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Sagen und Geschichten in und um Nideggen

Die weiße Frau

Vor langer, langer Zeit ging ein Edler unterhalb der Burg Nideggen auf die Jagd. In seinem Eifer hatte er sich verlaufen und seine Jagdgenossen verloren. Als er so durch die Felsen irrte, bemerkte er plötzlich vor sich eine wunderschöne blaue Blume, die er niemals vorher gesehen hatte. Neugierig trat er näher und pflückte sie, um sie besser zu betrachten. Im selben Augenblick tat sich ein Felsspalt auf und eine Gestalt in weißem, langem Kleid mit einem schwarzen Tuch auf dem Haupt trat aus der Dunkelheit hervor. Der Edle verharrte regungslos und voller Schrecken. Die wunderschöne Jungfrau bedeutete ihm, näher zu treten und staunend stand er in der Höhle vor einer großen Schatzkiste voller Gold und Edelsteinen. Die weiße Frau erzählte ihm nun, dass sie wegen ihrer schlimmen Verfehlungen im Leben verdammt sei, auf ewig diesen Schatz zu bewachen, aber erlöst werden könne. Wie dies geschehen könnte, dürfe sie aber nicht verraten. Der Edle legte die Wunderblume beiseite, lud sich die Taschen voll mit Gold und Geschmeide, so viel, wie er tragen konnte und wandte sich ab zum Gehen.

Die Frau jedoch mahnte ihn: „Vergiss das Beste nicht!" Er aber in seiner Gier verstand ihre Worte nicht und entfernte sich.

Von Zauberhand schloss sich die Felsspalte mit der Dame und alles war wie vorher: Schatz, Höhle und Wunderblume waren verschwunden. Der Edle stand da mit leeren Händen. Hatte er alles vielleicht nur geträumt?

Die weiße Frau jedenfalls ward niemals mehr gesehen.

Margot Klinke

Heimat- und Geschichtsverein Nideggen e. V.

Quelle: Volksmund

http://www.heimat-geschichtsverein-nideggen.de

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Veröffentlicht
15. Mai 2015, 00:00
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