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Fehler in Glas Zum Matthiasfenster im Schwalmtaldom Waldniel (fjc). Der Apostel Matthias wird am Niederrhein besonders verehrt, an diesem Sonntag, 24. Februar, feiert die Kirche seinen Namenstag. Aus zahlreichen Orten pilgern seit Jahrhunderten jährlich Christen zu seinem Grab nach Trier an die Mosel. So ist es nicht verwunderlich, dass sich die Matthiasbruderschaften oder auch Pilger, die sich dem Heiligen besonders verbunden fühlten, bei der Ausgestaltung der Kirchen für eine Abbildung dieses Apostels einsetzten. Der Überlieferung nach wurde Matthias zunächst gesteinigt und dann hat man ihm mit einem Beil das Haupt abgeschlagen. Deshalb finden wir ihn meist abgebildet mit einem Buch (wegen des Apostelamtes) und mit einem Beil, manchmal auch mit einem Modell der Matthiaskirche in Trier. In Schwalmtal gibt es in allen Kirchen Hinweise auf den Apostel, in Figuren, Bildern und Fenstern. Von besonderem Interesse ist ein Fenster im westlichen Obergaden des südlichen Querhauses von St. Michael in Waldniel. Hier hat der Künstler den Jünger nach der Überlieferung darstellen wollen mit dem Beil, ein Schriftband zu Häupten weist auch eindeutig auf Matthias hin. Bei näherer Betrachtung fällt auf, dass beim Einbau der Fenster offensichtlich die Scheiben vertauscht wurden. Im Mittelteil ist unter dem Schriftzug "Matthias" ein Heiliger abgebildet mit Lanze und Schwert, links finden wir unter "Sebastian" einen Heiligen mit einem Beil zu Füßen. Das grüne Schriftband, das im Mittelfenster oben beginnt, setzt sich unter dem oberen Windeisen im linken Seitenfenster fort, und die rote Lanze des Mittelfensters findet ihren Abschluss im oberen Teil des linken Fensters. In der rechten Fensterbahn ist der hl. Wolfhelm abgebildet, hier sind die Scheiben richtig eingesetzt. Ob dies bisher je aufgefallen ist, bleibt fraglich. Das Fenster ist etwas unauffällig angebracht, vom Kirchenschiff aus sieht man es nicht. Wenn man vom Josefschor an der Südseite der Kirche nach rückwärts schaut, hat man es oben links im Blick. Ein Austausch der Scheiben wäre sinnvoll, aber aufwändig und teuer. Man sollte daran denken, wenn vielleicht aus anderem Grund einmal zufällig Gerüste in diesem Teil der Kirche stehen.
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