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Brachter Mühle zu Pfingsten im Doppelpack

Brachter Mühle zu Pfingsten im Doppelpack

Dem Offenen Brachter Mühlentag folgte der Deutsche Mühlentag

Bracht (bs). Leckeren Kuchen und das Tässchen Kaffee im Mühlencafé oder bei schönem Wetter vor der Mühle genießen, das bedeutet für viele Besucher "Mühlentag". Dabei bietet der Trägerverein "Heimatmuseum Brachter Mühle" noch weit mehr an diesen Tagen und gewinnt Künstler, Sammler und Aussteller zur Präsentation ihrer Werke in der Mühle. So gab es auch am Pfingstwochenende zwei Ausstellungen zu sehen. Auf der Empore der Mühle zeigte Wilfried Füsers Schätze aus seiner Sammlung von historischen Ansichtskarten, Briefen, Notgeld und Firmenbriefbögen. Sie hatten alle einen Bezug zu Born, Bracht oder Brüggen. Die ältesten Dokumente trugen Daten ab 1800. Optisch reizvoll wirkten die alten Firmenbögen, auf denen die Liegenschaften des Unternehmens ausgiebig als Briefköpfe dargestellt wurden. Vieles was als geschichtliches Dokument verwertbar wäre, aber bereits in natura verschwunden oder nur als Ruine erhalten ist, findet man noch auf den Karten und Fotos in der Sammlung Füsers. Beispielsweise das Gebäude des Reichs-Arbeitsdienstes, seinerzeit zwischen Brüggen und Swalmen gelegen, von dem heute noch nur wenige Mauern zu sehen sind, und an das sich kaum noch jemand erinnern kann. Von dort aus zogen die Kolonnen mit Schaufeln und Hacken los, um Schanzen zu bauen und Laufgräben auszuheben.

Im Gegensatz zu den alten schwarz-weißen Fotodokumenten Füsers standen die Fotos, die eine Etage tiefer im Durchgang der Mühle zu sehen waren. Ein roter Marienkäfer, dessen glänzende roten Chitinpanzer-Flügel mit schwarzen Punkten bedruckt waren, kletterte auf einer noch grünen unreifen Weizenähre herum. Dieses Bild, von Barbara Munderloh fotografiert und großformatig auf Leinwand gezogen, begrüßte die Besucher in der Ausstellung des Fototreffs Schwalmtal. Die Mitglieder zeigten eine Ausstellung aktueller Arbeiten. Die Besucher standen einer fotografischen Bandbreite gegenüber, die vom Granatapfel in Marakesch (Walter Schemel) bis zum Blässhuhn-Baby auf der Schwalm (Herbert Sieburg) reichte. Jedes Bild bot in irgendeiner Weise Anlass für Gesprächsstoff. So sah man dann auch immer wieder kleine Grüppchen, die sich mit irgendeinem der Werke näher befassten und über Motive und Bildaufbau diskutierten.

Am Pfingstwochenende gab es die Mühle gleich im Doppelpack. Pfingstsonntag war der offene Mühlentag. Pfingstmontag fand deutschlandweit der Deutsche Mühlentag statt, zu dem die Brachter Mühle ihr Doppeltor auch ganz weit geöffnet hatte.

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Veröffentlicht
01. Juni 2018, 06:40
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