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Die Polizeidirektion Oldenburg nimmt "Cold Cases" ins Visier

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(ots) /- In der Polizeidirektion Oldenburg werden die sogenannten "Cold Cases" verstärkt in den Blick genommen. "Cold Cases" sind ungeklärte Tötungsdelikte oder Vermisstenfälle mit dringendem Verdacht auf ein Tötungsdelikt, bei denen die Strafverfolgungsbehörden die Akten bereits "geschlossen" haben. Insgesamt hat die Polizeidirektion Oldenburg in ihrem Zuständigkeitsbereich 57 Fälle als "Cold Cases" eingestuft. Dabei handelt es sich um 51 Tötungsdelikte und 6 Vermisstenfälle. Diese Verfahren wurden in den vergangenen Monaten in den Polizeiinspektionen überprüft und einer Bewertung unterzogen. Neben der inhaltlichen Erfassung des jeweiligen "Cold Case" steht die Bewertung der Erfolgswahrscheinlichkeit der Fallaufklärung bei einer Wiederaufnahme des Verfahrens im Fokus. Diese Einstufung ist wiederum ausschlaggebend für die Entscheidung, welche "Cold Cases" priorisiert bearbeitet werden.

Nach eingehender Prüfung und Bewertung erscheint die Wiederaufnahme von 17 "Cold Cases" als erfolgsversprechend. Diese Fälle werden dezentral in der jeweilig zuständigen Polizeiinspektion bearbeitet. Aus diesem Grund wurden bereits zwei Ermittlungsgruppen, eine in der Polizeiinspektion Cuxhaven und eine in der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch, eingerichtet. Die Herausgabe von weitergehenden Informationen bezüglich der einzelnen Fälle ist grundsätzlich beabsichtigt, derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen jedoch nicht möglich.

"Nicht aufgeklärte Fälle ruhen nie. Viele Fragen der Hinterbliebenen wurden noch nicht beantwortet. Dank neuer Methoden können die "Cold Cases" - auch wenn sie schon viele Jahre zurückliegen - in akribischer Ermittlungsarbeit aufgeklärt werden. Diese Chance müssen wir nutzen!", sagte Polizeipräsident Johann Kühme.

Ungeklärte Tötungsdelikte und Vermisstenfälle wurden bereits in der Vergangenheit immer wieder in den Blick genommen, von neuen Kolleginnen und Kollegen übernommen und gleichzeitig nach neuen Ermittlungsansätzen bewertet. Hierbei wurden beispielsweise Tatzusammenhänge mit aktuellen Verfahren geprüft.

Es hat sich in der Ermittlungsarbeit zudem als bewährte Methode erwiesen, die Akten- und Spurenlage regelmäßig durch bisher nicht involvierte Kolleginnen und Kollegen betrachten zu lassen. Diese Vorgehensweise wird auch bei den jetzigen "Cold Cases" angewandt. Unter anderem werden die Delikte durch die Polizeiakademie Niedersachsen oder inspektionsübergreifend von anderen Ermittlerinnen und Ermittlern gesichtet und bewertet. Zudem besteht die Möglichkeit, damals gewonnene Spuren mit Hilfe moderner Kriminaltechnik durch das Landeskriminalamt Niedersachsen zu untersuchen. All diese Methoden verfolgen das Ziel, neue Erkenntnisse und Ermittlungsansätze zu gewinnen, die zum Zeitpunkt der ersten Erfassung noch nicht erlangt werden konnten.

Ort
Veröffentlicht
13. Juni 2019, 14:09
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