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39. Nettetaler Wirtschaftsgespräch: Arbeitgeber müssen attraktiv sein

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39. Nettetaler Wirtschaftsgespräch: Arbeitgeber müssen attraktiv sein

Nettetal (red). "Was zählt, ist die DNA eines Betriebes sowie die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen und den Produkten - und nicht das 35. Arbeitszeitmodell", erklärte Prof. Dr. Jutta Rump, was einen Arbeitgeber heute attraktiv macht. Wie wichtig Fachkräfte für jedes Unternehmen sind, wie schwer es wird, in Zukunft das geeignete Personal zu finden und wie unumgänglich der richtige Umgang mit der Ressource "Arbeitskraft" ist, erlebten über 150 Gäste beim 39. Nettetaler Wirtschaftsgespräch, zu dem die Stadt zusammen mit den Stadtwerken eingeladen hatte. Zum Thema "Attraktivität als Arbeitgeber - was man heute für morgen wissen sollte" begrüßte Bürgermeister Christian Wagner in diesem Jahr Prof. Dr. Jutta Rump, die seit 2007 zu den "40 führenden Köpfen des Personalwesens" (Zeitschrift Personalmagazin) und zu den zehn wichtigsten Professoren für Personalmanagement im deutschsprachigen Raum gehört.

Die Professorin für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Internationales Personalmanagement und Organisationsentwicklung schilderte anschaulich, wie sehr sich die Arbeitswelt verändern wird und welch großen Stellenwert der Faktor "Arbeitskraft" einnehmen wird. Rump rechnete anhand von 45 Arbeitsjahren der Mitarbeiter vor, wie hoch der Personal-Vermögenswert für einen Betrieb ist. "Dies ist ein sehr hoher Wert für Ihren Betrieb und sollte genauso gepflegt werden wie die Finanzen oder Ihr Maschinenpark", rät Rump. Für die Produktivität und den wirtschaftlichen Erfolg tragen motivierte, qualifizierte und gesunde Mitarbeiter bei. Auch ein Angebot von Aus- und Weiterbildung sei für Unternehmen ebenfalls unumgänglich.

Gleichzeitig brachte sie die Babyboomer und die Generation Y/Z ins Spiel.

"Wenn die Babyboomer, also die vor dem Jahr 1970 Geborenen, Mitte des kommenden Jahrzehnts in den Ruhestand gehen, wird der Bedarf an Fachpersonal richtig dramatisch. Erst 2065 / 2070 wird sich die Lage dann wieder stabilisieren - allerdings nur, was den Bestand und nicht den zusätzlichen Bedarf anbelangt. Die Arbeitswelt indes verändert sich bis zu diesem Zeitpunkt ebenfalls erheblich, zunehmende Digitalisierung werde dort für eine völlige Neustrukturierung sorgen. Hier kommt die Generation Y/Z ins Spiel, die sich in der vernetzten Welt bestens auskennt, jedoch völlig andere Werte lebt als die derzeitige Arbeitsgeneration. Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Führung im Sinne von Delegation, Team als Zweckgemeinschaft und ein ausgeprägtes Sicherheitsbedürfnis zeichnet die künftige Arbeitnehmerschaft aus.

Am Ende stand die zentrale Frage nach Gründen, weshalb Mitarbeiter kommen, bleiben oder gehen. Für Prof. Rump ist das Image des Arbeitgebers und eine interessante Aufgabe entscheidend, warum neue Mitarbeiter kommen. Sie bleiben bei einer interessanten Aufgabe sowie der Möglichkeit zum selbständigen Arbeiten und gehen wegen des Vorgesetzten und mangelnder Entwicklungsmöglichkeiten. Bedeutet: Nicht - wie von vielen erwartet - sind die finanziellen Gründe die Ursache für den Wechsel von Personal. Vielmehr muss es den Unternehmern und Arbeitgebern gelingen, Mitarbeiter zu gewinnen, entwickeln und zu binden." Nach dem kurzweiligen Vortrag konnten sich die Gäste im Haus Bey noch über die neu gewonnenen Erkenntnisse austauschen. Organisiert wurde die Traditionsveranstaltung, die zu den ältesten Netzwerkveranstaltungen am Niederrhein zählt, durch den Zentralbereich Wirtschaft und Marketing der Stadtverwaltung sowie die Stadtwerke Nettetal.

Nettetaler Wirtschaftsgespräche

Seit 1991 finden regelmäßig die Nettetaler Wirtschaftsgespräche statt, zunächst auf Schloss Krickenbeck und jetzt auf Haus Bey. Neben interessanten, aktuellen Themen und fachkundigen Referenten steht auch das Gespräch zwischen Vertretern aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik im Vordergrund des Abends. Referenten waren unter anderem Klaus Töpfer (1992), Martin Bangemann (1995), Alexander Niemetz (1999), Norbert Lammert (1998), Georg Milbradt (2001), Friedrich Merz (2001), Klaus von Dohnanyi (2005), Rolf A. Königs (2012) oder zuletzt Michael Braungart (2018).

Ort
Veröffentlicht
17. Oktober 2019, 03:07
Autor
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