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Schützenfest der St. Johannes-Bruderschaft Schlöp

Schützenfest der St. Johannes-Bruderschaft Schlöp

Teil 1: Erster Schützenverein "Sant Johannes-Schützengesellschaft am Hombergen"

Hinsbeck (hk). Vom 22. bis 26. Juni feiert die St. Johannes-Bruderschaft Hinsbeck-Schlöp ihr Schützenfest. Traditionell wird auf der Festwiese neben der Gaststätte Secretis, dem Vereinslokal der Bruderschaft, das Festzelt aufgestellt. Hierzu lädt die kleine Bruderschaft mit König Paul Weuthen sowie seinen Ministern Günther Birker und Wilfried Fliegen an der Spitze alle Interessierten herzlich ein. Um die Bruderschaft und ihre Vorgänger-Gesellschaften besser kennen zu lernen, soll ihre Geschichte in dieser und den nachfolgenden Ausgaben der GN dargestellt werden.

Über die erste "Sant Johannes Schützengesellschaft am Hombergen", dem Vorläufer der heutigen Bruderschaft, sind nur wenige Daten bekannt. Auch ihr Gründungsdatum liegt im Dunkel der Zeit. Zwar sind handschriftliche Statuten der Gesellschaft erhalten geblieben, die der Schrift nach zu urteilen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts niedergeschrieben wurden, jedoch ohne Datum. Die erste Erwähnung der Schützengesellschaft stammt von der Beerdigung des Grafen Heinrich Edmund von Schaesberg (1779-1835) am 4. November 1835, Bürgermeister der Gemeinden Hinsbeck und Leuth von 1818 bis 1835. In einer Rechnung vom 17. November 1835 heißt es: "Die Schützen vom Hombergen verzehrt für das Leuten läuten - 23 Silbergr.oschen". Der Betrag wurde an den Küster der Pfarrkirche St. Peter, Peter Johann Holthausen (Küster von 1791-1846), mit den allgemeinen Ausgaben der Beerdigung wie Wachs, Papier und Stoffbänder ausgezahlt.

Weitere Nennungen der Schützengesellschaft Hombergen sind belegt für 1857 (später auch für 1872), als sie sich bei der St. Antonius-Bruderschaft Hinsbeck "Fahne und Bänder" auslieh. Auch in den Protokollbüchern der ehemaligen St. Josefs-Bruderschaft in Lobberich-Bocholt ist in den 1860er bis 1870er Jahren mehrfach das Ausleihen der Fahne durch die Schützengesellschaft Hombergen verzeichnet. Daraus folgerte Franz-Josef Weuthen in seiner Festschrift 1990: "Aus der Tatsache, dass man sich für den Schützenzug die Fahne der Bruderschaft im Dorf lieh, müssen wir entnehmen, dass die St. Johannes-Schützengesellschaft weder groß noch wohlhabend war..."

Die Schützengesellschaft hatte ihr Vereinslokal zunächst in der Gaststätte Peter Anton Wolters (heute Hombergen 17 - Fotostudio Faahsen). 1863 wurde die Gaststätte geschlossen und das Anwesen an den Grafen von Schaesberg als Rentei und Wohnung seiner Angestellten verkauft. Daraufhin eröffnete Johann Wilhelm Pollen im gleichen Jahr im Nebengebäude (heute Hombergen 16 - Marcus Faahsen) eine Gaststätte, die nun Vereinsheim wurde. Im zugehörigen kleinen Saal bewahrte der Verein laut den späteren Mitgründern der Deutschen Wehr Willi Steinbergs und Jochen Erkens alle Vereinsunterlagen auf, darunter auch das Königssilber. Als 1884 das Haus abbrannte, gingen auch alle Unterlagen und Gerätschaften der St. Johannes-Schützengesellschaft verloren. Zwar baute der Sohn Michael Pollen das Anwesen und die Gaststätte, die 1909 sogar als "Hotel-Restaurant" bezeichnet wurde, wieder auf. Aktivitäten der Gesellschaft sind jedoch nur noch bei einigen Tanzveranstaltungen in außerhalb liegenden Gaststätten wie Michael Lommes (Gaststätte "de Trom"), Gottfried Dückers (heute Secretis) oder Andreas Kaasen (im Schlibeck) erfasst. Ein Auflösungsdatum der Gesellschaft ist nicht bekannt, nach 1889 tritt sie jedoch nicht mehr in Erscheinung.

1887 gründete sich im Hombergen die "Gesellschaft Eintracht". Präsident war der Hufschmied Johann Gerhard Neuhausen, weit über die Grenzen Hinsbecks hinaus bekannt als Heilpraktiker "Mejur Schmett". Den Namen trug er, weil er bei der ruhenden (oder aufgelösten) Schützengesellschaft Hombergen Major gewesen war. Die neue Gesellschaft scheint eine Übergangsgesellschaft zwischen der St. Johannes-Schützengesellschaft und dem 1900 gegründeten "Schützenvereins Deutsche Wehr" gewesen zu sein. Ihre Mitglieder traten im Jahre 1900 fast geschlossen in den neu gegründeten Schützenverein "Deutsche Wehr" ein, in dem nun alle Schützenbrüder "der Ortschaften Hombergen, Bay, Bruch, Schanz, Schlöp, Hamsel, Hack, Neustraße usw." zusammengefasst waren.

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Veröffentlicht
08. Juni 2018, 05:35