Sag uns, was los ist:

Abschlussmeldung zur Vollübung Most

whatsapp shareWhatsApp

(ots) /- Am heutigen Tage (17.10.2018) führten das Polizeipräsidium Neubrandenburg und die KWP Stettin einen großen gemeinsamen Übungseinsatz durch.

Eine Entführung wurde auch unter Mitwirkung von Schauspielern wie folgt inszeniert: Gegen 07:05 Uhr ging in der Einsatzleitstelle des Polizeipräsidiums Neubrandenburg über den Notruf der Hinweis einer Zeugin ein, dass vor der Regionalschule in der Georg-Adolf-Demmler-Straße in Ribnitz Damgarten Personen in ein Fahrzeug gezerrt worden seien. Ein Funkwagen begab sich zum Ereignisort und befragte die Hinweisgeberin. Schnell verdichtete sich dadurch die Erkenntnis, dass eine Frau und zwei Kinder durch Täter mit einem grauen Transporter in unbekannte Richtung verbracht worden sind. Der Zeugin waren die Opfer bekannt und sie gab an, dass es sich um die Mutter Nadja und ihre Kinder Paulina (1Jahr) und Adrian (14 Jahre) handeln könnte. Bei einem der Tatverdächtigen bestand die Vermutung, dass es sich um den Ex-Ehemann und Vater der Kinder handeln könnte. Durch die Kriminalpolizei wurden unmittelbar Ermittlungen aufgenommen, welche Hinweise darauf ergaben, dass der Mann in Richtung Polen fahren könnte. Sofort wurden weiträumige Fahndungsmaßnahmen getroffen. Die Kräfte des Bereitschaftspolizeiamtes, der Bundespolizei, des Landeswasserschutzpolizeiamtes und die polnische Polizei wurden über den Sachverhalt informiert und alarmiert. Im Polizeipräsidium Neubrandenburg wurde eine sogenannte Besondere Aufbauorganisation unter Leitung des Polizeiführers, Polizeipräsident Nils Hoffmann-Ritterbusch, aufgerufen, um sämtliche Maßnahmen auch landkreis- und länderübergreifend treffen und koordinieren zu können. Dabei hatte der Schutz der Opfer immer oberste Priorität. Um 10:40 Uhr wurde bekannt, dass es in der Ortschaft Hintersee einen Unfall mit einem grauen Transporter gegeben haben soll. Eine Frau mit einem kleinen Kind sei noch im Fahrzeug, zwei Männer und ein Kind seien in unterschiedliche Richtungen davongelaufen. Die eingesetzten Kräfte stellten fest, dass es sich bei den Personen im Fahrzeug um die Entführungsopfer handelte. Die Frau konnte angeben, dass ihr Sohn und die Täter in ein Waldstück in Richtung Polen gelaufen seien, dies jedoch in unterschiedliche Richtungen. Außerdem gab sie den Hinweis, dass die Täter bewaffnet seien. Diese Information wurde an alle Einsatzkräfte mit dem Hinweis auf Eigensicherung weitergegeben. Im Bereich der polnischen Grenze kam es daraufhin zu umfangreichen Fahndungsmaßnahmen. Durch zahlreiche polnische und deutsche Kräfte wurden die Wälder beiderseits der Grenze durchsucht. Dabei kam eine Hundertschaft der Bereitschaftspolizei, Hundeführer und drei Hubschrauber (ein polnischer, einer der Landespolizei und einer der Bundespolizei) zum Einsatz. Das Besondere dabei war es, dass deutsche Polizeikräfte der polnischen Polizei und polnische Polizeikräfte der deutschen Polizei zugeordnet waren. Die polnischen Kollegen brachten darüber hinaus ihre Reiterstaffel und Drohnen zum Einsatz. Um 14:20 Uhr konnte durch deutsche und polnische Spezialkräfte der erste Täter im Wald festgestellt werden. Dieser eröffnete mit einem Maschinengewehr das Feuer auf die Beamten, konnte jedoch überwältigt werden. Der Mann, bei welchem es sich um den Vater der Kinder handelte, wurde verletzt in ein Krankenhaus verbracht. Polizisten wurden nicht verletzt. Um 15:00 Uhr konnte der 14-jährige Junge unverletzt und wohlbehalten in Dobieszczyn festgestellt werden. Er wurde durch Ärzte und Psychologen betreut. Um 15:50 Uhr konnte auch der zweite Täter auf polnischer Seite durch Spezialkräfte festgenommen werden. Diese Festnahme galt auch als Übungsende.

Dieser Einsatz stellte die Polizeiführung und Einsatzkräfte vor zahlreiche Herausforderungen. So galt es zum Beispiel, die unterschiedlichen Kommunikationskanäle wie Computer oder Funk und vor allem die sprachlichen Barrieren zu überwinden.

Der Einsatz wird jetzt detailliert nachbereitet und ausgewertet, Optimierungsbedarfe sollen festgestellt werden, um sie für zukünftige gemeinsame Einsätze berücksichtigen und vermeiden zu können.

Nach der Auswertung wird seitens des Polizeipräsidiums ein erstes Fazit zu ziehen sein.

Unser Dank gilt allen eingesetzten Kräften der Landes- und Bundespolizei und den polnischen Kollegen.

Ort
Veröffentlicht
17. Oktober 2018, 15:28
Autor
whatsapp shareWhatsApp

KOMMENTARE

Melde dich an, um dich zu beteiligen. Du hast noch kein Konto? Registriere dich jetzt!