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Kultur im Garten - Lust zu sehen und zu schauen

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Kultur im Garten - Lust zu sehen und zu schauen

Rendel Freude, Heidrun Grote präsentierten sprechende Bilder und sehende Worte

(ar) Erstmalig öffneten Heidrun Grote und Ulrike Kreuer zusammen mit der in Köln und in der Eifel lebenden Künstlerin Rendel Freude im September ihr Grundstück für jeden Besucher, der Freude an Literatur, bildender Kunst und Gartenkunst mitbrachte. Schon von Außen zu erahnen, die Weite und die besondere Gestaltung des von Ulrike Kreuer angelegten Gartens. Eingebettet in eine großzügige Rasenfläche und klar umgrenzt findet man hier eine wohltuende Blumenfülle und weiter entfernt ein in großer Vielfalt angelegtes klar strukturiertes Gemüse- und Obstbeet. Neben ihrem privaten Engagement im Reich der Pflanzen arbeitet die Diplom Ingenieurin für Gartenbau FN, Gartentherapeutin, gelernte Gärtnerin und Inhaberin des Unternehmens "Dritter Frühling" seit 2003 bundesweit im Bereich der Planung und Entwicklung von therapeutisch wirksamen Gärten für Senioren und Menschen mit Demenz. Neben der Gartengestaltung wurde die Aufmerksamkeit der Betrachter auch gleich auf die ausdrucksstarken überlebensgroßen vom Feuer gehärteten, geschwärzten Skulpturen der Künstlerin Rendel Freude gezogen. Die Arme zu lang, Hände und Füße zu groß, konfrontieren sie uns mit all ihren Widersprüchen mit unseren Träumen, Ängsten und Sehnsüchten. Neben den Skulpturen zeigte Freude großformatige Fotos von afrikanischen Frauen, die sie auf ihren zahlreichen Reisen u.a. nach Ruanda, Sansibar, und Uganda porträtiert hat. Ungeschminkt und warmherzig, mit klarem Bildaufbau und erkennbarem Einfühlungsvermögen ins Gegenüber zeigt sie deren Lebenswirklichkeit wie deren innere wie äußere Schönheit und Stärke. Zuständig für die sehenden Worte las die u.a. als Schauspielerin, Sprecherin und Regisseurin aktive Heidrun Grote Passagen aus dem Roman "Imani" von Mia Couto vor. Bildreich geschildert wird hier die Geschichte der Ende des 19. Jahrhunderts in Mosambik lebenden Imani, die als Außenseiterin die Stammeskriege, die portugiesische Kolonialherrschaft wie auch die Ohnmacht und geheime Macht der Frauen ihres Stammes aus der Nähe miterlebt. Wegen des Regens dicht gedrängt in der Garage untergebracht, ließen sich die ZuhörerInnen bald gerne von der fein modulierenden, einladenden Stimme Grotes davontragen.. Schließlich gehörte zur Kunst im Garten noch die köstliche Zubereitung der gärtnerischen Ausbeute wie das Angebot leckerer Gerichte. Für Interessierte: zum Jahresende sind neuere Arbeiten Freudes zu sehen im Rahmen der Ausstellung "100 für 100" im Kuba Nettersheim, Eröffnung am 24.11. um 15.00 Uhr, Bahnhofstr14. Heidrun Grote wird am 5. Dez.zusammen mit Winfreid Gellner um 19.30 Uhr im Literaturhaus Nettersheim zu sehen und zu hören sein, wo das literarische Werk von Carson McCullors (1917-1967) vorgestellt wird.

(Fotos: Anja Raith)

Ort
Veröffentlicht
15. November 2019, 06:39
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