehr ssicherheitstag finden sich unter www.verkehrssicherheitstag-ol.de.

Ort
Veröffentlicht
15. März 2013, 12:05
Autor
Unserort Redaktion