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Apotheker-Tipp

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Hautpilz als "Souvenir" im Gepäck

Ein Mitbringsel aus dem Urlaub soll an die schönen Tage erinnern, die man verbracht hat, aber auf manche "Souvenirs" würde man gerne verzichten. Gemeint sind Krankheiten, die man sich am Urlaubsort eingefangen hat und die einem dann zu Hause zu schaffen machen. Eine davon ist eine spezielle Hautpilzerkrankung mit dem Pilz Microsporum canis. Ihn bringen die Urlauber immer häufiger aus dem Süden mit. Überträger sind meistens streunende Katzen, denen der Befall mit dem Pilz oft nicht anzusehen ist. Streichelt man sie, kann man sich Sporen des Pilzes einfangen, die im Fell auf einen neuen Wirt warten. Die Wahrscheinlichkeit sich anzustecken ist groß, denn in Südeuropa sind etwa 90 Prozent der herrenlosen Katzen damit infiziert. Gelangen die Sporen auf die Haut, bilden sich schon nach zehn Tagen kreisrunde, klar abgegrenzte, rötliche, schuppende und juckende "Hexenringe", die sehr ansteckend sind. Erkranken können sowohl Kinder als auch Erwachsene, doch bei Kindern besteht zudem die Gefahr, dass sich die Sporen auf den Kopf übertragen und dort zu dem gefürchteten Kopfpilz Tinea capitis führen. Eindeutiges Zeichen sind kreisrunde Stellen, an denen die Haare abgebrochen sind und nur noch Stoppeln zurückbleiben. Der Kopfpilz ist bei Kindern eine der am schwersten zu behandelnden Pilzinfektionen. Bis zu acht Monaten kann die Behandlung dauern. Dabei müssen konsequent Medikamente eingenommen werden und die Kopfhaut zudem mit Antipilzcreme behandelt werden um die Weiterverbreitung einzudämmen. Sollte eventuell noch das eigene Haustier von dem Pilz befallen werden, drohen immer wieder Neuinfektionen.

Es gilt also, einen Pilzbefall schnell zu entdecken und zu behandeln, was nicht immer gelingt, weil der Hautarzt ohne die nötigen Vorinformationen vielleicht zunächst ein Ekzem vermutet. Wenn also kurz nach dem Urlaub Hexenringe auf der Haut zu sehen sind, sollte dem Arzt der Tierkontakt mitgeteilt und bei Verdacht einer Pilzinfektion eine Gewebeprobe entnommen werden. Treten die Flecken schon im Urlaub auf, kann man sich in der Apotheke den rezeptfreien Wirkstoff Bifonazol besorgen, um die juckenden Stellen damit zu behandeln. Der beste Schutz vor dem Microsporum canis ist, den Kontakt mit fremden Tieren zu vermeiden - und mögen sie auch noch so süß sein.

Ort
Veröffentlicht
18. Juli 2019, 03:06
Autor
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