Sag uns, was los ist:

Jugendliche werfen Brandsatz auf Balkon eines Hauses in Hopsten

(ots) - Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Münster, der Polizei Steinfurt und des Polizeipräsidiums Münster.

Am späten Freitagabend (13.04.) haben vier Jugendliche einen Brandsatz auf den Balkon eines Hauses in Hopsten geworfen. Das Haus wird von mehreren Familien albanischer Herkunft bewohnt. Auf dem Balkon geriet eine Matratze in Brand, die jedoch sofort von Hausbewohnern auf die Straße geworfen und gelöscht werden konnte. Niemand wurde durch die Tat verletzt. Eine vom Polizeilichen Staatsschutz des Polizeipräsidiums Münster eingesetzte achtköpfige Ermittlungskommission konnte noch im Laufe des Wochenendes vier Tatverdächtige durch intensive Vernehmungen überführen. Die Tat wurden von allen Beteiligten eingestanden.

Gegen 22:40 Uhr am Freitagabend hatte ein aufmerksamer Zeuge der Polizei gemeldet, dass aus einer Gruppe von Jugendlichen heraus ein Brandsatz auf den Balkon eines Hauses an der Kettelerstraße geworfen worden sei. Die von ihm ebenfalls alarmierten Bewohner des Hauses konnten eine auf dem Balkon der ersten Etage in Brand geratene Matratze auf den Gehweg werfen und den Brand löschen. Das Gebäude wurde nicht beschädigt.

Nach der Vernehmung von Zeugen vor Ort hatte sich in der Tatnacht zunächst ein Tatverdacht gegen einen 15-jährigen Schüler aus Hopsten ergeben. Nach seiner Überprüfung noch in derselben Nacht konnte der Jugendliche jedoch als Täter definitiv ausgeschlossen werden. Dieser Jugendliche hatte mit der Tat nichts zu tun.

Im Umfeld des Brandortes fielen den ermittelnden Beamten mehrere Jugendliche auf, die sich am Tatabend teilweise als Zeugen zur Verfügung gestellt hatten. Es handelt sich dabei um zwei, 16-, zwei 17-, einen 20- und einen 22-Jährigen aus Hopsten. Im Rahmen der intensiven Ermittlungen und Vernehmungen verstrickten die jungen Männer sich in Widersprüche. Mittlerweile haben sie die Tat gestanden.

Demnach ergibt sich bislang folgender Sachverhalt: Die sechsköpfige Gruppe hatte gemeinsam einen Brandsatz gebaut, um ihn auf den Balkon des Wohnhauses zu werfen. Nachdem man gemeinsam den Brandsatz fertig gestellt hatte, entfernten sich zwei Personen von der Gruppe, da sie offenbar doch nichts mit der Tat zu tun haben wollten. Die restlichen Vier begaben sich zu dem Wohnhaus. Der 20-jährige Haupttäter warf den angezündeten Brandsatz auf den Balkon der ersten Etage. Gemeinsam ergriff man daraufhin die Flucht. "Alle Tatbeteiligten haben keinerlei einschlägigen Erkenntnisse im Bereich fremdenfeindlicher Straftaten", erläuterte der Leiter der Ermittlungskommission, Erster Kriminalhauptkommissar Jürgen Lubritz, heute in Münster den Stand der Ermittlungen. "Die Motivlage ist nach dem jetzigen Stand nicht in erster Linie von Ausländerfeindlichkeit geprägt, sondern zumindest auch von persönlichen Reibereien."

"Der Tatvorwurf in diesem Fall lautet versuchte schwere Brandstiftung. Das ist ein Verbrechenstatbestand", betonte Oberstaatsanwalt Heribert Beck. "Das scheint den Jugendlichen bei Ausführung ihrer Tat nicht bewusst gewesen zu sein. Nach ihren Einlassungen wollten sie lediglich aus Langeweile heraus eine "Aktion" starten. Die Konsequenzen dafür werden sie jetzt tragen müssen." Alle Tatbeteiligten wurden wegen ihrer geständigen Einlassung und fehlender Haftgründe nach ihren Vernehmungen wieder auf freien Fuß gesetzt.

Ausdrücklich lobten Beck und Lubritz das Verhalten des Zeugen, der die Tat gemeldet hatte. "Ohne die schnelle Alarmierung der Betroffenen und der Polizei hätte diese Tat schlimme Folgen haben können", so Lubritz.

Weitere Fragen beantwortet Oberstaatsanwalt Heribert Beck, Tel. 0251/494-2415.

Ort
Veröffentlicht
16. April 2012, 12:19
Autor