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Jakob Kneip und Otto Pankok - ihre Zeit in Pesch

Lesung und Filmvorführung in der Alten Schule

(ar) Auf reges Interesse stieß eine Veranstaltung des Literaturhauses Nettersheim, welche in der Alten Schule in Pech am 25. Okt. stattfand unter dem Titel "Jakob Kneip und Otto Pankok in der Eifel - Lesung und Filmvorführung." Autorin und WDR 4-Moderatorin Katja Franke las Texte des 1881 in Morshausen geborenen Schriftstellers und Dichters Jakob Kneip, der nach abgebrochenem Theologiestudium als Lehrer, später allein als freier Schriftsteller und Dichter arbeitete. Kneip verherrlichte und romantisierte in seinem Werk das Leben auf dem Land. Er glorifizierte die Bauernschaft, was ihm zunächst auch unter der Naziherrschaft einige Anerkennung einbrachte. Wegen seiner stark christlich geprägten Philosophie wurde er jedoch zunehmend kontrolliert. 1942 floh er mit seiner Familie aus Köln und fand Unterkunft im entlegenen Pesch, wo er bis zu seinem tragischen Unfalltod 1958 wohnte. Katja Franke las gewohnt engagiert und lebendig Texte vor allem aus Kneips Spätwerk, so aus einem Roman "Hampit der Jäger" und zeigte auf, dass sich hinter der Beschreibung heiterer Idylle "philosophische Tiefe und großer literarischer Wert" verbirgt. Kneip war es auch, der den 1893 geborenen Maler Otto Pankok in Pesch eine Unterkunft besorgte. Pankok, einer der bedeutendsten deutschen Künstler des 20. Jahrhunderts, wurde vom NS-Regime als "entarteter" Künstler diffamiert und verfolgt. Mit Ehefrau Hulda und Tochter Eva floh er 1941 zunächst nach Iversheim. 1942 bezog er ein Haus in Pesch, wo er trotz aller Verbote weiter malte und seine Bilder, darunter fast 500 Kohlezeichnungen, unter der Bühne eines Gasthauses versteckte. Über diese Zeit in Pesch von 1942 - 1946 handelt auch hauptsächlich der Film, den Filmemacher Dietrich Schubert an diesem Abend zeigte nach einer Einführung in das Werk Pankoks durch Christoph Leisten, Vorsitzender der Otto-Pankok-Gesellschaft. In diese Zeit fällt auch die riskante, unter Einsatz des eigenen Lebens durchgeführte Unterbringung eines Künstlerehepaares in einem Versteck im Hause Pankok in Pesch. Hierfür ehrte die israelische Holocoust-Gedenkstätte Yad Vashem die Eheleute Otto und Hulda Pankok 2014 als "Gerechte unter den Völkern". Vor diesem Hintergrund waren sich die an diesem Abend Anwesenden, darunter auch ein Gruppe aus Morshausen, einig, dass es an der Zeit ist, dass Pesch endlich auch seinen bedeutenden Gast Otto Pankok ehrt durch die Vergabe eines Straßen- oder Platznamens. Unterstützung sagte neben Ortsvorsteher Ewald Bauer und Pfarrer Werner Klinkhammer auch Ferdi Geißler zu, der als 1. Vertreter des Bürgermeisters darauf aufmerksam machte, dass das entsprechende Begehren direkt aus der Gemeinde Pesch kommen muss.

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Veröffentlicht
13. November 2015, 00:00
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13. November 2015, 00:00
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