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Beim Asylkreis wurde über den Tellerrand gekocht

Großes syrisches Dinner - gefördert vom BAMF

Am 6.12.2015 gab es eine Premiere: Das Kochprojekt des Asylkreises Schwalmtal kochte erstmals im großen öffentlichen Rahmen über den Tellerrand. Bisher fanden alle Kochevents in privaten Haushalten statt, doch am 6.12.2015 war das anders. 33 Menschen waren zusammengekommen - Menschen aus Syrien und Menschen aus Schwalmtal und Niederkrüchten, um gemeinsam unter der Leitung von Chefkoch Mohammad Al Mahamid ein großes syrisches Dinner zu bereiten.

Das Besondere: es war keine Einzelaktion, sondern am 6. Dezember wurde bundesweit über den Tellerrand gekocht. Gefördert vom Bundesministerium für Migration und Flüchtlinge (BAMF) haben an diesem Tag 20 „Satelliten" des Berliner Vereins Über den Tellerrand e.V. in vielen Städten und Gemeinden Deutschlands zusammen mit Flüchtlingen gekocht. Und auch das Kochprojekt des Asylkreises Schwalmtal war dabei. Möglich gemacht wurde das in allererster Linie von Königs Küchen in Niederkrüchten-Dam. Dorothee und Theo Königs hatten ihr Küchenstudio kostenlos zur Verfügung gestellt.

Von der Planung über den Einkauf bis zur Zubereitung des Menüs - Chefkoch Mohammad Al Mahamid aus Syrien hatte federführend die Leitung. Und man spürte deutlich, dass er in seinem früheren Leben Koch im eigenen Restaurant war. Er hatte den Überblick und die Lage im Griff.

Ab 15 Uhr füllte sich das Küchenstudio der Firma Königs mit den angemeldeten Gästen. Es kamen sogar einige unangemeldet. „Das Interesse war an unserem Kochevent war riesig", sagt Biggi Mestmäcker vom Asylkreis Schwalmtal. „Wir machen deshalb ganz sicher weiter und werden auch in 2016 wieder über den Tellerrand kochen - in Schwalmtaler Privathaushalten und auch öffentlich bei Königs Küchen in Niederkrüchten-Dam. Wir freuen uns schon jetzt darauf."

Es war ein unglaubliches Gewusel, alle kochten, schnippelten, formten Teigbällchen oder rollten Fleischwürstchen. Überall standen gemischte Grüppchen herum, unterhielten sich angeregt, spielten miteinander Gitarre und Laute. Und dann war es soweit. Nach vier Stunden schnippeln und kochen war das Essen fertig.

Das Menü. Guten Appetit.

Tabouleh - Petersilienbulgursalat.

Fatusch - Salat mit in Öl knusprig frittierten Brotstücken.

Indian Kabab - Lammgehacktes auf einem Tomatenzwiebelbett mit Pininenkernen.

Kebseh - Hähnchenschenkel auf Reis mit Nüssen und Rosinen.

Maemul madd bialttamarr - arabische Datteln in Teig gebacken mit Pistazien.

Alle genossen hungrig, müde, erschöpft, aber auch glücklich das gemeinsam zubereitete syrische Dinner. Und nach dem Essen gab's syrische Musik und eine Präsentation über das Heimatland und das Leben des Chefkochs. Interessant und aufschlussreich. Aber sie machte auch nachdenklich. Lernte man doch, dass es jedem passieren kann, dass man sein Leben hinter sich lassen muss, wenn man überleben will.

Mehr zum Über den Tellerrand kochen und zur Arbeit des Asylkreises auf http://www.asylkreis-schwalmtal.de .

SCHLAGWORTE:
Ort
Veröffentlicht
24. Dezember 2015, 00:00
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