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Michaele Mewißen erfolgreich bei den Winter Games Die Brüggenerin nahm in Innsbruck an den Winter World Masters Games teil Brüggen (bs). Mitte Januar fanden in Innsbruck die dritte Winter World Masters Games statt. Über 3.000 Sportler aus 56 Nationen traten in zwölf Wintersportarten unter dem Motto "spirit together" gegeneinander an. Damit waren die Winterspiele der Generation Ü30 größer als die letzten olympischen Winterspiele 2018. Mit dabei im Teilnehmerfeld war Michaele Mewißen aus Brüggen-Lüttelbracht. Im Eisschnelllauf war sie mit ihren Vereinskollegen vom EC Grefrath für Deutschland am Start und konnte überraschenderweise direkt am ersten Tag zwei bronzene Medaillen über 500 Meter und 3.000 Meter erringen. Am zweiten Tag konnte sie dann im direkten Duell gegen ihre nationale Gegnerin Anna Arlt mit neuer Bestzeit Silber über 5.000 Meter sichern. Den Abschluss bildeten für sie, als bevorzugte Langstreckenläuferin, die 10.000 Meter, welche nur noch ganz selten von Damen gelaufen werden. Dort musste sie sich dann der neuen Weltrekordhalterin der Masters AK35, Eva Riemersma aus den Niederlanden, geschlagen geben. Nicht nur auf dem Eis konnte Mewißen ihr Können zeigen, sondern auch auf der Bühne in der Masters Village mitten in der Innenstadt. Im Vorfeld wurden Athleten gesucht, die außer ihrer Sportart noch ein anderes Hobby haben und es auf der Bühne präsentieren möchten. So konnte sie zu Beginn der Masters Games auch die Tradition des Fahnenschwenkens demonstrieren. Allerdings nicht auf der Bühne, sondern aus Platzgründen mitten unter den Zuschauern. Das Masters Village war der kulturelle und soziale Treffpunkt für alle Athleten, Begleitpersonen, Einheimische und Gäste des größten Wintersport-Festivals für über 30-jährige. Spannende Attraktionen und heimelige Atmosphäre machten das Masters Village zu einem Erlebnis. *Michaele Mewißen in Aktion. Foto: privat
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Interview mit Michael Althoff Teil 2 Nach Aussage des Statistischen Bundesamtes waren im Jahr 2018 rund 15,3 Millionen Menschen von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Dies stellt einen Anteil von 18,7 Prozent der deutschen Bevölkerung dar. Dabei handelt es sich in der Regel nicht um existenzielle Armut, wie etwa ein Mangel an Lebensmitteln, der eine unmittelbare Gefahr darstellt. Trotzdem leben die betroffenen Menschen im Vergleich zur übrigen Bevölkerung mit erheblichen Einschränkungen. Als bedürftig gelten Menschen mit geringer Rente, mit Grundsicherung, Bezieher von Arbeitslosengeld II, darunter zahlreiche alleinerziehende Mütter oder aus unterschiedlichen Gründen schwer vermittelbare Langzeitarbeitslose. Dieser Kreis wurde durch Flüchtlinge, Asylanten und Obdachlose deutlich erweitert. Im zweiten Teil des Interviews spricht der Vorsitzende der Nettetaler Tafel, Michael Althoff, über Berührungsängste der Kunden, Zukunftspläne und Unterstützungsmöglichkeiten für die Tafel. Wie viele Menschen gehören zum Team der Nettetaler Tafel? Das Team der Nettetaler Tafel besteht zurzeit aus fünfzig ehrenamtlichen Mitgliedern. Gibt es Probleme, neue Helfer zu finden? Ich würde einmal ganz vorsichtig "Jain" sagen, denn in der Regel haben wir zum Sortieren der Lebensmittel genügend ehrenamtlichen Helfer. Im Gegensatz zu anderen Tafeln gibt es in Nettetal keine Läden. Warum ist das so? Wenn man sich Nettetal einmal anschaut, so haben wir verschiedene, zum Teil weit auseinanderliegende Ortsteile. In welchen Ortsteilen müsste man einen Laden aufmachen? Hier stellt sich wiederum die Frage, wo bekommt man diesen Laden? Eine weitere Frage ist die der Finanzierung, denn es fielen viele zusätzliche Kosten für Miete, Versicherung, Strom, Wasser und Heizung usw. an. Natürlich nicht zu vergessen, die Innenausstattung dieser Läden. Zusätzlich benötigt man vor Ort eine Kühlung, Kühltheken und vor allem Dingen Mitarbeiter, die diesen Laden führen. Ich habe die Tafel hier in Nettetal nur so kennengelernt, dass man morgens einholt, sortiert und alles zeitnah am gleichen Tag auf das Fahrzeug lädt, um damit zu den Ausgabestationen zu fahren. Wir haben hier in Nettetal 20 Haltestellen, die zu festen Zeiten, an festgelegten Tagen anfahren werden. Diese Zeiten sind den Kunden der Tafel bekannt. Wenn man einen oder mehrere Läden hätte, brauchte man diese Fahrzeuge trotzdem. Ich denke das Nettetaler Tafel System, mit festen Haltestellen ist zurzeit am kostenneutralsten. Außerdem haben die Bedürftigen in unserem System keine langen Wege zurückzulegen. Gab es Rückschläge oder Momente, wo Sie dachten, ich kann dieses Amt nicht mehr ausüben? Nein, noch nicht. Was ist Ihr größter Wunsch für die Nettetaler Tafel? Wie lange haben Sie Zeit? (Michael Althoff lacht). Der wichtigste Aspekt ist, dass die Tafel weiterhin die nötige Unterstützung in der breiten Bevölkerung findet. Dabei möchte ich die Parteien und unsere Politiker natürlich nicht ausschließen. Wobei ich erwähnen möchte, dass wir die ein oder andere Spende vonseiten der Parteien erhalten haben. Eine Politikerin geht sogar so weit, dass sie ihre Sitzungsgelder der Nettetaler Tafel spendet. Ich wünschte mir, dass die Tafeln nicht mehr nötig wären, dass es uns allen so gut ginge, dass sie überflüssig würden. Leider wissen wir alle, dass so etwas illusorisch ist und es in naher Zukunft nicht geben wird. Deshalb hoffe ich, dass die Tafeln weiterhin Unterstützung bekommen. Welche Werte sind für Sie wichtig? Ich bin ein Gefühlsmensch und mir ist wichtig, dass es allen Menschen gutgeht. Was bringt Sie zum Lachen? Ich bin ein Mensch, der nach Möglichkeit bei jeder Gelegenheit lacht und immer einen lustigen Spruch auf den Lippen hat. Sie sind sicherlich im Verein sehr eingebunden? Gibt es noch Zeit für Hobbys oder private Aktivitäten? Ja, die gibt es wirklich. Es liegt aber vor allem daran, dass wir uns im Verein gegenseitig unterstützen und die Aufgabe gemeinsam tragen. Es ist nicht so, dass der Vorsitzende bei uns die gesamte Last trägt. Diese ist auf vielen Schultern verteilt. Zum einen auf den Vorstand, aber vor allem auf 45 weitere helfende Mitglieder, die sich wirklich richtig engagieren, damit diese Arbeit geleistet werden kann und bei denen ich mich hier in aller Öffentlichkeit ganz herzlich, auch im Namen des Vorstands, bedanken möchte. Erzählen Sie dem Leser eine kuriose oder lustige Geschichte aus Ihrer langjährigen Tätigkeit. Diese Geschichte ist eigentlich aus meinem Arbeitsleben. Ich war im Außendienst bei der Firma Mars beschäftigt und habe für einen Kollegen in einem anderen Gebiet eine Urlaubsvertretung gemacht. So kam ich zu einem Kunden, betrat das Büro und stellte mich vor, indem ich "Althoff Firma Mars" sagte. Der Kunde nickte und sagte ebenfalls "Althoff". Wir schauten uns an und ich sagte zum Verständnis, dass mein Name Althoff sei. Darauf antwortete er lachend, dass es ebenfalls sein Name sei. Auf diese Weise war sofort eine Gesprächsgrundlage geschaffen. Was sind die drei Dinge, die mit auf die Insel müssen? Ich nehme auf jeden Fall meine Frau mit, ein Taschenmesser und Feuer, damit man sich eventuell bei Bedarf wärmen und natürlich Nahrung zubereiten kann. Haben Leser die Möglichkeit, die Tafel zu unterstützen? Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Tafel zu unterstützen. Eine Möglichkeit wäre, sich einzubinden und gegebenenfalls einen halben Tag mitzuarbeiten. Es gibt auch die Möglichkeit Lebensmittel zu spenden, die noch brauchbar sind. Es bietet sich auch die Alternative, die Tafel mit finanziellen Mitteln zu unterstützen. Diese Mittel werden dringend benötigt. Es hat in den vergangenen Jahren Gott sei Dank viele Unterstützer gegeben, die die Arbeit und den Erhalt der Tafel möglich machen. Ich möchte hier gleich die Gelegenheit nutzen und mich dafür nochmals im Namen der Tafel bei allen Unterstützern zu bedanken. Dank gilt den Kirchen in Nettetal, dem Lions Club Nettetal und der Stiftung von Pfarrer Torka, den Sparkassen/Volksbanken in Nettetal, der Kleiderkammer von Hand zu Hand im Rosental und nicht zu vergessen den vielen Bürgern, die mit ihren Spenden erheblich zum Erhalt der Tafel beitragen. Dabei möchte ich nicht unsere amtierende Stadtprinzessin Silvia I. vergessen, die in ihrer Session auf Blumen und Geschenke verzichtet und stattdessen unter dem Moto "Seid jeck und habt das Herz am rechten Fleck", Geldspenden für die Nettetaler Tafel sammelt. Das Interview führte Johannes Hahnefeld.
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