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Schlag gegen organisierte Bande - Polizei durchsucht mehrere Wohnungen und verhaftet 23-jährigen Hauptverdächtigen (Foto einer Cannabisplantage als Download)

(ots) - Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Stade und der Polizeiinspektion Cuxhaven / Wesermarsch

Schlag gegen organisierte Bande - Polizei durchsucht mehrere Wohnungen und verhaftet 23-jährigen Hauptverdächtigen (Foto einer Cannabisplantage als Download)

Hemmoor. Der Polizei ist es gelungen, eine Bande aus dem Hemmoorer Raum zu ermitteln, die seit dem vergangenen Jahr für eine Vielzahl von Straftaten in Betracht kommt. Eine mehrköpfige Ermittlungsgruppe wurde eigens zur Aufklärung dieser Taten gegründet. Über mehrere Monate nahmen die Beamten die Mitglieder der Bande ins Visier.

Am heutigen Mittwoch folgten mehrere Wohnungsdurchsuchungen und eine Festnahme. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stade erließ das Amtsgericht Stade Haftbefehl wegen banden- und gewerbsmäßigen Diebstahls gegen den mutmaßlichen Drahtzieher, einen 23-jährigen Mann aus Osten.

Er steht im Verdacht, eine Bande von fünf Männern (19-23 Jahre) und einer 20-jährigen Frau gebildet zu haben, die zunächst Einbruchdiebstähle aus Kiosken, Büros, Lagerhallen und Fabrikationsgebäuden beging.

Im Zuge der weiteren Ermittlungen stellten die Polizeibeamten fest, dass die Gruppe jedoch in teils wechselnder Beteiligung für weitere erhebliche Eigentumsdelikte in Frage kommen könnte.

So erfolgten zunächst die Diebstähle von Großmengen von Wertmetallen (vorwiegend Kupfer), anschließend spezialisierte sich die Bande auf das Aufschweißen von Zigarettenautomaten und aktuell andauernd auf den Diebstahl von Großmengen Dieselkraftstoff (mehrere tausend Liter).

Diverse Einbrüche in die Werkshalle der Cadenberger Berufsschule, in Hemmoorer Imbisse, in Landmaschinenhandel in Lamstedt und Cadenberge, mehrere Zigarettenautomatenaufbrüche, u.a. in Bülkau-Bovenmoor, (Lamstedt, Hechthausen Wingst Oberndorf und den Nachbargemeinden) und Kupferdiebstähle von Betriebshöfen in Cuxhaven und Hemmoor sollen auf das Konto der Bande gehen.

Großmengen von Dieselkraftstoffen wurden aus Sattelzugmaschinen und Tanklagern in Hemmoor, Drochtersen, Himmelpforten und Stade gestohlen. Auch diese Taten sollen die Tatverdächtigen verübt haben.

Als weitere Einnahmequelle entdeckten einige der Gruppe den Handel mit Betäubungsmitteln und verschreibungspflichtigen Medikamenten. So stehen sie im Verdacht, eine illegale Drogenplantage angebaut zu haben, um mit Cannabisprodukten zu handeln. Diese sogenannte "Indoor-Plantage" mit rund hundert Pflanzen wurde heute im Rahmen der Durchsuchungsmaßnahmen in der Ostener Wohnung des Hauptbeschuldigten aufgefunden und durch Polizeibeamte "geerntet".

Der Hauptverdächtige wurde durch Fahnder der Polizeiinspektion Cuxhaven / Wesermarsch am Mittwochmorgen widerstandslos in seiner Wohnung verhaftet. Offensichtlich finanziert der 23-Jährige seinen gesamten Lebensunterhalt ausschließlich durch Straftaten. Der durch ihn bislang mit verursachte Schaden beträgt bereits mehrere hunderttausend Euro. Er wird am heutigen Tage einem Haftrichter vorgeführt.

Die bisherigen Vernehmungen im Zusammenhang mit den derzeitigen Ermittlungsergebnissen lassen erwarten, dass es im weiteren Verlauf zur Aufklärung von zahlreichen Seriendelikten (Einbrüche in Büros und Lagerräume, diverse Diebstähle mehrerer Tonnen Kupfer, zahlreiche Diebstähle mehrerer tausend Liter Dieselkraftstoff, diverse Straftaten in Bezug auf entwendete oder aufgeschweißte Zigarettenautomaten) und zur Klärung weiterer Eigentumsdelikte kommen wird.

Die Polizeibeamten haben außerdem ermittelt, dass Mitglieder der Bande eine Vielzahl von Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz begangen haben könnten, indem sie vielfältige verschreibungspflichtige Medikamente, unter anderem sogenannte "K.O.-Tropfen" in den Verkehr gebracht haben sollen.

"Dies stellt ein hohes Gefahrenpotenzial dar, denn derlei Tropfen werden von Kriminellen zur Begehung von Sexualstraftaten und Raubstraftaten eingesetzt. Dies zeigt die Skrupellosigkeit, mit der die Tatverdächtigen ihren Lebensunterhalt bestritten haben", betont eine Sprecherin der Polizei.

Die Polizei geht davon aus, dass die strafbaren Handlungen der Bande auch der Öffentlichkeit nicht verborgen geblieben sind. Auch wird nicht ausgeschlossen, dass Teile des Diebesgutes inzwischen "an den Mann gebracht" wurden. Die Polizei bittet daher diejenigen Personen, die sachdienliche Angaben machen können, um Kontaktaufnahme unter der Tel.-Nr.: 04771 / 6070).

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Veröffentlicht
21. März 2012, 10:51
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