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Frohsinn und Brauchtum Zingsheimer Junggesellenverein feierte hundertjähriges Bestehen (ar) Auch wenn die Fahne des JGV "Frohsinn" nicht mehr das Original von 1919 ist, sondern aus den achtziger Jahren stammt, weiß man im Kreis der Jungmänner noch alte Traditionen zu schätzen. Am Festtag wurden deshalb auch im Rahmen eines Umzuges die heute noch praktizierten Bräuche vorgestellt, darunter das Aufstellen des Maibaumes am traditionellen Maiplatz. Danach zogen die Junggesellen mit ihren Gästen weiter zum 400 Meter entfernten Kirmesbaum, wo der Kirmesknochen, d.h. der Schädelknochen eines Bullen ausgegraben wurde. Dann ging es weiter Richtung Rathaus, wo das traditionelle Hahneköppen sonst am letzten Tag der Kirmes stattfindet. Anders als noch vor hundert Jahren wurde dieser Brauch auch am Festtag unserer Zeit entsprechend mit einem Gummihahn praktiziert. Der als Sieger gefeierte Hahnkönig durfte seine Königin dann zum Tanz auffordern. Nach soviel Brauchtum wurde der gereichte Imbiß dankbar aufgenommen, bevor es weiter ging zum Denkgottesdienst in der Pfarrkirche. Klar wurde an diesem Nachmittag, dass der Junggesellenverein immer auch eine wichtige Funktion erfüllt hat. Er bot und bietet jungen Männern neben den Sportvereinen eine Möglichkeit, in geselliger Runde zusammenzukommen. Das dürfte in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg noch wichtiger gewesen sein als heute. Schade, dass man über die genauen Beweggründe der Vereinsgründung fast nichts weiß. Auch das Datum der Vereinsgründung ist unbekannt. Man hat es anhand von Fotos ungefähr ins Jahr 1919 datiert. Den aktuell 21 Mitgliedern im Alter von 16 bis 27 wird es nicht soviel ausmachen. Sie konnten am 29. Juni auf jeden Fall einen gelungenen Festablauf präsentieren. Und beim Open-Air-Konzert am Abend im Innenhof der Zingsheimer Grundschule steuerte dann sogar eine Big-Band des Ausbildungskorps der Bundeswehr die Musik bei.
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Für Gäste offen am Tag der Architektur Haus der Familie Gottschling in Nettersheim konnte am Tag der Architektur besichtigt werden (ar) Im Duktus einer Eifeler Feldscheune und mit fensterloser Vorderfront erbaut, wer das Geheimnis dieses Wohnhauses ergründen mochte, der war am Tag der Architektur herzlich eingeladen, das Heim der Familie Gottschling zu besichtigen. Seit anderthalb Jahren wohnen sie nun in diesem doch auffälligen Gebäude, welches bereits mit zwei Preisen ausgezeichnet wurde, und fühlen sich nach eigenem Bekunden "sauwohl". Eine schöne Bestätigung für die Architekten Andrea Denzer und Georg Poensgen, die ehemals die Aufgabe übernahmen, 130 m² zu gestalten für eine fünfköpfige Familie mit Hund, begrenztem Budget und dem Mut, sich auf eine außergewöhnliche Architektur einzulassen. Poensgen, der sich bei seinen Planungen oft an historischen Vorbildern orientiert, nahm die ehemals ortsübliche Feldscheune als Ausgangspunkt. Doch anders als bei einer Feldscheune schließt sich hinter der Haustür, die in die aus grau gebeiztem Lärchenholz bestehende fensterlose Fassade eingelassen ist, ein nach oben offener Innenhof an. Der sehr ansprechend mit Pflanzen und Sitzmöglichkeiten ausgestattete Innenhof schafft weiteren Raum und versorgt das Haus mit viel Licht und Luft. Das Haus selbst ist klar gegliedert. Im Erdgeschoss befinden sich die Gemeinschaftsräume d.h. die Küche und das große Wohnzimmer, welches nicht nur vom Innehof großzügig mit Licht versorgt wird. Nach hinten geben Wohnraum und Küche den Blick frei auf den Garten und die Eifellandschaft. Die Zimmer der fünfköpfigen Familie liegen im Obergeschoß, auch sie mit Blick auf viel Natur. Das als Holzständerwerk errichtete Haus konnte bereits nach vier Monaten Bauzeit fertig gestellt werden. Alle Arbeiten wurden von regionalen Anbietern ausgeführt. Das von Familie Gottschling begeistert angenommene außergewöhnlich wirkende Wohnhaus erhielt jeweils eine Anerkennung beim Holzbaupreis Nordrhein-Westfalen 2018 und beim Wettbewerb "Das goldene Haus 2019 - preisgünstig bauen". Das geweckte Interesse an der von Poensgen und Denzer geprägten Architektur zog fast 200 Besucher über die Region hinaus nach Nettersheim ins Haus der Gottschlings. (Fotos: Anja Raith)
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