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Bürgermeister für den Frieden und gegen Atomwaffen

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Bürgermeister für den Frieden und gegen Atomwaffen

Niederkrüchten schließt sich der Bewegung "Mayors for peace" an

Niederkrüchten (bs). Am 2. Mai 1984 kam es auf dem Flugplatz Brüggen in Elmpt zu einer Beinahe-Katastrophe. Eine Nuklearwaffe fiel von einem Transportwagen und schlug aus 30 bis 40 Zentimeter Höhe auf den Betonboden auf. Sofort wurde das Gelände abgeriegelt und Experten aus London untersuchten die Waffe, die die achtfache Sprengkraft der Atombombe von Hiroshima (1945) besaß. Der Atomsprengkopf wurde bei dem Malheur nicht beschädigt, wie sich später herausstellte. Seit seiner Fertigstellung 1953 lebten die Menschen rund um den Fliegerhorst Brüggen, bei Elmpt gelegen, mit der Angst, dass Atomwaffen in ihrer Nähe gelagert würden. Erst nach dem Abzug aller Tornados, im September 2001, bestätigten die britischen Streitkräfte im Jahr 2007 den Zwischenfall und somit, dass in Elmpt atomare Waffen gelagert waren.

Die Organisation IPPNW (International Physicians for the Prevention of Nuclear War) ist ein internationaler Zusammenschluss von Human-, Tier- und Zahnärzten, die sich unter anderem vor allem für die Abrüstung atomarer Waffen einsetzen. "Unsere Aufgabe als Arzt und Ärztin ist es, jede Bedrohung für Leben und Gesundheit abzuwenden", so das Leitmotiv der IPPNW. Herbert Hochheimer, Schwalmtal und Dr. Helmut Küster aus Niederkrüchten sind Mitglieder dieser Organisation. Sie regten an, dass die Gemeinde Niederkrüchten dem Bündnis "Mayors for peace", Bürgermeister für den Frieden, beitritt. Das ist eine internationale Organisation von Städten, die sich der Friedensarbeit, insbesondere der atomaren Abrüstung, verschrieben haben. Die Organisation wurde 1982 auf Initiative des damaligen Bürgermeisters von Hiroshima, Takeshi Araki, gegründet.

Nach einigen Diskussionen über die Sinnhaftigkeit des Beitritts, in den Fraktionen des Niederkrüchtener Gemeinderates, fiel dann bei der letzten Ratssitzung in 2018 die Entscheidung für den Beitritt. Niederkrüchten gehört nun zu den 326 Städten und Gemeinden in Deutschland (weltweit sind es fast 8000), die Einfluss auf die weltweite Verbreitung von Atomwaffen nehmen wollen und diese verhindern möchten.

Am 8. Juli jeden Jahres hissen alle Mitgliedskommunen, rund um den Globus, die Flagge der Gemeinschaft. An diesem Tag im Jahr 1996 hatte der Internationale Gerichtshof in Den Haag geurteilt, dass die Atomwaffenstaaten aus dem Nichtverbreitungsvertrag (1968) verpflichtet sind, Verhandlungen zur Abschaffung von Atomwaffen zu führen und diese auch tatsächlich abzuschaffen.

"Einfach nur die Flagge hissen, das ist mir zu wenig", sagt Bürgermeister Karl-Heinz Wassong. Er lädt daher die Bürger der Gemeinde, Vereinsvertreter, Vertreter von Verbänden, Schulen und Kirchen zu einer etwas 60-minütigen Veranstaltung ein, die ein Zeichen setzen soll, für die weltweite Abschaffung von Atomwaffen. Das soll durch Erinnerungen, Ansprachen und ökumenischem Friedensgebet erfolgen. Das Treffen findet am Montag, 8. Juli 2019, um 18 Uhr am Rathaus in Elmpt statt.

Ort
Veröffentlicht
04. Juli 2019, 03:03
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